Nach einer Karambolage begeht der Unfallverursacher Fahrerflucht und lässt den Besitzer des zweijährigen, hybriden Audi 6 Avant mit dem kapitalen Schaden an der Seitenwand allein. Glücklicherweise ist der Wagen kaskoversichert, der finanzielle Schaden ist also beschränkt, zwar nicht für den Versicherer, aber zumindest für den Besitzer. Dieser sammelt Kostenvoranschläge und informiert sich umfassend bei Werkstätten und im automobil-affinen Freundeskreis. Nach der klaren Aussage "Ein neues Seitenteil ist für den Wagen eine Katastrophe" nimmt der Wagenbesitzer auf Empfehlung des Betriebes Kontakt zum Wortmann Autoservice auf, wo man den Schaden genauestens begutachtet.
Dennis Wortmann, Kfz- sowie Karosserie- & Fahrzeugbau-Meister, hat den Betrieb im niedersächsischen Flecken Steyerberg 2019 von seinem Vater übernommen. Das 13-köpfige Team ist in der ländlichen Region zwischen Hannover und Bremen Ansprechpartner für alles rund ums Auto, von Mechanik, Elektronik bis zu Karosserie- und Lack: "Bereits 2008, noch vor meiner Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauermeister, hat mein alter Herr das Miracle-System von Carbon angeschafft. Das war damals ein riesiger Fortschritt und hat dazu geführt, dass wir bei jedem Schaden prüfen, ob eine handwerkliche Reparatur möglich ist.“
Sicheres Gespür fürs Machbare
Im Herbst 2025 hat Wortmann dann in einen CBR-Reparaturarbeitsplatz von Carbon investiert. Die Seitenwand des Audi A6, so Wortmann, wäre mit dem Miracle-System vermutlich nicht zu retten gewesen, mit dem neuen CBR jedoch sei er von Anfang an sehr zuversichtlich gewesen. Aber auch im Zweifel, erklärt Wortmann, lohne es sich, ein bis zwei Stunden in einen Reparaturversuch zu investieren. Das sei man dem Fahrzeug schuldig und auch nur so entwickelten die Mitarbeiter ein sicheres Gespür dafür, wo die Grenzen der Machbarkeit liegen.
Schlägt der Reparaturversuch fehl, könne das beschädigte Teil schließlich immer noch getauscht werden. Die vertane Zeit falle bei solch einem Schaden kaum ins Gewicht, denn für einen Austausch der A6-Seitenwand werden etwa über drei Arbeitstage zugrunde gelegt, zuzüglich der Kosten für die Blechteile. Fakt sei, so Wortmann, dass in der Praxis selbst diese Zeiten kaum eingehalten werden können. Speziell bei modernen Hybrid-Fahrzeugen treiben verbaute Akkus, Elektronik, Einbauten und Sensoren den tatsächlichen Demontage- und Montageaufwand immer weiter nach oben.
Wortmann: "Egal, wie gut und sauber die Werkstatt arbeitet, jeder Techniker weiß, dass der Tausch einer Seitenwand einen massiven Eingriff in die originale Fahrzeugstruktur bedeutet. Zum hohen Wertverlust gesellen sich häufig Probleme mit Spaltmaßen, Klapper- und Windgeräusche sowie mögliche Korrosion. Deshalb ist die Instandsetzung, wenn machbar, immer die bessere Lösung."
Die Technik und damit die Möglichkeiten hätten sich nämlich mit dem CBR-System massiv weiterentwickelt. Speziell bei den heutigen dünnen Blechen sei die Programm-Automatik des CBR C1-Schweißinverters optimal. Sie sorge dafür, dass die speziellen Strong-Bits ohne Durchbrand sehr gut am Blech haften, ohne die Zinkschicht oder den Korrosionsschutz auf der Blechrückseite zu beschädigen.
Die automatische Schweißung sorge für ein effizientes Arbeiten mit dem CBR EasyTool und den Handzuggeräten, welche für die Feinarbeit in der Fläche eingesetzt werden. Bevor es an die Feinarbeit gehe, erklärt Dennis Wortmann, stehe jedoch der Einsatz der CBR-Klebetechnik sowie des Push-Pull-Pressensystems beim Vorrichten des Schadens. Mit gezieltem Zug an den aufgeklebten Spezial-Klebepads mit den CBR Carbon-Zugkomponenten wird der Großteil der Deformation in den Ursprungszustand zurückversetzt.
Leichte Werkzeuge entlasten
Erst danach wird der Schadensbereich vom Lack befreit und mit der Feinarbeit am Blech begonnen. Das Arbeiten mit den sehr leichten Werkzeugen, die aus Carbon und kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen gefertigt sind, gehe spielend von der Hand. Die Zugkomponenten aus Carbon seien über die Hälfte leichter als die aus Aluminium gefertigten Werkzeuge des Miracle-Systems oder anderer Reparatursysteme. Die Leichtigkeit der Werkzeuge reduziere nicht nur die körperliche Belastung, sondern erhöhe auch das Feingefühl für das Blech und das Material.
Schulung und technischer Support
Für die Reparatur einer derart beschädigten Seitenwand sei sicherlich ein gerütteltes Maß an Schulung und Know-how nötig, aber die Lernkurve des Systems sei sehr steil. Selbst unerfahrene Azubis und Mitarbeiter könnten schnell Fortschritte erzielen, wenn sie offen für Neues und bereit sind, sich auf die CBR-Technologie einzulassen.
Sehr positiv sieht Wortmann auch die technische Unterstützung durch den Anbieter des CBR-Systems, die Carbon GmbH aus Eigeltingen. "Der Support funktioniert super. Wenn wir ein Problem haben, können wir jederzeit dort anrufen und bekommen anhand von Bildmaterial schnelle Hilfe. Zwischen Eigeltingen und Steyerberg liegen knapp 700 Kilometer, aber die Techniker sind bundesweit unterwegs, die Reaktionszeit bei schwierigen Fällen ist wirklich sehr kurz.“
Betriebswirtschaftlich lohne sich die Investition in das CBR allemal. Wortmann: "Wir sind Gesellschafter bei Motoo, haben viele Privatkunden und arbeiten eng mit einigen Schadensteuerern zusammen. Ein professionelles Arbeiten ohne das CBR-System ist für mich deshalb heute nicht mehr vorstellbar."