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Autoindustrie: Geplatzte Fusion setzt Renault unter Druck

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Geplatzte Fusion setzt Renault unter Druck
"Es gibt keinen Erfolg für den Renault-Konzern ohne einen Erfolg der Allianz", so Renault-Präsident Jean-Dominique Senard.
© Foto: picture alliance / Parspix / ABACA

Fiat Chrysler und Renault wollten den weltweit drittgrößten Autohersteller bilden. Doch daraus wurde nichts. Renault wirkt ratlos - und will das Bündnis mit seinen japanischen Partnern stärken.

Der gescheiterte Fusionsversuch mit Fiat Chrysler setzt den französischen Autohersteller Renault unter Druck. Das wurde am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Paris deutlich. Renault-Präsident Jean-Dominique Senard gestand mit Blick auf den geplatzten Zusammenschluss ein, er wisse nicht, was die Zukunft bringen werde. Zentrale Aufgabe sei nun, die seit langem bestehende Allianz mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi zu stärken. "Es gibt keinen Erfolg für den Renault-Konzern ohne einen Erfolg der Allianz", sagte Senard.

Senard zeigte sich vor den Aktionären tief enttäuscht über den geplatzten Fusionsversuch mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler. Ziel sei es gewesen, einen europäischen Spitzenreiter in der Autobranche zu formieren. "Für Frankreich, für Renault und für Europa gab es ein perfektes Beispiel, um zu zeigen, dass wir fähig sind, etwas gemeinsam zu machen." Ziel war es, den drittgrößten Autohersteller der Welt zu formieren und damit die Marktführer Toyota und VW herauszufordern.

Fiat Chrysler hatte Mitte vergangener Woche seine Offerte für einen Zusammenschluss überraschend zurückgezogen, da Renault eine Entscheidung über förmliche Fusionsgespräche verzögerte. Der französische Staat hält 15 Prozent der Anteile an Renault und hat deshalb eine starke Stellung. Senard sagte, der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire habe ihm vor einigen Monaten geraten, Kontakt mit den Verantwortlichen von Fiat Chrysler aufzunehmen. Das habe er gemacht, berichtete Senard.

Es war das erste Aktionärstreffen seit langem ohne den langjährigen Konzernchef Carlos Ghosn. Der Topmanager war Ende 2018 in Japan wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Ghosn war Architekt der Autoallianz mit Nissan und Mitsubishi - mit dem Bekanntwerden der Affäre um den schillernden Topmanager war das Bündnis in eine schwere Krise geraten, die immer noch nicht überwunden ist. 

Senard im Amt bestätigt

Zu Jahresbeginn hatte Renault eine neue Führung eingesetzt. Senard ist in Boulogne-Billancourt Präsident, das operative Geschäft wird von Generaldirektor Thierry Bolloré geführt. Die Hauptversammlung bestätigte mit großer Mehrheit den seit mehreren Monaten amtierenden Senard. Neu in den Verwaltungsrat kam die frühere Daimler-Topmanagerin Annette Winkler. (dpa)

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