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Digitale Schadenerfassung: Dellenzählen leicht gemacht

Digitale Schadenerfassung
Dellenzählen leicht gemacht
Erkannte Schäden ordnet das System selbstständig in verschieden Schadenkategorien ein und lokalisiert sie in einem 3D-Modell.
© Foto: TÜV Rheinland

Mit seinem Miko-Schadenscanner will TÜV Rheinland die Fahrzeugbegutachtung digitalisieren. Das soll helfen, die Schadenerkennung zuverlässiger und Prozesse wie etwa GW-Hereinnahme oder Leasingrückgabe effizienter zu machen.

von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Sobald Leasingfahrzeuge zur Rückgabe wieder beim Händler auf dem Hof stehen, beginnt für beide Seiten das übliche „Spiel“: Wird der Gutachter alle Schäden entdecken? Und wenn ja: Was davon ist noch normale Abnutzung und was schon ein nachzahlungspflichtiger Schaden? Ähnlich läuft es bei der ­Hereinnahme von Gebrauchtwagen. Ob etwa eine kleine Hageldelle oder ein Lackschaden entdeckt wird oder nicht, kann den Ankaufswert eines Fahrzeugs ohne weiteres um ein paar hundert Euro in die eine oder andere Richtung drücken. Entsprechend sorgfältig prüfen Händler jedes Fahrzeug. Doch das kostet Zeit, und ein gewisses Restrisiko, dass hin und wieder doch einmal etwas durchrutscht, bleibt trotzdem.

Etliche Unternehmen sehen darin eine Marktlücke und arbeiten deshalb an digitalen Systemen und Dienstleistungen, mit denen sich sämtliche Schäden am Fahrzeug binnen Sekunden vollautomatisch und vor allem zuverlässig erfassen lassen. Darunter sind auch einige Prüforganisationen. TÜV Rheinland etwa hat dazu vergangenes Jahr das Technologie-Start-up Adomea und deren Miko-System (Mobiles Identifikationssystem für Kraftfahrzeugoberflächenfehler) übernommen. „Wir wollten schnell Know-how erwerben und weiterentwickeln, um bald marktfähige Lösungen vorstellen zu können“, erklärt Matthias Schubert, Vice President Mobilität bei TÜV Rheinland.

Scan mittels Streifenreflexionstechnik

Und so funktioniert das System: Ausgangspunkt ist eine Box, die in puncto Größe und Aussehen an eine Fertiggarage oder eine kleine Autowaschanlage erinnert. Das Innere der Box ist durchgängig mit LED-Panelen ausgekleidet. Wird nun ein Fahrzeug in die Box gefahren, projizieren die LEDs von allen Seiten ein blinkendes Streifenmuster auf das Fahrzeug. Währenddessen erfassen 16 Kameras die Spiegelungen des Musters auf dem Lack des Fahrzeugs. Aus den dabei gemessenen Veränderungen der Spiegelungen berechnet dann eine Software die Oberflächennormale des Fahrzeugs und leitet die lokale Oberflächenkrümmung ab.

Identifiziert das System dabei Abweichungen in den Messdaten – etwa durch eine Delle –, ordnet es diese auf Basis einer hinterlegten Fahrzeugdatenbank dem jeweiligen Modell und Fahrzeugbereich zu und visualisiert das Messergebnis in einer 3D-Ansicht. Zudem ordnet das System die Schäden selbstständig in unterschiedliche Schadenkategorien wie etwa Dellen, Kratzer oder Beulen.

Dellen kleiner als 140 Mikrometer

TÜV Rheinland zufolge lassen sich im Miko-Scanner Abweichungen mit einer Tiefe von weniger als 140 Mikrometern erkennen. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist im Schnitt 60 bis 80 Mikrometer dick. Darüber hinaus erfasst das System auch die Reflektivität der Oberfläche. Das erlaubt zusätzlich, kleinste Kratzer sowie Verätzungen durch Vogelkot oder nachträgliche Lackarbeiten zu erkennen.

Mehr über den Fahrzeugscanner erfahren Sie in AUTOHAUS Ausgabe Nr. 1, die am 20. Januar erschienen ist, sowie im Video zu diesem Beitrag.


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