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Studie: Ein Drittel weniger Unfälle durch selbstfahrende Autos

Dieser Cartoon bringt die Hauptproblematik der IIHS-Studie prägnant auf den Punkt.
© Foto: Goslar-Institut

Wenn autonome Autos zu sehr wie Menschen fahren, nimmt die Fehler- und damit die Unfallhäufigkeit zu. So lässt sich eine Studie des unabhängigen US-amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) zum Thema selbstfahrende Fahrzeuge und Verkehrssicherheit zusammenfassen.


Datum:
12.08.2020
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Dabei sollen autonome Autos den Straßenverkehr doch eigentlich sicherer machen – so zumindest die Argumentation ihrer Befürworter. Laut der Untersuchung der von den US-Autoversicherern getragenen Verkehrssicherheitsorganisation IIHS sollen selbstfahrende Autos ein Drittel der Verkehrsunfälle verhindern können, die menschlichem Versagen geschuldet sind. Und das trifft Statistiken zufolge auf die überwiegende Mehrheit aller Unfälle im Straßenverkehr zu. Fehler des Fahrers spielen nämlich eine erhebliche Rolle bei Auto-Crashs.

"Menschlich denken schadet mehr als es nützt"

In dem Zusammenhang machen die Forscher allerdings eine wichtige Einschränkung: Die autonomen Fahrzeuge beugen nur einem Drittel dieser Verkehrsunfälle vor, wenn sie wie Menschen fahren. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die fahrerlosen Autos besser fahren müssten als menschliche Fahrzeuglenker, damit die von den Unterstützern der autonomen Fahrzeuge propagierten Zusagen, die Sicherheit im Straßenverkehr mit ihren selbstfahrenden Autos deutlich zu erhöhen, Realität werden können. Zum Beleg verweist die IIHS-Forscherin und Erstautorin der Studie, Alexandra Mueller, an der Stelle darauf, dass in den USA in neun von zehn Fällen letztlich Fahrfehler Unfälle verursachen.

Aus Sicht der US-Sicherheitsforscher gehören zu den Defiziten am Steuer bzw. Unfallursachen, die dem Menschen zuzuschreiben sind, insbesondere:
• Wahrnehmungseinschränkungen infolge von Ablenkung, Sichtbehinderungen und dem simplen Nichterkennen von Gefahren,
• die falsche Einschätzung etwa der Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer sowie generell deren Verhalten,
• eigenes Fehlverhalten, etwa indem man für die gegebenen Straßenverhältnisse zu schnell oder zu langsam unterwegs ist, zu wenig Abstand zum Vordermann hält oder zu aggressiv fährt,
• Defizite bei der Fahrzeugkontrolle einschließlich unangebrachter Fahrmanöver und Überkompensation sowie eingeschränkte Fahrtüchtigkeit wegen Alkohol, Medikamenten, gesundheitlichen Problemen oder Übermüdung.

Kompromisse eher schwierig

Von diesen Fehlern kann von autonomen Fahrzeugen rund ein Drittel kompensiert werden, betonen die Wissenschaftler. Die übrigen zwei Drittel der Unfälle würden demnach dennoch geschehen. Es sei denn, den selbstfahrenden Autos würde als oberste Priorität Sicherheit mit auf den Weg gegeben, also einprogrammiert. Dies hätte jedoch beispielsweise zur Folge, dass die Fahrzeuge langsamer unterwegs wären, was vielen Autofahrern nicht gefallen dürfte, mutmaßen nicht nur die US-Forscher. Um mehr Unfälle zu verhüten, müssten Sicherheitsaspekte somit über die Wünsche der Fahrer – nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch Komfort betreffend – gestellt werden, stellen die IIHS-Experten fest. Und diese Einschränkungen könnten der ohnehin meist noch geringen Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen noch weiter schaden, befürchten die Wissenschaftler.

Autonome Autos zu bauen, die so gut fahren wie Menschen, sei an sich schon eine große Herausforderung, erklärt IIHS-Forscherin Mueller. Doch das würde nicht ausreichen, um das versprochene Plus an Sicherheit auf die Straßen zu bringen, hebt sie hervor. Dieses Ziel lässt sich nach ihrer Ansicht nur dann erreichen, wenn die selbstfahrenden Autos den menschlichen Fahrzeuglenkern überlegen sind. Und eben dies würde demnach mit Einbußen an Geschwindigkeit und Bequemlichkeit einhergehen. Allerdings merken Beobachter ebenso an, dass ein Drittel weniger Verkehrsunfälle nicht unterschätzt werden sollte.   (bs)

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