AvD-Forderung zur Führerscheinreform: "Kosten für Fahranfänger müssen runter"

06.04.2026 09:01 Uhr
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Die neue Führerscheinreform muss unbedingt eine Reduzierung der Kosten für Fahranfänger mit sich bringen, fordert der AvD. 
© Foto: Auto-Medienportal ampnet

Die geplante Führerscheinreform soll 2027 in Kraft treten. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern haben das auf ihrer am 26. März 2026 beendeten Konferenz in Lindau beschlossen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erwartet, die Neuregelung noch 2026 abschließen zu können. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) unterstützt die politischen Bemühungen, den Führerschein für junge Fahranfänger wieder bezahlbar zu machen.

Die aktuelle Entscheidung basiert auf einem im letzten Oktober vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Diskussionspapier, dass in einer Arbeitsgruppe mit den Fachleuten der Länder weiter ausgearbeitet wurde. Unter anderem sollen die vorgeschriebenen Sonderfahrten von derzeit 12 auf mindestens drei reduziert werden. Der Theorieunterricht kann künftig sowohl in Präsenz als auch rein digital stattfinden. Auch eine Einbeziehung von Eltern bei den Ausbildungsfahrten, außerhalb des begleiteten Fahrens, mit einer Experimentierklausel und paralleler Evaluation ist vorgesehen. Berücksichtigung sollen auch Erfahrungen finden, die einige Fahrschüler aus anderen Führerscheinen schon erworben haben. Fahrsimulatoren sollen künftig Teil der praktischen Ausbildung sein, ohne dass Fahrstunden ausschließlich virtuell absolviert werden dürfen.

Azubis können 4.000 Euro und mehr nicht leisten

können viele junge Menschen   Der AvD begrüßt die Reformbemühungen, wenn dadurch die individuelle Mobilität junger Menschen bezahlbar gehalten wird. Festzuhalten ist, dass die Kosten des Führerscheinerwerbs in den letzten Jahren enorm angestiegen sind. Preise von mehr als 4.000 Euro sind für viele junge Menschen, die sich noch in Schule und Ausbildung befinden, nicht zu bezahlen. Gleichzeitig ist aber der Alltag ohne Auto in etlichen Regionen in Deutschland kaum zu bewältigen. Besonders in ländlichen Regionen ohne regelmäßig nutzbare öffentliche Verkehrsmittel ist das Problem vorhanden.

Differenziertes Ausbildungsmodell als Chance

Der AvD sieht deshalb im ergänzenden Simulatoreinsatz und einem synchron angebotenen E-Learning gute Ansätze für eine Reduzierung des Gesamtaufwandes. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass weiter im realen Verkehr gelernt wird. Simulatoren können bei der Einübung von Grundfertigkeiten und einer Absenkung des Stresslevels helfen. Wie man sich als Fahrer im täglichen Straßenverkehr verhält, muss jedoch immer real vermittelt und erarbeitet werden.

Der AvD sieht in einer Straffung des vermittelten Lernstoffs und eine Verzahnung mit digitalen Szenarien aus den Fahrsimulatoren einen produktiven Ansatz, um effektives Lernen zu ermöglichen. Wissenserweiterung und Kompetenzerwerb ist durch Einsatz von solchen E-Learning-Modulen sicherzustellen. Der Umfang des theoretischen Lernstoffs, der allein für die Klasse B aktuell rund 1.200 Fragen beträgt, kann so reduziert und an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden. Die allgemeine Verkehrssicherheit wird so im Blick behalten.

"Auch über den Mobilitätszuschuss nachdenken"

AvD-Präsident Lutz Leif Linden: “Der Führerschein ist für junge Menschen ein wichtiger Schritt in die selbstbestimmte individuelle Mobilität. Der AvD unterstützt deshalb die Führerscheinreform, um die Kosten für Fahranfänger zu begrenzen. Der gemeldete Rückgang der Anmeldezahlen in den Fahrschulen bei Ankündigung der Reform belegt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Der Gesetzgeber ist aufzufordern, über Gesetzesänderungen hinaus über einen Mobilitätszuschuss für junge Menschen beim Erwerb des Führerscheins nachzudenken.”

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