In einer Welt, die von der Versicherungswirtschaft eine resilientere und unabhängigere Aufstellung fordert, bot der Kongress Raum für Austausch und Networking. 80 Referenten und 99 Aussteller gestalteten den Rahmen für die Diskussionen über die Zukunft des Schadenmanagements.
Status Quo: Erwartungen im Check
Franz Gündel präsentierte spannende Einblicke aus einer aktuellen Branchenerhebung. Hierbei wurden die Perspektiven von 108 Versicherern den Erwartungen von 514 Endkunden gegenübergestellt. Beide Erhebungen sind ab sofort auf der Studienseite der Versicherungsforen Leipzig erhältlich.
Keynote: Wer orchestriert, wer reguliert, wer diktiert?
Den Blick in die Zukunft wagte zum Veranstaltungsauftakt Keynote-Speaker Thomas Jacobi (Bereichsleiter Schaden Komposit der SIGNAL IDUNA Gruppe und Vorstandsmitglied der ADLER Versicherung AG & PVAG Polizeiversicherungs-AG). Er skizzierte einen Markt, in dem "der Kunde diktiert, die KI reguliert und die Versicherung orchestriert".
Seine Thesen zur künftigen Rollenverteilung im Ökosystem Schaden lauteten:
- Versicherer als Orchestratoren: Sie bleiben die zentrale Schnittstelle zum Kunden, geben jedoch immer mehr operative Aufgaben ab.
- IT-Unternehmen als Architekten: Sie kontrollieren die digitalen Ökosysteme, Lösungen und Datenströme.
- Dienstleister als operative Experten: Sie behalten das „Tun“ vor Ort und den direkten Kundenkontakt.
Divergente Zukunfts-Prognose
Jacobi prognostizierte jedoch einen Wandel: Dienstleister müssen künftig transparenter arbeiten, deutlich mehr Daten teilen und werden die Belegprüfung vollständig verlieren. Die Differenzierung erfolgt in Zukunft rein über den Service. Trotz aller KI-Fortschritte bleibt Jacobi überzeugt: "Der Kontakt Mensch zu Mensch wird immer bleiben – aber eben verkürzt im Vergleich zu heute."