Vierstellige Kilometerreichweiten – der Diesel des E‑Zeitalters heißt Plug‑in‑Hybrid. Nun schickt der nächste chinesische Fahrzeughersteller, Changan, einen emissionsarmen Langstreckler nach Europa. Der Deepal S05 PHEV soll beweisen, dass Plug‑in‑Hybride in Europa noch eine Zukunft haben – und der Nummer 5 des chinesischen Marktes den Weg in den europäischen Massenmarkt ebnen.
Design mit VW-Handschrift
Der erste Eindruck von außen: Mit dem SUV ist Changans Designerteam im europäischen Zentrum in Turin ein eleganter Wurf gelungen. Verantwortlich dafür zeichnet Designchef Klaus Zyciora. Er war unter seinem Geburtsnamen Bischoff zwischen 2007 und 2020 Executive Director Design bei VW, anschließend bis 2022 Designchef bei Volkswagen. Zu seinen Erfolgen zählen die Modelle Golf VI bis VIII sowie der ID. Buzz.
Ein wenig sieht der Deepal S05 auch aus wie ein VW, den man in Wolfsburg gern gebaut hätte. Keine übertriebenen Sicken, keine futuristischen Experimente, sondern eine harmonische Mischung aus klaren Flächen, einer markant in Richtung C‑Säule abfallenden Dachlinie sowie ausgewogenen Proportionen auf einer Länge von 4,60 Metern. Dazu kommen rahmenlose Seitenscheiben sowie vorn und hinten eine gelungene Lichtarchitektur – insgesamt ein hochwertiger Auftritt.
Innenraum und Ausstattung
Im Innenraum überzeugt der Deepal mit hochwertiger Verarbeitung, orangefarbenen Kontrastnähten und großzügigem Raumangebot. Der Radstand von 2,88 Metern sorgt für bemerkenswerte Beinfreiheit im Fond. In der Topversion verfügt der Beifahrersitz über eine elektrisch ausfahrbare Beinauflage. Der Kofferraum fasst 552 Liter, bei umgelegten Rücksitzen 1.310 Liter. Das 15,4-Zoll-Zentraldisplay reagiert schnell und neigt sich automatisch zum Fahrer oder Beifahrer. Optional gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display. Kabellose Ladefunktion für zwei Smartphones mit bis zu 50 Watt, Panoramaglasdach und ein 14-Lautsprecher-Soundsystem runden die Ausstattung ab.
Dass Changan ausgerechnet mit einem Plug-in-Hybrid kommt, ist kein Zufall: Während reine Elektroautos aus China mit EU-Strafzöllen belegt sind, bleiben PHEVs davon verschont. Der Deepal S05 ist damit auch eine clevere Antwort auf die europäische Handelspolitik.
Changan Deepal S05 Test (2026)
Dass die Chinesen ausgerechnet jetzt mit einem Plug-in-Hybrid kommen, ist kein Zufall. Während auf reine Elektroautos aus China mittlerweile hohe EU-Strafzölle erhoben werden, bleiben Plug-in-Hybride davon verschont. Der Deepal S05 PHEV ist damit nicht nur ein neues Modell, sondern auch eine clevere Antwort auf die europäische Handelspolitik – und eine wirtschaftlich interessante dazu.
Kampfpreise zum Marktstart
Denn bei den Preisen zeigt sich Changan ebenfalls angriffslustig. Der Deepal S05 PHEV startet als Pro-Version bei 35.990 Euro. Die umfangreicher ausgestattete Max-Version kostet 38.990 Euro. Zum Marktstart locken bis 31. August Einführungsangebote, die den Einstiegspreis auf 24.990 Euro beziehungsweise 27.990 Euro drücken sollen – inklusive staatlicher Förderung von bis zu 4.500 Euro. Das klingt verlockend.
Allerdings steht Changan in Deutschland noch ganz am Anfang. Aktuell verfügt die Marke hierzulande über lediglich acht Händler, europaweit sind es rund 200 Standorte. Der Aufbau erfolge vorsichtig und Schritt für Schritt, heißt es dazu bei Changan. Den S05 ordnet man aber durchaus selbstbewusst im C+-Segment ein.
Effizienter Antrieb mit vier Betriebsarten
Besonders spannend wird es unter dem Blech. Dort kombiniert Changan mit seiner Ultra-Hybrid-Technologie einen Permanentmagnet-Synchronmotor (172 kW / 234 PS) mit einem 63 kW / 86 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor. Zusammen ergibt sich eine Systemleistung von 190 kW / 258 PS. Vier unterschiedliche Betriebsarten – elektrisch, seriell, parallel oder ausschließlich mit Verbrenner – sorgen dafür, dass der Antrieb stets die effizienteste Lösung wählen kann.
Die Batterie speichert 18,4 kWh Energie und soll elektrische Fahrten von bis zu 100 Kilometern ermöglichen. Wer täglich pendelt und regelmäßig lädt, braucht den Verbrenner daher tatsächlich nur selten.