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Opel: Händlerverband wehrt sich gegen Elektroquote

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Händlerverband wehrt sich gegen Elektroquote
Opel will jeden Händler verpflichten, acht Prozent seines Monatsziels mit Elektrofahrzeugen zu erfüllen.
© Foto: Opel
Zum Themenspecial Elektromobilität

Alle Hersteller müssen sich derzeit mit dem durchschnittlichen Flottenverbrauch ihrer Neuwagen auseinandersetzen, um größere Strafzahlungen ab 2020 zu vermeiden. Opel will seine Händler deswegen zu einer Elektroquote zwingen. Der VDOH wehrt sich.

Von Doris Plate/AUTOHAUS

Die Wogen schlagen derzeit hoch bei Opel. Es geht um den durchschnittlichen Flottenverbrauch der Neuwagen. Wenn dieser zu hoch ist, drohen dem Hersteller ab nächstem Jahr Milliarden Strafzahlungen. Deswegen will der Hersteller nun den Händlern in der Vertriebsrichtlinie 2020, bei Opel "Commercial Policy" genannt, vom CO2-Ausstoß abhängige Monatsziele vorgeben. Außerdem soll jeder Händler verpflichtet werden, acht Prozent seines Monatsziels mit Elektrofahrzeugen zu erfüllen, ca. drei Prozent Corsa-e und fünf Prozent Grandland Hybrid. Erfüllt das Autohaus diese Vorgaben nicht, erhält es keinen Qualitätsbonus.

Das bringt die Händler auf die Barrikaden, denn ihrer Meinung nach ist die Elektroquote angesichts der fehlenden Nachfrage derzeit nicht zu erreichen. Hinzu komme, dass die Preisgestaltung für Corsa-e und Grandland PHEV nicht marktgerecht sei. Ein Corsa-e soll zum Beispiel mit einer Leasingrate von 299 Euro zuzüglich einer Leasingsonderzahlung von 4.194 Euro vermarktet werden. Das sei dem Kunden "schlichtweg nicht vermittelbar", heißt es in einem Rundschreiben des Opel-Händlerverbandes (VDOH), das AUTOHAUS vorliegt.

"Regelung ist existenzgefährdend"

Darüber hinaus würde die Erreichung der monatlichen CO2-Durchschnittswerte nach Auffassung des VDOH zu geradezu grotesken Szenen führen. Würde der Händler zu viele größere Fahrzeuge (z.B. Insignia) verkaufen, müsste er auf manche Geschäfte verzichten, um sich nicht einer existenzbedrohenden Bonuskürzung auszusetzen. Deswegen wird befürchtet, dass die Händler gezwungen sind, mit fast dem kompletten Zielerfüllungsbonus den Absatz von Elektro-  und Hybridfahrzeugen zu subventionieren, um die Zulassungsziele zu erreichen. Insgesamt sei die vorgeschlagene Regelung deswegen existenzgefährdend.

Vorstandssprecher Peter Müller vom VDOH sagte auf Anfrage vom AUTOHAUS, dass sich der Verband in den nächsten Gesprächen mit Opel, die zeitnah folgen werden, für die Umsetzung der im letzten Jahr bereits angesprochenen und teilweise verhandelten Commercial Policy vehement einsetzen werde: "Hier setzen wir auf den Geist der Verhandlungen aus dem Jahr 2018 und werden die Interessen unserer Händler mit allem was uns zur Verfügung steht durchsetzen."

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Opel Corsa-e (2020)
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