Studie: Bei Neuwagen kaum Downsizing

01.08.2011 08:29 Uhr
© Foto: Archiv/ddp

Es sei trotz aller CO2-Debatten ein Trend zu immer leistungsstärkeren Fahrzeugen erkennbar. Grund sind SUVs und Dienstwagenflotten.

Umweltdebatte und hohen Spritkosten zum Trotz: Die Neuwagenkäufer lieben Fahrzeuge mit hoher Motorleistung. Im Durchschnitt hatte ein in Deutschland verkaufter Neuwagen im ersten Halbjahr 2011 satte 134 PS unter der Haube - mehr Pferdestärken denn je, wie aus einer Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. Treiber dieser Entwicklung ist zum einen der Trend zu Geländewagen, die meist hochmotorisiert daherkommen. Aber auch die Firmenwagen werden oft mit üppigen Motorvarianten geordert, sie kamen auf einen Durchschnitt von 152 PS. Der Privatkäufer „begnügt“ sich der Studie zufolge im Schnitt mit 125 PS.

 

Nach Ansicht des Studienleiters Ferdinand Dudenhöffer ist der Trend zu steigenden PS-Zahlen nicht ohne Risiko für die deutschen Hersteller. Zwar müsse höhere Motorisierung nicht zwangsläufig mit höheren Umweltbelastungen einhergehen. Downsizing (Motoren mit kleinerem Hubraum) und vieles mehr trage dazu bei, die Normverbräuche zu reduzieren, sagte der Direktor des CAR-Instituts. „Allerdings ließen sich die Normverbräuche noch stärker reduzieren, wenn auf Zuwachs bei der Motorisierung verzichtet wird.“ Die deutschen Hersteller sollten diskutieren, ob die Zukunft der Automobilindustrie in immer weiter steigenden PS-Zahlen liegen sollte.

 

Der Studie zufolge ist die Leistung der Neuwagen in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, lediglich im Jahr der Abwrackprämie 2009 gab es einen deutlichen Rückgang. Lag die durchschnittliche Motorleistung 1995 noch bei 95 PS, waren es im Jahr 2000 bereits 110 PS. Nach Dudenhöffers Einschätzung ist bei den aktuellen 134 PS noch nicht Schluss, da der Anteil der Geländewagen weiter zunimmt. Die durchschnittliche PS-Zahl von Tiguan, X5 und Co habe in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 165 PS knapp 31 PS mehr als der Durchschnitt betragen. Mittlerweile seien 13 Prozent aller Neuwagen sogenannte SUV - Tendenz steigend.

 

Der Trend immer weiter steigender Motorleistungen berge die Gefahr, dass Energieverbrauch und Motorleistung als weniger sozial akzeptiert angesehen würden. Dies könnte insbesondere bei Firmenwagen ein Risiko darstellen. „Dieses Risiko ist unter den Autobauern nicht gleichverteilt, sondern hängt stärker auf Seiten der deutschen Autobauer“, sagte Dudenhöffer. Premium und Übermotorisierung sei nicht das gleiche. „Premium modern zu gestalten heißt, die Balance bei der Motorisierung und den anderen Eigenschaften von Fahrzeugen wie Komfort, Sicherheit, Verbrauch zu finden.“ (dpa)

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