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HB ohne Filter: Strategische Verbandspolitik +++ Wallbox-Förderprämie +++ Gerhard und Jürgen Schuster

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
11.12.2020

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Zeichen der Hoffnung – Strategische Verbandspolitik +++ Wallbox-Förderprämie 900 Euro +++ Die Schirm- und die Kfz-GVO steht zur Disposition? +++ Vater und Sohn - Gerhard und Jürgen Schuster

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Zeichen der Hoffnung – Strategische Verbandspolitik

Diese Woche kamen gleich drei bemerkenswerte Verbandsereignisse zusammen. Der ZDK und einige Landesverbände kämpfen aktuell hinter den Kulissen bei der Regelung des harten Lockdowns, dass die Verkaufsläden im Kfz-Gewerbe offen bleiben sollten. Zum einen können die Hygienevorgaben aufgrund der großen Verkaufsräume eingehalten werden, und zum anderen läuft die MwSt.-Begünstigung zum 31. Dezember 2020 aus. Der harte Lockdown soll in Kürze verkündet werden.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski legte unabhängig davon das ZDK-Leitbild 2030 vor. Es besteht aus den nachstehenden Punkten:

  1. Der ZDK vertritt und kommuniziert unabhängig die Interessen des Kfz-Gewerbes.
  2. Der ZDK sichert die Zukunftsfähigkeit der Betriebe des Kfz-Gewerbes als Mobilitätsanbieter und -dienstleister.
  3. Der ZDK entwickelt und liefert dafür innovative Konzepte und Dienstleistungen.

Jetzt werden in Folge die Ziele und die Maßnahmen erarbeitet, um aktiv Zukunft für das Gesamtgewerbe zu gestalten, für Fabrikatsbetriebe wie für Freie Werkstätten. Wichtige Inhalte dazu habe ich in meinem Kommentar von 23. Oktober 2020 eingehend dargestellt. Dazu gehört markant u.a. die ZDK-Standortverlegung nach Berlin und die Neu-Besetzung der ZDK-Hauptgeschäftsführung, da Dr. Koblitz in den Ruhestand geht. Nun lieferte der VDA mit der neuen Präsidentin Hildegard Müller ein kluges Beispiel. Für den ZDK gäbe es eine vergleichbare Perle namens Imelda Labbé. Zuletzt war sie weltweit für das After-Sales-Geschäft bei VW verantwortlich, zuvor Skoda-Deutschlandgeschäftsführerin und mit den Opelhändlern hat sie seinerzeit einvernehmlich den neuen Opel-Händlervertrag auf die Schiene gebracht. Frau Labbe würde den ZDK-Kurs 2030 von Berlin aus wirkungsvoll mit Branchenleben füllen.

Die zweite Sternstunde! Am Dienstagabend wurde offiziell vollzogen, was über zwei Jahre Stück für Stück vorbereitet wurde, die Fusion der Kfz-Innungen Baden-Baden-Bühl-Rastatt und der Kfz-Innung Karlsruhe. Ihr neuer Name, Kfz-Innung Mittelbaden. Erster Obermeister des neuen Gebildes mit 247 Innungsmitgliedern ist Dieter Burkhart, und Geschäftsführer ist Ruben Schäfer. Ja, da gab es mal den Landesverband Nordbaden und Südbaden. Einschlägige Kreise, besser gesagt Postenkleber verhinderten damals über Jahre eine Fusion, weshalb Baden-Baden dann aus Protest die Gastmitgliedschaft in Württemberg beantragte. Jetzt hat Baden-Württemberg immer noch 24 Kfz-Innungen. Das sind immer noch zwölf zu viel. Man darf die Verbandsstruktur von unten bis oben durchgehen um zu fragen, von welchen Einnahmen das Verbandswesen in Zukunft bezahlt werden soll? In ganz Deutschland sind es aktuell 235 Kfz-Innungen. 150 wären eine gute Zukunftslosung. Bayern macht mit seinen sieben Kfz-Innungen und 7.000 Mitgliedsbetrieben vor, dass das geht und Sinn macht.

Die dritte "Strukturnummer" ereignete sich am 10. Dezember an der BFC in Northeim. BFC-Reformator und zugleich BFC-Vorstandsvorsitzender Helmut Peter ist ein Mann klarer Linien und schlanker Strukturen. Für ihn lautet die Losung: Die BFC braucht sehr gute Dozenten, willige Studentinnen und Studenten und Geld, damit zukunftsgerechte Ausbildung möglich ist. Alles andere drum herum ist für ihn Nebenwerk und ist schlank und sehr flexibel zu halten. So wurden diese Woche der BFC-Förderverein und der BFC-Schulverein zusammengeführt, um aufwendige und zeitintensive Nebenschauplätze verbandspolitischer Art zu minimieren.

Und das alles in einer Woche. Es geschehen also auch in Verbänden doch noch "Wunder"!

900 Euro Wallbox-Förderprämie

Seit dem 24. November 2020 gibt es für private Ladestationen Zuschuss. Das Zuschussportal ist die staatliche KfW-Bank abzurufen. Dort kann auch über deren Homepage die Details zur Aktion abgerufen werden. Nachdem da nun eine Antragsflut ausgebrochen ist, ist das Zuschussportal zeitweise überlastet.

Die meisten Boxen kosten unter 1.500 Euro. Man achte darauf, welche Wallboxen auch förderfähig sind. Auch muss man dem Ökostrom den Vorzug einräumen. Die weitere Abbildung zeigt, dass die Stromkonzerne beherzt zur Sache gehen. Opel-Händler Maik Siebrecht in Uslar macht vor, wie man das im Autohaus praktisch umsetzt. Er verkauft die Wallbox unter der Marke Siebrecht. Gut so!

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Info zur Prämie bei KfW

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Aktive Stromkonzerne

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Siebrecht Elektrik

Die Schirm- und die Kfz-GVO steht zur Disposition?

Zum 31. Mai 2022 läuft die Vertikal-GVO aus und zum 31.05.2023 die Kfz-GVO, die für den Aftersalesbereich gilt. Das bedeutet, das Jahr 2021 wird auf Verhandlungsebene in Brüssel ein GVO-Jahr. Der VMH, der Verband der Marken-Vertragshändler hat aktuell dazu ein Positionspapier vorgelegt. VMH-Vorsitzender Mathias F. Albert hat dazu u.a. auf dem GW-Kongress von AUTOHAUS klar die VMH-Forderung ausgesprochen: Wir brauchen wieder eine kfz-spezifische GVO.

Wer gegenwärtig feststellt, wie diverse Hersteller-Importeure den Händlern im Dezember einfach Fahrzeuge auf den Hof stellt, die der Händler gar nicht bestellt hat stellt fest, daß der Hersteller als Lieferant Monopolist ist und seine Marktstellung missbraucht. Ich habe an dieser Stelle in meinem Kommentar vom 29. Mai 2020 eingehend das Österreichischen Peugeoturteil vorgetragen, in dem das Wiener Kartellgericht den Machtmissbrauch von Peugeot festgestellt hat. Normalerweise führt der Hersteller oder Importeur selbst noch am Gerichtstag vor Beginn der Verhandlung eine Einigung herbei, indem die Kasse geöffnet wird und der Händler eine Schweigeklausel unterschreibt. Diesmal nicht. Es bedarf für den Automobilhändler dringlich der Schutzfunktionen. Eine Vertragskündigung ist zu begründen. Mindestkündigungsfristen sind zu verankern, Konflikte über ein Schiedsverfahren zu klären.

Die Funktionsweise des selektiven Vertriebs ist sicher zu stellen, denn der Direktvertrieb nimmt zu und untergräbt die Funktionsweise des selektiven Vertriebs. Neuwagen sollten unmittelbar oder mittelbar nur an Händler verkauft werden. Oder man denke an unrealistische Verkaufsziele, an nicht planbare Vergütungssysteme.

Und bis zum 25. Januar 2021 läuft die öffentliche Konsultation zur Kfz-Ersatzteil-GVO. Wer sich für weitere Details interessiert oder aktives Mitglied im VMH werden möchte, findet weitere Informationen unter www.vmh. Oder er wendet sich an sekretariat@auto-domicil.de, dann ist er mit dem Vorstandsvorsitzenden des VMH Mathias Albert verbunden.

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Vater und Sohn - Gerhard und Jürgen Schuster

Auf dem 19. AUTOHAUS/DEKRA Gebrauchtwagen-Kongress traten sie auf und zeigten, über welche Stationen sie zu einer der führenden bayerischen Autohandelsgruppen wurden. Gerhard und Jürgen Schuster. Standort Ruhstorf, bei Passau. Hier die Stationen: Freie Werkstatt, dann freier Autohandel, dann größerer Standort, separater Reifenservice, Bosch Car-Service, separater Waschpark, dann weitere Standorte, dann zusätzlich Markenhandel, Autovermietung u.a.

Das Schuster-Beispiel zeigt vieles. Es gibt nicht den einen Erfolgsweg. Gute Standorte sind die halbe Miete. Man kann aber auch einen Standort inszenieren. Vater und Sohn, ja die gesamte Familie arbeiten als harmonische Einheit und sind präsent. Immer ansprechbar, für Kunden wie für Mitarbeiter. Vater und Sohn betreiben ihr Geschäft mit hoher Leidenschaft. In Summe: Sie haben ein eigenes Vertriebssystem, "System Schuster" geschaffen.

Jetzt traten beide als Referenten bei unserem Kongress auf. Das ist ja nicht deren Profession. Sie präsentierten ihre Botschaften wirklich überzeugend, auch in der Gestaltung der Charts. Gratulation! Sie können sich ihren Vortrag wie die anderen Vorträge des GW-Kongresses live unter AUTOHAUS next ansehen und -hören. AUTOHAUS-Abonennten haben mit diesem Link freien Zugang. Andere Interessenten können sich den Zugang über ein Testabo verschaffen. Es lohnt sich!

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Gerhard (r.) und Jürgen Schuster

Alle Vorträge des GW-Kongresses bei AUTOHAUS next

Spruch der Woche:

Es kann Weihnachten werden!

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 18. Dezember 2020!


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KOMMENTARE


Fritz

12.12.2020 - 03:55 Uhr

Danke für die Hinweise zur GVO und was uns da im kommenden Jahr bevorsteht. Vielleicht wäre es für den "normalen" Leser sehr interessant zu erfahren, welche Verbände/Organisationen welche Interessen vor der EU/ in Deutschland vertreten. Auch kann man sich sehr gut vorstellen, dass die Hersteller diesbezüglich ihre eigene Agenda durchdrücken wollen - auf welcher Seite der ZDK wohl stehen wird? Bisher macht es den Eindruck (auch wenn man die letzten Urteile gegen PE berücksichtigt) dass keiner der Verbände diesbezüglich plant in Deutschland aktiv zu werden? Auch würde es sicherlich interessieren wie viele Arbeitsplätze sich auf Seite der Hersteller / Händler befinden - schließlich geht es der Politik schlussendlich nur um Wählerstimmen.


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