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Dieselautos: Nachrüstkosten von bis zu 15 Milliarden Euro

Ein VW Amarok wird nachgerüstet.
© Foto: VW

Müssen Diesel-Fahrzeuge aufwendiger als bisher geplant nachgerüstet werden? Diese Frage steht derzeit im Mittelpunkt der Debatte. Es gibt neue Berechnungen, was das kosten würde.


Datum:
11.04.2018
2 Kommentare

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Technische Nachrüstungen bei älteren Diesel-Fahrzeugen der Schadstoffklassen Euro 5 und 6 würden Berechnungen zufolge bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Das geht aus Modellen der Deutschen Umwelthilfe sowie der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Insgesamt rund fünf Milliarden Euro würde die Nachrüstung von älteren Fahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 5 kosten, wie Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion ergaben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nimmt auch Autos mit der Norm Euro 6 in ihre Berechnungen auf: Die Nachrüstungen würden dann insgesamt 15 Milliarden Euro kosten. Zuvor hatte "Spiegel online" darüber berichtet.

Hardware-Nachrüstungen, also Umbauten an Motor oder Abgasanlage, sind umstritten. Die Autobranche lehnt sie als zu aufwendig und zu teuer ab. Aus Sicht etwa von Umweltverbänden reichen aber Software-Updates der Hersteller nicht aus, um die Schadstoff-Emissionen angemessen zu senken. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten, Diesel-Fahrzeuge sind ein Hauptverursacher. Es drohen Diesel-Fahrverbote.

Die Grünen-Berechnung geht von rund 5,2 Millionen betroffenen Autos aus. Demnach wäre es nicht zielführend, alle Euro 5-Fahrzeuge technisch nachzurüsten. Bei rund zehn Jahre alten Wagen sei eine Aufrüstung mit einem SCR-Katalysator nur bedingt sinnvoll, wenn die Abmeldung in Deutschland zeitnah erfolgen dürfte. Zudem würden einige Halter in ländlichen Gebieten eine Nachrüstung ihres Fahrzeuges ablehnen, weil sie selten bis nie in die betroffenen Innenstädte fahren würden.

"Keine Gefährdung der Hersteller"

Daher kalkulieren die Grünen mit einer Umrüstungsquote von 80 Prozent sowie mit Nachrüstkosten in Höhe von 1.800 Euro pro Fahrzeug. Das würde bedeuten, dass auf Volkswagen als Marktführer rund 2,6 Milliarden Euro entfallen würden, auf BMW rund 660 Millionen Euro und auf Daimler rund 530 Millionen Euro. Ford müsste knapp 400 Millionen Euro ausgeben, Opel 310 Millionen. "Die Nachrüstkosten schränken in keiner Weise die Wettbewerbsfähigkeit ein, und schon gar nicht gefährden sie die Zukunft der Hersteller", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sagte, es führe kein Weg an der technischen Nachrüstung der Bestandsflotte von rund zehn Millionen Diesel-Pkw der Abgasstufen Euro 5 und 6 vorbei. Kein einziger der in diesem Winterhalbjahr von der Umwelthilfe getesteten Diesel-Pkw habe bei Straßenmessungen den Abgasgrenzwert für Stickoxide eingehalten. (dpa)

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KOMMENTARE


Dieter Buschhorn

11.04.2018 - 19:03 Uhr

Es wird immer alles über einen Kamm geschoren. M.E. muss man unterscheiden zwischen Dieselfahrzeugen die normal den Prüf Zyklus wie vom Gesetzgeber gefordert durchlaufen haben und solche welche die Normen nur mit einer betrügerischen Software geschafft haben. Letztere sind dann auf Kosten der Hersteller mit neuer Hardware also mit einem SCR Kat auszustatten. Man kann nicht ständig auf die Hersteller herum hacken, die lasche Vorschriften in der Gesetzgebung ausgenutzt haben. Es wäre die Sache der Politik gewesen hier vorzeitig mit neuen Vorschriften einzugreifen. Frau Merkel nutzt ihre alte Taktik : Probleme erst einmal aussitzen und schauen wie sich die Sache so entwickelt.


Erwin Tischler

11.04.2018 - 19:08 Uhr

Typisch Politiker und typisch deutsch: Kaum haben wir ein Problem, wird dieses so aufgebauscht, dass es schier unlösbar ist. Die meisten Menschen fallen darauf herein. In Wirklichkeit geht es doch gar nicht um a l l e Diesel, schon gar nicht um a l t e Diesel, s o n d e r n es geht einzig und allein um die "Schummel-Diesel" der Hersteller, die die gesetzlichen Grenzwerte und auch die von den Herstellern in Prospekten selbst angegebenen Grenzwerte für Stickstoffoxide um ein vielfaches überschreiten. Nur darum geht es. Und die müssen mit SCR-KAT und Add blue ( Harnstoffeinspritzung ) nachgerüstet werden. Es sei denn, der Kunde möchte lieber einen Zuschuss für einen Neukauf oder eine Entschädigung, falls er auf dem Lande wohnt, keine Umweltzonen befährt, und einen Ausgleich für den Wertverlust seines Fahrzeugs bevorzugt. Wieso klappt das eigentlich in den USA und nicht in Deutschland?


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