Schadenmanagement 2026: Zwischen technologischer Skalierung und wirtschaftlichem Kostendruck

01.06.2026 08:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Wie gehts weiter mit dem Schadenmanagement? Dazu diskutierten in Leipzig (v.l.): VfL-Geschäftsführer Jens Ringel, VHV-Solutions-GF Friedrich von Wrede, Stephanie van den Bergh (Fachbereichsleiterin Zentrale Funktionen Schaden, Allianz) und Thomas Jacobi (Signal Iduna Gruppe sowie Adler Versicherung AG & PVAG Polizeiversicherungs-AG).
© Foto: Versicherungsforen Leipzig

Auf dem diesjährigen Messekongress Schadenmanagement & Assistance in Leipzig befassten sich Teilnehmer und Referenten zentral mit der Frage, welche Herausforderungen aktuell und künftig das Schadenregulierungsgeschäft beeinträchtigen werden.

Schadenmanagement zwischen technologischer Skalierung und wirtschaftlichem Kostendruck, könnte man als Arbeitstitel voranstellen, um zusammenzufassen, wie komplex Anforderungen, Zielvorgaben und Lösungswege inzwischen geworden sind. Der Leipziger Messekongress hat es versucht, auf das Schadenjahr 2026 einen fachlichen Ausblick zu geben. In einer hochkarätig besetzten Diskussion erörterten Expertinnen und Experten der Branche, wie künstliche Intelligenz (KI), geopolitische Risiken und veränderte Kundenbedürfnisse das Schadenmanagement transformieren.

KI und GenAI – Technologische Dynamik als Herausforderung

Ein zentrales Thema der Runde war der Einsatz von GenAI. Stefanie van den Bergh (Allianz Versicherung AG) betonte, dass bei aller technologischen Entwicklung der Kunde sowie der Sales-Bereich im Fokus bleiben müssten. Jens Ringel (GF Versicherungsforen Leipzig GmbH) ergänzte dies um den Trend automatisierter Agenten-Lösungen im Vertrieb und Service.

Thomas Jacobi (Signal-Iduna Gruppe) berichtete, dass die Nutzung von KI auf Kundenseite bereits Realität sei – etwa bei der Erstellung von Beschwerdebriefen oder leider auch bei Betrugsversuchen. Friedrich vonm Wrede (GF VHV solutions GmbH) wies auf die aus seiner Sicht "enorme Geschwindigkeit der Entwicklung" hin: "Ich habe die Lösung schon halb ausgeliefert und gleichzeitig gibt es schon wieder etwas Neues, Besseres am Markt."

Prozesse als neues Differenzierungsmerkmal

In der strategischen Ausrichtung zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab. Während früher die reine Fachlichkeit dominierte, rücken nun immer mehr Effizienz und Schnelligkeit in den Vordergrund: "Ich sehe einen Schwenk von Fachlichkeit hin zur prozessgetriebenen Sicht. Qualität ist kein Differenzierungsmerkmal mehr, es sind die Prozesse", so Friedrich von Wrede.

Dr. Stefanie van den Bergh zog hierzu einen Vergleich aus Sicht der Allianz: "Einfache, schnelle und transparente Prozesse waren vor drei Jahren im Zentrum der Kundenbegeisterung. Wenn wir heute mit vor drei Jahren vergleichen, dann stehen wir heute an einem ganz anderen Ausgangspunkt. Die Voice of Customer konnten wir optimieren und die Ergebnisse der Arbeit sind zu sehen."

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeit

Die Diskussion machte deutlich, dass die Schadeninflation ein dauerhaftes Thema bleiben wird. Thomas Jacobi sieht hierin eine der größten künftigen Herausforderungen, verstärkt durch instabile Lieferketten und Preissteigerungen im Dienstleistungssektor: "Auch Lieferketten treiben Preise. Das Risiko von permanenten Preissteigerungen selbst im Dienstleistungssektor ist da. Hier müssen wir uns genau ansehen, mit wem wir zusammenarbeiten."

Ausblick auf 2026

Die Erwartungen an das Jahr 2026 sind hoch. Während Friedrich von Wrede für den Mut plädierte, neue Ansätze gemeinsam mit Partnern zu erproben, bezeichnete Stefanie van den Bergh 2026 als das "Jahr der AI". Thomas Jacobi wünscht sich für die kommenden zwölf Monate einen neuen Reifegrad, über den man in einem Jahr wieder diskutieren kann. 

HASHTAG


#Schadenmanagement & Assistance 2026

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