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Flut­ka­ta­stro­phe: Ver­si­che­rer zahlen 700 Mil­lio­nen Euro an Vorschüssen

Tiefdruckgebiet "Bernd" hat nach aktuellem Stand rund 190.000 Schäden an Hausrat, Häusern und Gewerbebetrieben verursacht.
© Foto: GDV

Seit Wochen arbeiten die Versicherer auf Hochtouren, um den Opfern der Hochwasser-Fluten von Mitte Juli schnelle Hilfe zukommen zu lassen. Inzwischen haben die Gesellschaften laut GDV Vorschüsse in Millionenhöhe überwiesen. Die Zahl der Schäden wird mittlerweile auf rund 190.000 geschätzt.


Datum:
23.08.2021
Lesezeit: 
4 min
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Gut einen Monat nach der Flutkatastrophe in Deutschland haben die Assekuranzen nach Aussage des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (GDV) Vorschüsse in Höhe von rund 700 Millionen Euro an ihre Kunden ausgezahlt. "Davon entfallen gut 500 Millionen Euro auf Schäden im privaten Bereich wie Wohngebäude, Hausrat und Kraftfahrzeuge sowie knapp 200 Millionen Euro auf gewerbliche Risiken", präzisierte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen am vergangenen Mittwoch in Berlin.

Die Zahlen stammen aus der aktualisierten Schadenschätzung zum Tiefdruckgebiet "Bernd", das vom 13. bis 18. Juli über weite Teile Deutschlands hinweggezogen war. Durch Starkregen und Hochwasser hatte die Unwetterfront vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und Sachsen schwere Schäden angerichtet.

5,5 Mrd. Euro versicherter Schaden

Die deutsche Versicherungswirtschaft geht nach bisheriger Schätzung von einem versicherten Gesamtschaden "von 4,5 Milliarden bis 5,5 Milliarden Euro" aus. Asmussen rechnet inzwischen aber damit, dass sich die Schadensumme "wohl eher um den oberen Rand unserer Schätzung bewegen" wird.

Zur Praxis der Schadenregulierung in den Flutgebieten sagte er: "Es bleibt weiterhin wichtig, dass den Menschen in den betroffenen Gebieten schnell geholfen wird. Deshalb haben die Schadenaufnahme und schnelle Erstzahlungen im Moment Vorrang. Es wird nicht lange nach Rechnungen und Belegen gesucht, stattdessen gibt es pauschale Vorauszahlungen der Versicherer." Die Höhe des Vorschusses richte sich dabei nach dem Bedarf der Betroffenen und werde aufgrund des Schadenbilds oder der Schadenschilderung ermittelt.

Geschätzt werden beispielsweise Kosten für Erstmaßnahmen oder sonstige Kosten, wie zum Beispiel eine Hotelunterbringung. "Die Vorschüsse sind bei größeren Schäden daher in der Regel deutlich fünfstellig", sagte Asmussen. Darüber hinaus hätten zahlreiche Versicherer Hilfsfonds für die Betroffenen eingerichtet und böten neben der materiellen oft auch psychologische Hilfe an.

190.000 Einzelschäden

"Insgesamt rechnen wir für den privaten und gewerblichen Bereich mit etwa 190.000 Schadenfällen", sagte Asmussen. Davon entfielen 160.000 auf den privaten und 30.000 auf den gewerblichen Bereich.

Nordrhein-Westfalen war demnach mit rund 135.000 Schadenfällen betroffen, davon 21.000 gewerbliche Risiken. Dort wurden Vorschüsse in Höhe von knapp 400 Millionen Euro geleistet, davon gut 100 Millionen Euro für gewerbliche Risiken.

In Rheinland-Pfalz wurden rund 33.000 Schäden gezählt, davon 4.000 gewerbliche Risiken. Hier wurden Vorschüsse in Höhe von 275 Millionen Euro geleistet, davon knapp 70 Millionen Euro für gewerbliche Risiken. Diese Zahlen seien "ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Mehrzahl der schweren Schadenereignisse in Rheinland-Pfalz ereignet haben dürfte". Die übrigen rund 20.000 Schadenfälle entfielen auf das weitere Bundesgebiet, vor allem auf die Länder Bayern und Sachsen.

Leistungsfähigkeit auch bei Katastrophen

"Die zeitnah geleistete hohe Summe an Vorschusszahlungen bei dieser großen Zahl an Fällen zeigt die Leistungsfähigkeit privater Versicherungen bei solchen Katastrophen", so Asmussen. Grundsätzlich habe die Flut erneut verdeutlicht, wie wichtig eine Absicherung gegen Naturgefahren wie Starkregen und Überschwemmung ist.

Den Versicherungsunternehmen bleibe es vor diesem Hintergrund ein wichtiges Anliegen, die Verbreitung der Naturgefahrenversicherung von bundesweit bislang weniger als 50 Prozent deutlich zu erhöhen. Es gelte, auch jene zu erreichen, "die trotz der jüngsten Flutkatastrophe nicht glauben wollen, dass auch sie von Naturgefahren betroffen sein können", sagte Asmussen abschließend. (fi)

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