Verkehrsunfall-Jahresbilanz 2025: Täglich 8 Tote und mehr als 1.000 Verletzte

13.07.2026 05:30 Uhr | Lesezeit: 7 min
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2025 gab es auf deutschen Straßen wieder mehr statt weniger Verkehrstote. Die "Vision Zero" – internationale Vision für den Straßenverkehr mit dem ultimativen Ziel, keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr zuzulassen – entrückt damit, anstatt näher zu kommen. 
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Die vom Statistischen Bundesamt gerade veröffentlichten Unfallzahlen für das Jahr 2025 lesen sich nicht so, wie es sich Unfallforscher mit Blick auf "Vision Zero" einmal vorgestellt hatten: 2.832 Getötete bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen sind sogar 62 mehr als im Jahr davor – und damit keineswegs ein Hoffnungsschimmer auf dem Weg zu Null Verkehrstoten. Auch die Zahl der Verletzten ist 2025 neuerlich angestiegen.

Im Jahr 2025 sind in Deutschland insgesamt 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen gestorben. Das waren 62 Getötete mehr als im Jahr 2024 (2.770) und in etwa so viele wie im Jahr 2023 (2.839). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen mitteilt, lag die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr mit rund 371.000 ebenfalls über dem Vorjahresniveau (+1,7 Prozent). Rund 322.000 Menschen wurden leicht verletzt (+2,4 Prozent), rund 49.200 Menschen schwer (-2,9 Prozent). Immerhin sank die Zahl der Schwerverletzten damit im Jahr 2025 auf den niedrigsten Wert seit Beginn der getrennten Erfassung von Schwer- und Leichtverletzten im Jahr 1991. Durchschnittlich starben im Jahr 2025 jeden Tag 8 Menschen infolge eines Unfalls im Straßenverkehr, 135 trugen schwere und 882 Menschen leichte Verletzungen davon.

Merkliche Rückgänge eher in Dekaden erkennbar

Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle in Deutschland lag 2025 mit rund 2,52 Millionen knapp über dem Niveau von 2024 mit 2,51 Millionen (+0,4 Prozent). Bei 2,22 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+0,1 Prozent), bei 297.000 Verkehrsunfällen wurden Menschen verletzt oder getötet (+2,3 Prozent).

Langfristig betrachtet geht die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr stark zurück. So wurden beispielsweise 1995 noch rund 9.500 Menschen bei einem Unfall getötet und über 500.000 verletzt.

Alkoholunfälle leicht unter Vorjahresniveau

Die Zahl der Unfälle, bei denen mindestens eine unfallbeteiligte Person alkoholisiert war, lag im Jahr 2025 mit 34.800 leicht unter dem Vorjahreswert (-1,0 Prozent). Durchschnittlich kam es auf Deutschlands Straßen im Jahr 2025 alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall. Insgesamt starben 2025 bei Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit Alkohol 170 Menschen und 17.900 Menschen wurden verletzt.

Da Unfälle nicht immer auf nur einen einzigen Grund zurückgeführt werden können, werden häufig mehrere Unfallursachen angegeben. So gehen Alkoholunfälle laut Destatis häufig auch mit anderem Fehlverhalten einher, etwa mit zu schnellem Fahren oder dem Missachten der Vorfahrt.

66 Prozent aller Verletzten innerorts

Wie in den Vorjahren ereigneten sich die meisten polizeilich registrierten Unfälle innerorts. 2025 waren es rund drei Viertel (74 Prozent). Hier war auch die Zahl der Verletzten besonders hoch: Rund zwei Drittel aller Verletzten (66 Prozent) wurden im Jahr 2025 bei Unfällen innerhalb von Städten und Dörfern verletzt, rund ein Viertel (26 Prozent) auf Landstraßen und knapp ein Zehntel (8 Prozent) auf Autobahnen.

Mehr als jeder zweite Tote auf Landstraßen

Die meisten Verkehrstoten waren auch im Jahr 2025 außerorts zu beklagen. Grund sind unter anderem die höheren Fahrgeschwindigkeiten außerhalb von Ortschaften. Auf Landstraßen kommen weitere Risikofaktoren wie die fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu. 56 Prozent der bei Unfällen im Straßenverkehr Getöteten kamen auf Landstraßen ums Leben, innerorts waren es 34 Prozent und auf Autobahnen 10 Prozent.

In absoluten Zahlen starben bei Unfällen auf Landstraßen im Jahr 2025 insgesamt 1.580 Personen, rund 96.500 Menschen trugen Verletzungen davon. Die meisten von ihnen waren mit dem Pkw unterwegs (54 Prozent aller Getöteten und 67 Prozent aller Verletzten auf Landstraßen). Auf Autobahnen verloren 292 Menschen ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls. Darunter waren 177 Pkw-Insassen, 59 Insassen von Güterkraftfahrzeugen (zum Beispiel Lkw, Sattelzugmaschinen oder Kleintransporter) und 34 Fahrerinnen und Fahrer von Krafträdern.

Knapp zwei Drittel der Innerorts-Toten waren Fußgänger oder Radler 

Innerhalb von Ortschaften findet der größte Teil des Rad- und Fußgängerverkehrs statt. Dies wirkt sich auf die Unfallzahlen aus: Im Jahr 2025 starben innerorts 960 Menschen bei Verkehrsunfällen. 63 Prozent von ihnen waren mit dem Fahrrad (285 Getötete) oder zu Fuß (317 Getötete) unterwegs. 42 Prozent der innerorts auf Fahrrädern Getöteten kamen auf dem Pedelec, häufig auch als E-Bike bezeichnet, ums Leben (119 Getötete), etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) auf einem Fahrrad ohne Elektroantrieb (166).

Auch E-Scooter-Unfälle sind ein überwiegend innerörtliches Phänomen: 26 der insgesamt 33 Menschen, die im Jahr 2025 mit dem E-Scooter tödlich verunglückten, kamen innerhalb von Ortschaften ums Leben. Ihr Anteil an allen innerorts Getöteten blieb mit 2,7 Prozent aber vergleichsweise gering.

Häufigste Ursachen für tödliche Verkehrsunfälle

Nach wie vor ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache für tödliche Verkehrsunfälle. 29 Prozent der Verkehrstoten und 13 Prozent aller Verletzten kamen im Jahr 2025 bei Unfällen zu Schaden, bei denen mindestens eine beteiligte Person die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr (812 Getötete, 48.700 Verletzte). Bei jeweils 15 Prozent der Unfälle mit Personenschaden wurde einer beziehungsweise einem Unfallbeteiligten vorgeworfen, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten oder die Vorfahrt nicht beachtet zu haben.

Besonders auf Autobahnen ist zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen. 42 Prozent der Getöteten auf Autobahnen kamen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben (124 Getötete). Auf Landstraßen waren es 34 Prozent der tödlich Verunglückten (532 Getötete), innerorts lag der Anteil bei 16 Prozent (156 Getötete).

Alle 18 Minuten wird ein Kind verletzt

Im Jahr 2025 starben 74 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls, im Jahr 2024 waren es 53 gewesen. Die Zahl der verletzten Kinder lag im Jahr 2025 bei rund 29.200 (+7,3 Prozent). Das bedeutet, dass 2025 im Schnitt alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde. 31 Kinder kamen als Insassen eines Pkw ums Leben, 22 waren zu Fuß und 13 mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren stieg 2025 auf 56.100 (+4,6 Prozent). Auch die Zahl der Getöteten stieg in dieser Altersklasse gegenüber dem Vorjahr, und zwar um 14 auf 1.115 Personen. Damit waren 39 Prozent der Verkehrstoten im Jahr 2025 im Alter ab 65 Jahren. Die meisten Seniorinnen und Senioren (414) kamen als Pkw-Insassen ums Leben. Mit einem Pedelec verunglückten 148 Seniorinnen und Senioren tödlich, 138 mit einem Fahrrad ohne Motor.

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