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Bank11: "Wir wollen bestmöglich abliefern"

Jörn Everhard kündigt im AUTOHAUS-Interview an, die Ankaufs- und Abrechnungsprozesse in der Absatzfinanzierung noch schneller und papierloser zu machen.
© Foto: Bank11

In der Corona-Krise hat die Bank11 zügig ein bedarfsorientiertes Maßnahmenpaket für den Autohandel geschnürt. AUTOHAUS sprach mit Geschäftsführer Jörn Everhard über die Details.


Datum:
17.04.2020
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Von AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel

AUTOHAUS: Herr Everhard, wie hat sich die Bank11 auf das aktuell sehr schwierige Geschäft eingestellt?

Jörn Everhard: Wir sind in den jetzt schwierigen Zeiten für Sie da. Wir performen – wir entscheiden, wie gehabt. Natürlich haben auch wir einige Maßnahmen eingeleitet, um das Risiko weiterhin im Griff zu haben. Wir glauben fest daran, dass es aktuell darauf ankommt, die Ärmel hochzukrempeln und für jeden Händler und jedes Problem die individuell beste Lösung zu entwickeln. Das, was sich wie allerfeinstes Marketing-Sprech anhört, haben wir in den vergangenen Wochen schon mehrfach unter Beweis gestellt. Derzeit besprechen wir täglich, mit der gesamten Geschäftsführung, alle Rückmeldungen und Anregungen, sei es von unseren Handelspartnern oder von unseren Mitarbeitern/innen. Mithilfe einer intern durchgeführten Corona-Vertriebsumfrage, konnten wir die derzeitigen Bedürfnisse und Herausforderungen im Handel noch besser durchleuchten und leiten daraus alle weiteren Maßnahmen ab. Trotz der räumlichen Trennung sind wir in diesen Zeiten gefühlt alle noch näher zusammengerückt, das gilt sowohl für die Mitarbeiter, als auch für den Handel. Es funktioniert aber auch bei uns nicht alles perfekt. Deswegen: Wenn es Ideen, Kritik oder auch Lob gibt, bitte ich um einen persönlichen Kontakt: joern.everhard@bank11.de.

AH: Wie sieht derzeit das Tagesgeschäft aus?

J. Everhard: Als digitaler Vorreiter hat Bank11 bereits vor drei Jahren mit der strategischen Einführung – peu a peu - des flächendeckenden mobilen Arbeitens begonnen. Die Mitarbeiter/innen und Prozesse sind daher extrem gut auf dezentrales Arbeiten ausgelegt. Mehr als 80 Prozent der Belegschaft können so, aktuell reibungslos, ihre Tätigkeiten von zu Hause ausüben. Im Notfall können wir die Bank "onsite" schließen und komplett mobil arbeiten. Das haben wir nicht zuletzt unserem Scan-Team zu verdanken. Das Team scannt die Eingangspost und stellt sie unmittelbar den jeweiligen Fachabteilungen digital zur Verfügung, damit das daily business auch aus dem Homeoffice reibungslos funktioniert. Für unsere Partner ändert sich insofern nichts.

AH: Wie gehen die Mitarbeiter mit der aktuellen Situation um?

J. Everhard: Für unsere Vertriebskollegen/innen ist es natürlich besonders schwierig den ganzen Tag im Homeoffice zu arbeiten. Bekanntermaßen haben die Kollegen/innen nicht nur "Benzin im Blut", sondern auch "Hummeln im Hintern". Auch wenn wir täglich telefonischen Kontakt zu unseren Händlerpartnern haben und auch digital per Mail, Facetime, GoToMeeting und Co. im Austausch stehen, fehlen die Gespräche vor Ort doch sehr.

Video-Schalte bei der Bank11: Mehr als 80 Prozent der Belegschaft können ihre Tätigkeiten von zu Hause ausüben.
© Foto: Bank11

AH: Welche Maßnahmen haben Sie für den Handel bisher umsetzen können?  

J. Everhard: Wir wissen natürlich, wo der Schuh drückt, daher haben wir sofort ein bedarfsorientiertes Maßnahmenpaket geschnürt. Für uns war unstrittig, dass wir in dieser schwierigen Situation weiterhin alle bestehenden Einkaufslinien uneingeschränkt in vollem Umfang zur Verfügung stellen. Wir haben keine Limite Corona-bedingt reduziert oder eingefroren. Darüber hinaus wurde unmittelbar eine 90-tätige Tilgungspause umgesetzt. Für den Extra-Boost an Liquidität, erhalten Partner beim Abverkauf ihrer einfinanzierten Fahrzeuge über unsere Triple A-Aktion, noch einmal zusätzlich bis zu 400 Euro On-Top-Provision je Finanzierung. Auch in der Einkaufsfinanzierung ist sichergestellt, dass wir taggleich abrechnen.

AH: Wie geht Bank11 momentan mit dem Thema Stundungen um?

J. Everhard: Das Thema Stundungen ist auch bei uns relevant. Durch Corona geraten gerade die Endkunden unverschuldet aufgrund von z. B. Kurzarbeit in finanzielle Engpässe, in Bezug auf ihre Ratenzahlung. Hier wollen wir natürlich die bestmögliche Unterstützung bieten. Wir entschieden uns bereits vor Inkrafttreten gesetzlicher Regulierungen, unsere Kunden in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. Die Kunden sind hörbar und spürbar erleichtert sowie dankbar für einen persönlichen, direkten Kontakt zu uns. Die aktuellen, nicht selten, sehr belastenden Herausforderungen der Kunden sind verständlicherweise individuell. Unsere Hilfestellungen werden insofern notwendigerweise optimal angepasst an die jeweils gegebene Lebenssituation. Von unpersönlichen, standardisiert antwortenden Chatbots haben wir daher bewusst abgesehen. Für alle Kunden haben wir zudem ein schlankes und einfaches Online-Formular auf unserer Homepage platziert.

AH: Welche Rolle spielt in dieser Zeit die Digitalisierung bei Ihnen?

J. Everhard: Getreu dem Motto "Convenience is the king", haben wir schon immer auf digitale Prozesse gesetzt. Digitalisierung bedeutet für uns allerdings nicht, einen bislang manuellen Prozess starr zu automatisieren, denn damit hat man im Zweifel nur einen nicht durchdachten digitalen Prozess. Vielmehr geht es darum, die komplette Prozesskette end-to-end so zu gestalten, dass es für den Händler und Endkunden möglichst schnell, intuitiv und convenient funktioniert und trotzdem die nötige Flexibilität erhalten bleibt. Nur so findet Digitalisierung Anklang in der breiten Händlermasse.

AH: Ändern sich jetzt ihre Prioritäten für dieses Jahr?

J. Everhard: Natürlich haben wir in dieser Krisenzeit auch unsere Priorisierung überprüft. Wir arbeiten agil nach dem Scrum-Vorgehensmodell. Bei uns gibt es alle drei Wochen ein neues Release und eine neue Sprintplanung. Das gibt uns gerade jetzt die nötige Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit immer wieder neu zu entscheiden, welche Themen wir als nächstes aus unserem sogenannten Backlog angehen. Durch unser eigenes Entwicklerteam und die Nutzung kollaborativen Möglichkeiten, die in der agilen Welt einfach integrierbar sind, können wir hier besonders schnell und effektiv reagieren. Und auch, wenn wir in vielerlei Hinsicht schon Benchmarks setzen, ruhen wir uns darauf nicht aus. Wir wollen noch besser, schneller und papierloser bei unseren Ankaufs- und Abrechnungsprozessen in der Absatzfinanzierung werden und so noch unabhängiger vom Postversand sein. Parallel arbeiten wir an einer digitalen Antragsstrecke für die Beantragung und Prolongation von Einkaufslinien, bei denen wir einen starken Zulauf in den kommenden Monaten und Jahren erwarten.

AH: Was passiert nach der Krise?

J. Everhard: Wann auch immer "nach Corona" sein wird, wir haben natürlich auch jetzt schon ein paar Asse im Ärmel. Für den Moment ist es uns wichtig, dass wir jetzt bestmöglich abliefern und unseren Partnern zur Seite stehen.

AH: Herzlichen Dank für das Gespräch!

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