AvD: "Speedweek 2026 legt Defizite auf Landstraßen offen"

27.04.2026 08:38 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Aus Sicht des AvD schafft die Speedweek "Aufmerksamkeit für eine der zentralen Ursachen schwerer Unfälle, nämlich die nicht angepasste Geschwindigkeit gerade auf Landstraßen".
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Die europaweite Speedweek mit ihrem Höhepunkt, dem Blitzermarathon am 15. April, hat nach Ansicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) "erneut verdeutlicht, wie verbreitet Geschwindigkeitsverstöße im Straßenverkehr sind".

Trotz umfangreicher Ankündigungen und hoher Kontrolldichte registrierte die Polizei beispielsweise in Baden-Württemberg 14.831 Tempoverstöße bei etwa 470.000 überprüften Fahrzeugen. In Hessen waren bei Messungen von 352.004 Fahrzeugen 10.248 zu schnell. Auffällig ist laut Automobilclub von Deutschland (AvD) dabei vor allem die Verteilung, "denn ein erheblicher Teil der Verstöße entfiel auf Landstraßen". Der Club mahnt bereits seit Längerem an, dass genau diese Strecken entschärft werden müssen.

Ein Blick auf bundesweite Daten unterstreiche diese Problematik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ereignen sich zwar weniger Unfälle mit Personenschaden auf Landstraßen als innerorts, die Folgen sind jedoch deutlich schwerwiegender. So entfallen rund 57 Prozent aller Verkehrstoten auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Auch die Bundesanstalt für Straßenwesen bestätigt, dass Landstraßen die höchste Unfallschwere aufweisen und insbesondere durch hohe Geschwindigkeiten und riskante Überholmanöver geprägt sind. Diese strukturellen Risiken machen deutlich, warum gerade dort festgestellte Tempoverstöße besonders kritisch zu bewerten sind.

Gezielte Tempolimits erhöhen Sicherheit

Vor diesem Hintergrund werde die Rolle der Speedweek, die vom internationalen Polizeinetzwerk ROADPOL organisiert wird, klar. Sie schaffe Aufmerksamkeit für eine der zentralen Ursachen schwerer Unfälle, nämlich die nicht angepasste Geschwindigkeit. Gerade auf Landstraßen, wo Schutzmechanismen wie bauliche Trennung oder dichte Verkehrsregelung oft fehlen, wirken sich Fahrfehler besonders gravierend aus.

Aus Sicht des AvD zeigt sich dabei ein differenziertes Bild. Pauschale Tempolimits sollten nicht im Fokus stehen, sondern gezielte und nachvollziehbare Geschwindigkeitsbeschränkungen an besonders sensiblen oder gefährlichen Abschnitten. Dazu zählen unübersichtliche Landstraßen, Baustellen, Schulwege oder Bereiche mit hohem Querungsverkehr. Hier haben Tempolimits eine klare und sachlich begründete Schutzfunktion und sollten entsprechend konsequent eingehalten werden.

Für Autofahrer bedeute das vor allem, Geschwindigkeit bewusst und situationsgerecht zu wählen. Wer Tempolimits nicht als Einschränkung, sondern als Orientierung für reale Gefahren verstehe, fahre nicht nur regelkonform, sondern auch sicherer. "Vorausschauendes Fahren, ausreichender Sicherheitsabstand und der Verzicht auf riskante Überholmanöver sind insbesondere auf Landstraßen entscheidend, um schwere Unfälle zu vermeiden."

Gegenseitige Rücksichtnahme

Ebenso wichtig bleibe ein respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Rücksicht gegenüber Radfahrern, Fußgängern und langsameren Fahrzeugen sowie eine defensive Fahrweise trügen wesentlich zur Sicherheit bei. "Fahrerassistenzsysteme können unterstützen, ersetzen jedoch nicht die Verantwortung des Menschen am Steuer."

Die Bilanz der Speedweek 2026 mit der hohen Zahl an Verstößen belege also eindeutig, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. "Gleichzeitig machen die Daten deutlich, dass gerade auf besonders gefährlichen Strecken verantwortungsbewusstes Verhalten und das Einhalten sinnvoll gesetzter Tempolimits der Schlüssel für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sind", so der AvD.

HASHTAG


#Automobilclub von Deutschland (AvD)

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