Über Jahre galt das Autohaus im digitalen Zeitalter als Auslaufmodell, verdrängt von Online-Plattformen und Direktvertrieb. Doch eine neue Studie des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD), entstanden gemeinsam mit AUTOHAUS und Bank11, zeichnet ein differenzierteres Bild. Zwar recherchieren Kunden längst intensiv im Netz. Doch wenn es um die finale Entscheidung geht, bleibt der stationäre Handel der zentrale Ort des Geschehens.
Rund 89 Prozent der Befragten bevorzugen laut Studie Beratung, Probefahrt und Abschluss im Autohaus – und das quer durch alle Altersgruppen. Für VAD-Präsident Burkhard Weller liegt darin ein klarer Befund: Der persönliche Kontakt und das Vertrauen in den Verkäufer sind nach wie vor entscheidend. Das Autohaus bleibt damit nicht nur Transaktionsort, sondern auch zentrale Instanz im Entscheidungsprozess.
Gleichzeitig offenbaren die Daten eine zweite, weniger komfortable Wahrheit. Mit der hohen Relevanz steigen auch die Erwartungen. Gerade beim Vertrauen in den Verkäufer und bei der Beratung zu den tatsächlichen Kosten zeigen sich deutliche Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Während drei Viertel der Kunden ein hohes Maß an Vertrauen erwarten, fühlen sich nur gut die Hälfte entsprechend abgeholt. Ähnlich fällt die Bilanz bei der Kostentransparenz aus. Das Autohaus bleibt also unverzichtbar – hat aber erkennbar "Hausaufgaben".
Kostenfreies Webinar liefert Praxis-Check
Wie genau diese Diskrepanz zu bewerten ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Praxis ergeben, soll ein begleitendes Webinar klären. Unter dem Titel "Faktencheck Autohandel: Unverzichtbar, aber mit Hausaufgaben" greifen Branchenvertreter und Studienautoren die Ergebnisse am 29. Juni 2026 auf und ordnen sie ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Betriebe ihre Rolle als Vertrauensanker im zunehmend digitalen Kaufprozess weiter stärken können.
Zu den Referenten zählen unter anderem Marktforscher Konrad Weßner, VAD-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel sowie Verbandspräsident und Autohändler Burkhard Weller. Gemeinsam wollen sie die Studienbefunde nicht nur interpretieren, sondern in konkrete Handlungsansätze übersetzen – von der Beratungsqualität über die Finanzierung bis hin zur Positionierung im wachsenden BEV-Markt.
Das kostenfreie Webinar versteht sich damit als Brücke zwischen empirischer Analyse und betrieblicher Realität. Gerade weil die Studie den Handel zugleich stärkt und herausfordert, dürfte die Nachfrage entsprechend hoch sein. Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre Fragen direkt einzubringen und die Diskussion aktiv mitzugestalten. Jetzt registrieren!