Mit dem Start der neuen E-Auto-Kaufprämie für Privatkunden setzt die Politik einen Impuls für die Elektromobilität. Im Autohandel wird die Förderung grundsätzlich positiv bewertet, wie aus einer Mitgliederinfo des Verbands der Automobilhändler (VAD) hervorgeht.
Der Autohandel wird Konsumenten aktiv bei der Beantragung des E-Auto-Bonus unterstützen, gleichzeitig werden seitens VAD aber zentrale Nachbesserungen gefordert, insbesondere bei der praktischen Umsetzung und beim Förderumfang. Das Schreiben liegt der Redaktion vor.
"Wir begrüßen es, dass die Prämie nun endlich startet. Wir werden Kaufinteressenten dabei gern helfen und den Antrag auf Wunsch für sie ausfüllen“, sagt Burkhard Weller, Präsident des VAD, und ergänzt: "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass es die Prämie nicht gebraucht hätte, um der Elektromobilität zum Erfolg zu verhelfen. Aber wo sie nun einmal da ist, sollen Privatkäufer auch davon profitieren."
Nach Einschätzung aus dem Handel hat die jüngste Entwicklung der Kraftstoffpreise bereits zu einer stärkeren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen geführt. Die nun gestartete Förderung dürfte diesen Trend weiter stützen, insbesondere im Neuwagensegment.
Zusätzliche Anforderungen für Betriebe
Mit dem Förderstart entstehen für Autohäuser neue Aufgaben in Beratung und Abwicklung. Händler können Anträge für Kunden übernehmen, wenn eine Vollmacht vorliegt. Gleichzeitig steigt der Aufwand für Prüfung und Dokumentation, was klare Prozesse und einfache digitale Abläufe erforderlich macht.
Entscheidend für den Erfolg der Förderung ist die Alltagstauglichkeit der Verfahren. Offene Fragen bei Nachweisen, Antragstellung und Systemzugängen müssen zeitnah geklärt werden, um eine reibungslose Kundenberatung zu ermöglichen. Der VAD will sich deshalb für entsprechende Schulungen einsetzen: "Wir haben das BAFA gebeten, zeitnah ein Webinar durchzuführen, um den Autohandel über die für den Handel besonders relevanten Aspekte zu informieren", heißt es in der Info an die Verbandsmitglieder.
Kritik: Gebrauchtwagen außen vor
Kritisch bewertet der VAD nach wie vor den Umstand, dass gebrauchte Elektrofahrzeuge nicht Bestandteil des Programms sind. "Leider kaufen Privatpersonen mit kleinen und mittleren Einkommen ganz überwiegend Gebrauchtwagen. Deshalb fordern wir, dass auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge in die Förderung aufgenommen werden", erklärt Weller. Der Handel sieht darin eine verpasste Chance, zusätzliche Käufergruppen zu erreichen. Gerade im wachsenden Gebrauchtwagensegment könnte eine Förderung den Markthochlauf weiter beschleunigen.
Zwei von drei Neuwagen werden an Unternehmen und Selbstständige verkauft. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) schließt sich daher der Forderung des VAD an. Burkhard Weller: "Dies ist ein entscheidender Webfehler der Elektroauto-Prämie: Werden junge Gebrauchtwagen nicht in die Förderung aufgenommen – wie bei der Umweltprämie 2009 – geht die Förderung an einem Großteil der privaten Kunden vorbei."