Junge Autofahrer: ADAC fordert Verbesserungen bei der Führerscheinausbildung

17.06.2011 12:26 Uhr
ADAC e.V.
Fast 600 im Pkw getötete junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren pro Jahr sind ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker eindeutig zu viel.
© Foto: ADAC e.V.

Mehr als jeder vierte in einem Pkw ums Leben gekommene Insasse aus den Reihen der "Hochrisikoklientel" der Fahranfänger zwischen 18 und 25 Jahren ist auch dem ADAC deutlich zu viel. Der Club lobt das Programm "BF 17", fordert aber eine deutlich verbesserte Fahrschulausbildung und Konzepte für die Zeit nach dem Erwerb des Führerscheins.

"Eine bessere Führerscheinausbildung rettet Leben", betitelte der ADAC eine offizielle Pressmeldung, die er am Mittwoch veröffentlichte. "Angesichts der dramatischen Unfallbilanz von jungen Fahranfängern muss die Fahrausbildung weiter verbessert werden", lautet seine unmissverständliche Forderung. Deshalb unterstützt der Automobilclub auch die Initiative aus dem Verkehrsausschuss des Bundestages, weitere Maßnahmen zur Verringerung der hohen Unfallzahlen einzuführen. "Die Diskussion ist angestoßen. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, schnellstmöglich eine entsprechende Initiative zu starten, um die hohe Zahl der Unfallopfer in dieser Altersgruppe herunter zu schrauben", so Ulrich Klaus Becker, ADAC Vizepräsident für Verkehr, dem gerade die Fahranfänger besonders am Herzen liegen. 28 aller Verkehrstoten in Pkw's sind zwischen 18 und 25 Jahre alt Junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren stellen nach den Worten Beckers unverändert die Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr dar. Allein im Jahr 2009 kamen in dieser Altersgruppe 584 Fahrer und Insassen von Pkw im Straßenverkehr ums Leben. Das sind nach ADAC-Berechnungen 28 Prozent der insgesamt im Pkw getöteten Personen. "Auch wenn mit dem Begleiteten Fahren ab 17 (BF 17) eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Fahrausbildung gesetzlich verankert wurde, zeigt ein Blick ins Ausland, dass weitere Maßnahmen sinnvoll sind", erläutert Becker. So konnte in Österreich die Zahl der Getöteten in der Risikogruppe durch die Mehrphasenausbildung, bei der Fahranfänger nach dem Führerscheinerwerb noch verschiedene weitere Ausbildungsmodule durchlaufen, deutlich gesenkt werden. Allein die Zahl der sogenannten Alleinunfälle ohne Beteiligung anderer Fahrzeuge sank in dieser Altersgruppe dadurch um elf Prozent. "Regierung muss handeln!" Laut ADAC haben die Regierungsfraktionen bereits im April die Bundesregierung dazu aufgefordert, Verbesserungsmöglichkeiten bei der Fahrausbildung zu prüfen. Dabei sollen die positiven Erfahrungen in anderen europäischen Ländern mit einer Begleitphase nach der Ausbildung und Prüfung berücksichtigt werden. "Jetzt wird es Zeit, dass den Ankündigungen auch Taten folgen und sinnvolle Konzepte auf den Weg gebracht werden", so ADAC Vizepräsident Becker abschließend. (wkp)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.