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Unechte Agentur ab 2024: BMW ordnet Vertrieb in Deutschland neu

Auch BMW will seine Neuwagen künftig im Agenturmodell verkaufen.
© Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Künftig setzt auch der Münchner Autobauer auf die unechte Agentur bei Neu- und Dienstwagen. Der Startschuss soll 2024 mit Mini fallen, die Kernmarke soll zwei Jahre später folgen.


Datum:
27.03.2022
Autor:
Ralph M. Meunzel
Lesezeit: 
4 min
1 Kommentare

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BMW schafft ab 2024 für Mini und ab 2026 für die Kernmarke BMW das Vertragshändlersystem ab und setzt auf die unechte Agentur bei Neu- und Dienstwagen. Vergangene Woche wurde die Handelsorganisation vom Werk darüber informiert, dass der Vertrieb in Deutschland neu geordnet wird. Das erfuhr AUTOHAUS aus gut unterrichteten Kreisen.

Durch niedrigere Neuwagenbestände in Verbindung mit der dann deutlich abgesenkten Marge will BMW das Nachlassverhalten im Handel einschränken. Bei den Händlern erhöht sich beispielsweise aufgrund des Wegfalls von Lagerwagen die Liquidität. Die Fahrzeugrechnung erfolgt künftig im Namen des Herstellers – und der Umsatz im Autohaus sinkt um mindestens 50 Prozent. Gleichzeitig steigt die Eigenkapitalquote.

Ob das Fahrzeuggeschäft für den Handel dennoch auskömmlich ist, was BMW zusagt, hängt einerseits von der Höhe der gewährten Marge ab, anderseits davon, in welcher Form die Händler ihrerseits die Vertriebskosten als Ausgleich für die geringere Marge senken können. Bei Volkswagen hat die Agentur für MEB-Fahrzeuge laut Partnerverband beispielsweise aufgrund gleichbleibender Kosten zu einer schlechteren Ertragssituation geführt (wir berichteten). Der Hersteller konnte sich allerdings über die deutlich niedrigere Marge bei Neuwagen freuen.

Letztlich geht es bei der Einführung von neuen Systemen immer um die Reduktion der Vertriebskosten. Hier ist angeblich Tesla mit nur elf Prozent beim ausschließlichem Online-Vertrieb Benchmark. Der Direktvertrieb über das Internet lässt sich im Rahmen einer Agentur für den Hersteller reibungsloser organisieren.

Der Druck steigt

Durch die Ankündigung aus München dürfte sich der Druck auf die Vertriebe der anderen Hersteller erhöhen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Mercedes-Benz ist bekanntlich dabei, auf die echte Agentur zu setzen – bis wann ist allerdings nicht bekannt. Der Beleg, dass die unechte Agentur gegenüber einem Vertragshändlersystem dem Handel tatsächlich Vorteile bietet, steht allerdings noch aus.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass BMW das "Future Retail"-Konzept von 2017 durch ein neues Showroom-Konzept ab 2028 ablösen wird. Die Ankündigung der Einführung der unechten Agentur und der neuen Standards dürfte den Konsolidierungsdruck im Handel also erhöhen.


Das sagt BMW:

"Wir befinden uns erst am Anfang der gemeinsamen Ausgestaltung eines neuen Vertriebsmodells mit unseren Händlern. Wir werden daher Details zu Umfang und Zeitpunkt erst zu einem späteren Zeitpunkt nennen können.

Die BMW Group strebt gemeinsam mit ihren Handelspartnern stets das beste Premium-Kundenerlebnis an. Deshalb wollen wir sich ändernden Kundenerwartungen, der voranschreitenden Digitalisierung und dem Ausbau des Online-Verkaufs von Fahrzeugen Rechnung tragen.

Vor diesem Hintergrund sehen wir für uns große Vorteile für ein künftiges Agenturmodell für Europa. Das werden wir nun gemeinsam mit unseren Handelspartnern ausgestalten, denn sie sind auch künftig das Rückgrat unseres Vertriebserfolgs. 

Mit dieser Neuausrichtung stellen wir den nachhaltigen, erfolgreichen und profitablen Vertrieb der BMW Group sicher. Im Rahmen unserer Vertriebs- und Marketingstrategie konzentrieren wir uns dabei auf eine enge Kundenbindung und ein nahtloses, durchgängiges digitales und physisches Premium-Kundenerlebnis. Dies kommt allen Beteiligten zugute: der BMW Group, unseren Handelspartnern und unseren Kunden. 

Die Implementierung wird zeitlich gestaffelt nach Marken erfolgen."



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KOMMENTARE


Panda

28.03.2022 - 09:49 Uhr

Es wäre schön, wenn Sie den Begriff "unechte Agentur" näher erklären! Und bitte - was ist dann eine echte "Agentur"? Entweder verkaufe ich auf eigene Rechnung oder vermittele auf fremden Namen.


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