Technologie & Transformation: Automatisierung von Schäden heute und in der Zukunft

04.05.2026 09:09 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Automatisierung im Schaden weiter vorantreiben: Christoph M. Kemmner (HDI) und Sebastian Lins (solvd) zeigten am eigenen Beispiel, wie das funktionieren kann.
© Foto: Versicherungsforen Leipzig

Wie mit neuen Technologien und Künstlicher Intelligenz die Schadenabwicklung der Zukunft aussehen wird, das erfuhren die Teilnehmer des diesjährigen Leipziger Messekongresses im Themenraum "Technology & Transformation". Zur Sprache kamen neben Kfz- auch Gebäude- und Personenschäden.

Im Themenraum Technology & Transformation stellten Önder Aslan, Geschäftsführer Fiasco GmbH, und Friedrich von Wrede Geschäftsführer VHV Solutions GmbH vor, wie die Lösungen von Fiasco bei der VHV im Kfz-Bereich im Einsatz sind.

"Echter Change-Prozess"

KI-gestützt wird direkt bei der Schadenmeldung die Schadenhöhe ermittelt und kann gezielt gesteuert werden. Das bedeutet bei der VHV auch neue Prozesse mit neuen Rollen. "Das ist ein Change-Prozess, bei dem wir alle Mitarbeiter mitnehmen müssen“, sagte Friedrich von Wrede. Das Feedback von Mitarbeitenden und Kunden sei direkt sehr positiv gewesen. Zum Schluss stellte Önder Aslan eine Innovation vor: "Fiona", ein Sprachbot zur telefonischen Aufnahme und Berechnung von Schäden, der bereits im produktiven Einsatz ist.

Vollständiges Ökosystem für Kfz-Schäden

Wie die Automatisierung im Schaden weiter vorangetrieben werden kann, illustrierten Christoph M. Kemmner, Head of Claims der HDI Versichung AG und Sebastian Lins, Geschäftsführer ControlExpert und Chief Markets Officer Solvd-Group, am eigenen Beispiel. HDI hatte 2024 eine anspruchsvolle Ausgangssituation voller Komplexität und Bearbeitungslast. Gemeinsam mit solvd setzte der Versicherer auf einfachere Prozesse, Partnerschaft im Werkstattnetz und eine modernisierte Schadenanwendungslandschaft. Inzwischen ist der Unterschied spürbar: durch sinkende Reparaturaufwände, digitale und vernetzte Werkstattkommunikation und KI-gestützte Prozesse. Solvd versteht sich dabei als vollständiges Ökosystem für Kfz-Schäden, in dem auch verschiedene KI-Agenten zum Einsatz kommen.

Ab 2030: Objekt meldet Schaden selbst, KI wickelt komplett ab

Wie sieht Schadenabwicklung im Jahr 2030 aus? Einen Blick in die Zukunft gaben Nicolas Witte (PropertyExpert) und Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky (2b AHEAD). Technologien, die es heute schon gibt, werden die Welt verändern. So gab Sven Gábor Jánszky Einblicke in Genetik, Ernährung und Roboter von morgen. Schäden an Gebäuden wird es in Zukunft trotzdem geben, aber sie werden End-to-End automatisiert gesteuert ablaufen: Das Haus bemerkt den Schaden selbst und meldet ihn. KI analysiert sofort auf Regress und Betrug, beauftragt Handwerker und löst die Zahlung aus. Im Anschluss können Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Die Lösungen von Property Expert haben bereits verschiedene Bots im Einsatz, um beispielsweise schriftliche Meldungen direkt in die Onlinestrecke zu integrieren.

Bei VYDA bleibt Letztentscheidung bei Fachleuten

"Automatisiert, wo möglich – menschlich, wo nötig" lautete das Motto des Vortrags von Lorenzo Attardo (BarmeniaGothaer) und Jörg Halm (Eucon, jetzt umfirmiert als VYDA). KI kann in einem beschleunigten Markt unterstützen – auch im Bereich Personenschaden. Use Cases können sein: leichte Invaliditäts- und Bagatellverletzungen, Unfallkrankenhaustage- und Genesungsgeldansprüche, Zusammenfassung von Schadenakten, versicherte Budgetleistungen oder schnellere Einarbeitung mit KI-Unterstützung. In den Lösungen von VYDA ist klar definiert, was KI darf und was nicht, wobei neben rechtlichen auch ethische Grundsätze gelten. Die Maßgabe lautet: KI unterstützt, fasst zusammen, macht Vorschläge – die Entscheidung liegt bei den Fachleuten.

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Önder Aslan (Fiasco GmbH) und Friedrich von Wrede (VHV Solutions GmbH) befassten sich mit taggleicher Regulierung als neuem Standard.
© Foto: Versicherungsforen Leipzig

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