Zeitung: BMW bremst Allianz mit Daimler

11.05.2009 10:49 Uhr
BMW hat die Gespräche mit Mercedes über eine Zusammenarbeit bei Motoren und im Finanzbereich ad acta gelegt.
© Foto: Michael Latz/ddp/AHO-Montage

Laut Zeitungsbericht sind die Gespräche über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Motoren und Finanzen endgültig gescheitert. Dafür wollen die beiden Erzrivalen ihre bestehenden Kooperationen ausbauen.

BMW hat laut einem Pressebericht der vertieften Zusammenarbeit mit dem Erzrivalen Daimler eine Absage erteilt. Die Gespräche über eine Motorenkooperation seien endgültig gescheitert, berichtete das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Auch eine Zusammenarbeit der Finanztöchter beider Konzerne komme nicht zustande. Ebenfalls vom Tisch sei eine gegenseitige Kapitalverflechtung, heißt es in dem Bericht. "Alles, was die BMW-Eigenständigkeit gefährdet, ist tabu", zitiert die Zeitung aus dem Aufsichtsrat der Münchener, der von der Familie Quandt als größter Eigentümer dominiert wird. Dennoch wollen die beiden Premiumhersteller in der schweren Autokrise enger zusammenrücken. Beide Konzerne bestätigten am Montag Verhandlungen über einen Ausbau der bestehenden Kooperationen. "Die Gespräche laufen in guter Atmosphäre", sagte ein Daimler-Sprecher in Stuttgart. Dabei gehe es um verschiedene Themenfelder, hieß es bei BMW in München. Im Gespräch ist seit langem ein Ausbau der Kooperation im Einkauf, von der sich die Unternehmen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe erhoffen. Daneben arbeiten BMW und Daimler bei der Entwicklung von Hybrid-Antrieben zusammen. Beide Automobilhersteller leiden unter dem starken Nachfragerückgang. Bei Daimler kommen noch Belastungen durch die darbende Lastwagenbranche hinzu. Die Stuttgarter hatten für das erste Quartal einen Milliardenverlust gemeldet. Vor diesem Hintergrund hatten Experten eine weitreichende Kooperation lange als beste Alternative für einen Weg aus der Kostenfalle gesehen, vor allem bei der Entwicklung neuer Modelle und Motoren, wie es in dem Bericht heißt. Nun hätten sich vor allem auf BMW-Seite die Bedenkenträger durchgesetzt. Entscheidender Punkt sei die Motorentechnologie, bei der sich die Münchener in Führung wähnen. "Daimler würde von einer Motorenkooperation mehr profitieren als wir", sagte ein Beteiligter der Zeitung. Die Motorentechnik sei das Herzstück von BMW, hieß es im Aufsichtsrat. Hier erzielten die Autohersteller auch mit Abstand die höchste Wertschöpfung. Enttäuschte Experten Branchenexperten seien von der Entwicklung enttäuscht. "Die Familie Quandt als Eigentümerin von BMW scheint an einer tiefergehenden Kooperation mit Mercedes nicht interessiert zu sein", sagte Analyst Arndt Ellinghorst von der Credit Suisse. Bei der Konsolidierung spielten die Münchener daher keine Rolle. "Die strukturellen Probleme bleiben. Die Stückzahlen sind nicht groß genug." (dpa)

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KOMMENTARE

Marketingmanager

12.05.2009 - 17:03 Uhr

Die Kunden möchten einen BMW kaufen oder einen Mercedes. Das sieht die Eigentümerfamilie wohl auch so. Schließlich haben sie mit der Marke BMW ihr Geld "gemacht". Von Herbert Quandt gibt es das frühe Zitat: "Haltet mir die Niere hoch!" Ich denke im Gegensatz zum Bankanalysten Ellinghorst, daß nicht die Stückzahl zählt, sondern gerade die technologische Vorherrschaft und das sportliche Image. Der BMW-Kunde und die, die es noch werden möchten, sind auch gerne bereit, dafür zu zahlen.


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