Verkehrsministerkonferenz: Breites Bündnis fordert Tempolimit 80 außerorts

23.03.2026 09:29 Uhr | Lesezeit: 2 min
Tempo 80 Verkehrsschild
Wird sich Tempolimit 80 außerorts durchsetzen?
© Foto: ÖAMTC

Ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) koordiniertes, breit aufgestelltes gesellschaftliches Bündnis appelliert an die am Donnerstag tagende Verkehrsministerkonferenz, sich für eine sofortige Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts von 100 auf 80 km/h einzusetzen.

Darüber hinaus brauche es die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen und mehr Tempo 30 innerorts. Die Maßnahmen sind nahezu kostenfrei, sofort umsetzbar und würden jährlich hunderte Verkehrstote und tausende Schwerstverletzte vermeiden. Dazu sparen sie jährlich bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2 ein und verringern die Abhängigkeit von Ölimporten. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Landesverkehrsministerinnen und -minister mit der Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Landstraßen. Berichte, die Tempo 80 als wirksame Maßnahme identifizieren, wurden von der Verkehrsministerkonferenz bislang nur "zur Kenntnis genommen". 

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Seit Jahren diskutiert die Verkehrsministerkonferenz über Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Sachverständige empfehlen die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts auf maximal 80 km/h - und trotzdem passiert nichts. Wir fordern die Landesverkehrsminister auf, sich endlich für ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen, 80 außerorts und 30 innerorts einzusetzen - um Menschenleben zu retten und die klaffende CO2-Lücke im Verkehrssektor zu schließen. Dass diese effektive und kostengünstige Maßnahme nicht längst umgesetzt ist, lässt uns fassungslos zurück. Bürgerinnen und Bürger laden wir ein, sich unserer Forderung nach einem Tempolimit anzuschließen und unsere Petition zu unterschreiben."

Landstraßen im Fokus: Forderungen nach Tempo 80 und stärkerer Fahrausbildung

Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei: "Der Unfallschwerpunkt Landstraße muss auch in der Fahrausbildung verpflichtender Bestandteil bleiben: Der durch den Bundesverkehrsminister eingebrachte Vorstoß zum Wegfall eines Großteils der Pflichtstunden in der praktischen Fahrausbildung sendet diesbezüglich ein völlig falsches Signal. Wir wissen durch die Unfallstatistik, dass auf Landstraßen die meisten tödlichen Unfälle passieren. Wir müssen uns den Landstraßen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer intensiv widmen und Geschwindigkeiten reduzieren."

Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland: "Fast 60 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle passieren auf Landstraßen, bei mehr als einem Drittel war zu schnelles Fahren die Hauptursache. Wie lange wollen wir noch den Tod so vieler Menschen im Straßenverkehr hinnehmen? Wir brauchen endlich wirksame Maßnahmen, um den Verkehr im Sinne der Vision Zero für alle sicherer zu machen. Maximal Tempo 80 außerorts gehört als wichtigste Maßnahme dazu."


Opel Astra (L) Facelift

Gelber Opel Astra fahrend vor Steinwand von vorn fotografiert Bildergalerie

Arno Wolter, Geschäftsführer der Initiative für sichere Straßen: "Erfahrungen und Studien aus dem Ausland zum Beispiel aus Frankreich belegen klar, dass eine Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h auf Landstraßen die Zahl der Unfälle und Personenschäden signifikant reduzieren kann. Solche Potentiale sollten konsequenter genutzt werden zur Erreichung der Vision Zero Ziele, denen sich auch die Bundesregierung in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm verpflichtet hat."

Wulf Hoffmann, Vorstandsmitglied der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland: "Für uns steht in Übereinstimmung mit der Deutschen Verkehrswacht und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat insbesondere die Vermeidung von getöteten oder schwerverletzen Verkehrsopfern im Vordergrund. Die Korrelation zwischen Geschwindigkeit und schweren Unfallfolgen ist mit diversen Studien belegt: Hier ist anzusetzen, um der Vision Zero näher zu kommen."

Roland Stimpel, Vorstand FUSS e.V.: "Auch Gehende brauchen dringend mehr Sicherheit auf Landstraßen. Im Jahr 2024 starben außerhalb von Ortschaften 89 Menschen zu Fuß, 1.627 wurden verletzt. Viele hatten am Rand von Straßen ohne Gehwege laufen müssen, was bei Tempo 100 noch viel gefährlicher ist als bei 80."


Kommentar: Praxis-Einschätzung

Bedeutung von GW-Garantien wird weiter zunehmen

Die Ergebnisse der Studie decken sich sehr klar mit unseren Erfahrungen aus der täglichen Zusammenarbeit mit Handelspartnern in ganz Deutschland. Wir beobachten seit einiger Zeit trotz bereits hohem Niveau eine weiter steigende Nachfrage nach Gebrauchtwagen-Garantien. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten gewinnt das Thema Absicherung beim Fahrzeugkauf weiter an Bedeutung. Dass 72 Prozent der Befragten von einer stark gestiegenen Nachfrage berichten, können wir aus der Praxis absolut bestätigen. Kunden achten immer stärker auf transparente und verlässliche Absicherungen, gerade auch, weil Reparaturkosten weiter deutlich steigen. Für viele Käufer ist die Garantie daher ein entscheidender Baustein, um sich gegen unerwartete Kosten abzusichern. Händler wiederum profitieren davon, weil sie ihren Kunden diese Sicherheit aktiv anbieten können. Besonders bemerkenswert ist auch, dass 87 Prozent der Händler davon überzeugt sind, dass eine Gebrauchtwagen-Garantie ihr Image stärkt und sie gegenüber den Kunden vertrauenswürdiger macht. Genau diesen Effekt erleben wir im Markt: Eine Garantie ist längst nicht mehr nur ein Zusatzprodukt, sondern ein wichtiges Vertriebs- und Vertrauenselement. Händler, die ihren Kunden eine Garantie anbieten, signalisieren Qualität, Verlässlichkeit und langfristige Kundenorientierung. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass die Bedeutung von Gebrauchtwagen-Garantien im Handel weiter zunehmen wird, sowohl als Instrument zur Kundenbindung als auch zur Differenzierung im Wettbewerb und als wichtiger Beitrag zu mehr Vertrauen und Ertragssicherung im Gebrauchtwagenmarkt.

Ihr Sascha Schüren, General Manager Deutschland, CarGarantie

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