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Gebrauchte Diesel und Benziner: Die Schere öffnet sich

Gebrauchte Diesel und Benziner
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Die Schere öffnet sich

Aktuelle Daten von Mobile.de zeigen: Die Preise für Dieselautos sind noch stabil – trotz eines gestiegenen Fahrzeugangebots. Für Benziner müssen Kunden tiefer in die Tasche greifen.

Die anhaltenden Diskussionen um den Dieselmotor sorgen für Bewegung auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Das belegen aktuelle Zahlen der Online-Fahrzeugbörse Mobile.de, die AUTOHAUS exklusiv vorliegen. Demnach zogen die Angebotspreise für Benzinautos auf der Internetplattform seit Bekanntwerden des VW-Dieselskandals um 8,8 Prozent auf durchschnittlich 19.027 Euro an. Anders die Preise für Diesel-Pkw: Sie verharren aktuell mit 23.175 Euro (April 2017) auf dem Niveau vom September 2015. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegen sind um 0,7 Prozent niedriger.

Das ist doch erstaunlich, da die Zahl der Inserate für Dieselfahrzeuge in den vergangenen Monaten auf Mobile.de kräftig zugelegt hat. Im April waren den Angaben zufolge dort 964.086 Selbstzünder-Angebote gelistet – 27,5 Prozent mehr als noch im September 2015. Gegensätzlich verläuft die Entwicklung bei den Wagen mit Benzinmotor, wo die entsprechenden Fahrzeuganzeigen im gleichen Zeitraum um 3,5 Prozent auf 701.000 Stück abnahmen.

"Die Preise für Dieselautos bleiben trotz des gestiegenen Angebots stabil, das spricht für eine konstante Nachfrage", erklärte Mobile.de-Geschäftsführer Malte Krüger. Die Entwicklung ist aber nicht einheitlich. Regional zeigen sich durchaus Unterschiede, die offenbar nicht nur das wachsende Misstrauen gegen den Diesel widerspiegeln, sondern auch mit drohenden Nutzungseinschränkungen zu tun haben. In Stuttgart, wo temporäre Fahrverbote ab 2018 geplant sind, steigt beispielsweise das Online-Angebot an Dieselfahrzeugen (plus 12,1 Prozent) stark, gleichzeitig fallen die Preise (minus 3,9 Prozent) im Jahresvergleich.

Privatkunden verschmähen Diesel

Wie berichtet, war der Anteil von Dieselantrieben an den Pkw-Neuzulassungen im April auf 41,3 Prozent gesunken – vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent. Vor allem Privatkäufer meiden derzeit den Selbstzünder. Laut Center of Automotive Research (CAR) rutschte sein Anteil in diesem Marktsegment auf 23,8 Prozent ab. Das ist der niedrigste Wert seit dem Abwrackprämienjahr 2009. Setzt sich der Trend fort, sinkt die Dieselquote im Frühjahr 2018 auf 20 Prozent. Am beliebtesten war der Selbstzünder im Dezember 2011 mit einem Marktanteil 40 Prozent gewesen.

Nicht nur der zu hoch wahrgenommene Stickoxidausstoß von Dieselautos treibt die Privatkunden momentan um. Sie fürchten insbesondere einen Wertverlust durch künftige strengere Umweltauflagen, müssen sie doch – anders als Firmenwagenfahrer – das Wiederverkaufsrisiko allein tragen. Eine zunehmende Kaufzurückhaltung hätte wiederum ernste Folgen für den Gebrauchtwagenmarkt, wo die Masse an Leasing-Rückläufern und anderen Ex-Dienstwagen mit Dieselmotor unverkäuflich werden und nur noch über den Export absetzbar sein könnte. 95 Prozent der Gebrauchtwagen werden von Privatkunden gekauft. (rp/sp-x)


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