Autolöwen schließt nahezu alle Standorte: Investorensuche ohne Erfolg

02.07.2026 09:21 Uhr
Insolvenz-Symbolbild
Nach Insolvenz: Autolöwen machen fast alle Standorte dicht.
© Foto: Mit KI generiert

Mehr als 200 potenzielle Interessenten wurden angesprochen, doch am Ende konnte lediglich ein Standort gerettet werden. Für die übrigen Autolöwen-Häuser endet der Geschäftsbetrieb.

Für die insolvente Autolöwen GmbH ist die Suche nach einer Zukunftslösung weitgehend gescheitert. Während der Standort Aalen zum 1. Juli an die Autohausgruppe Widmann übertragen werden konnte, werden die übrigen Niederlassungen in Schwäbisch Hall, Öhringen, Ludwigsburg, Crailsheim und Heilbronn mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens geschlossen. 

Nach Angaben des Insolvenzverwalters Markus Schuster waren die Bemühungen um Investoren trotz eines breit angelegten Verkaufsprozesses erfolglos. Eine eigenständige Fortführung des Unternehmens kam ebenfalls nicht infrage. Damit endet die mehr als 30-jährige Geschichte der regionalen Autohausgruppe, die die Marken Peugeot, Citroën, Opel, Fiat, Fiat Professional, Abarth, Alfa Romeo, Leapmotor und Jeep zu ihrem Portfolio zählte. 

Über 200 Interessenten kontaktiert 

Der Investorenprozess begann bereits Anfang Mai. Unterstützt wurde er von Nikolaus Röver von der Pluta Management GmbH. Laut Schuster wurden mehr als 200 potenzielle Investoren angesprochen. Mit 19 Interessenten fanden vertiefte Gespräche statt, neun Unternehmen gaben Angebote ab oder signalisierten konkretes Interesse.

Dennoch blieb am Ende nur für den Standort Aalen eine tragfähige Lösung. Für die Betriebe in Crailsheim und Schwäbisch Hall scheiterten mögliche Übernahmen an fehlenden Einigungen zwischen Interessenten und Vermietern, wie der Insolvenzverwalter erklärte. In Öhringen habe sich ein Interessent zurückgezogen. Für weitere Standorte lagen keine Angebote vor. 

Rund 100 Kündigungen 

Die Folgen für die Beschäftigten sind gravierend. Von den zuletzt rund 150 verbliebenen Mitarbeitenden erhalten rund 100 eine Kündigung. Weitere etwa 50 Beschäftigte hatten das Unternehmen bereits zuvor über Aufhebungsverträge verlassen und neue Arbeitsstellen gefunden.

"Das ist natürlich eine Entscheidung, die ich gerne vermieden hätte. Wir haben alles getan, was unter den gegebenen Umständen möglich war, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Schuster. Trotz intensiver Bemühungen habe die Investorensuche kein positives Ergebnis gefunden.

Noch deutlicher fällt sein Fazit zum Abschluss des Verfahrens aus: "Man sieht, dass wir trotz der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand, erhebliche Anstrengungen unternommen haben, um die Autohäuser und die Arbeitsplätze zu sichern. Leider hat es diesmal nicht funktioniert. Die Schließung ist daher aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vermeiden."

Alle Standorte waren angemietet 

Die betroffenen Betriebe befanden sich nicht im Eigentum der Autolöwen GmbH. Die Standorte waren angemietet und werden nun geordnet abgewickelt sowie an die jeweiligen Eigentümer zurückgegeben.


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