Challenge 2026: So wird mein Autohaus krisenfest

21.01.2026 16:30 Uhr | Lesezeit: 4 min
Branchenexperte Norbert Irsfeld sieht viel Optimierungspotenzial im "Maschinenraum" des Autohandels.
© Foto: Michael Harms/AUTOHAUS

Zwischen Kostendruck, Strukturfragen und neuen Ertragssäulen – die Challenge 2026, eine digitale Veranstaltung der AUTOHAUS akademie, zeigte am Dienstag, wo der Handel jetzt ansetzen sollte.

Der Automobilhandel steht weiter unter Druck. Ein schwächelndes Neuwagengeschäft, steigende Personal und Sachkosten sowie in Teilen rückläufige Umsätze im Aftersales prägen den Ausblick auf das Jahr 2026. Gleichzeitig nehmen Autohauskrisen und Insolvenzen zu. Vor diesem Hintergrund stellte die Challenge 2026, eine digitale Veranstaltung der AUTOHAUS Akademie, am 20. Januar eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie können sich Autohäuser wirtschaftlich widerstandsfähiger aufstellen? 

In seiner Begrüßung machte AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel gemeinsam mit Norbert Irsfeld, geschäftsführender Gesellschafter der Prudentes Management GmbH, deutlich: Gefragt seien keine kurzfristigen Maßnahmen, sondern unternehmerische Klarheit, realistische Analysen und die Bereitschaft zu konsequenten Entscheidungen. 

Nüchterne Bestandsaufnahme

Den Auftakt gestaltete Irsfeld mit einer nüchternen Bestandsaufnahme. Sein Appell: Autohäuser müssen ihre Situation realistisch bewerten und dürfen sich nicht von Hoffnung oder Erwartungen leiten lassen. Die Liquiditätsvorsorge, die kritische Überprüfung von Personalkosten und Standorten sowie eine stringente Liquiditätssteuerung zählen aus seiner Sicht zu den zentralen Aufgaben der Geschäftsführung. Im sogenannten "Maschinenraum" – bei Marken, Standorten, Strukturen und Schnittstellen – liege in vielen Betrieben erhebliches Optimierungspotenzial. Seine strategische Leitidee für 2026: Konzentration, Konsolidierung und Korrektur.  

Dass Transformation nicht nur eine Frage von Strukturen, sondern vor allem der Haltung ist, zeigte das Best-Practice-Interview mit Ulf Hakvoort, Sales Coordinator, Hakvoort GmbH. Der Generationswechsel im Familienunternehmen habe vor allem kulturelle Veränderungen erfordert. Transparenz, Ehrlichkeit und das Einbinden der Mitarbeiter seien entscheidend. Oder, wie Hakvoort es formulierte: "Wer mit Ausrufezeichen führt, hat keine Zukunft – wer fragt, der führt."


AUTOHAUS Challenge 2026

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Ein klarer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auch auf dem Aftersales-Bereich. Jürgen Niemann, Aftersales-Experte bei Numbero, machte deutlich, dass das Werkstattgeschäft weiterhin der zentrale Ergebnistreiber im Autohaus bleibt. Effizienz, Transparenz und konsequente Prozesssteuerung seien wichtiger als weitere Preiserhöhungen. Wie digitale Prozesse konkrete Effizienzgewinne ermöglichen, zeigte Peter Schäfer, Geschäftsführer bei der Autohausgruppe KreuterMedeleSchäfer, anhand eines vollständig digitalisierten Serviceprozesses – mit messbaren Zeitersparnissen und hoher Prozessstabilität.  

Weitere Impulse lieferten Beiträge zum europäischen Remarketing als Margenhebel im Gebrauchtwagengeschäft, zur wirtschaftlichen Lage der Branche sowie zum Flottenmarkt als vergleichsweise stabile Ertragssäule. Besonders ernüchternd fiel dabei der Blick auf die aktuellen Kennzahlen aus: Steigende Umsätze reichen vielerorts nicht mehr aus, um die Kostensteigerungen zu kompensieren.

Unterstützt wurde die AUTOHAUS Challenge 2026 von BCA Autoauktionen, dem Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) und Numbero. Eine ausführliche Berichterstattung mit vertiefenden Analysen und Praxisbeispielen lesen Sie in der nächsten AUTOHAUS-Ausgabe.


Fünf Learnings aus der AUTOHAUS Challenge 2026:

1. Nüchtern analysieren statt hoffen – Unternehmerische Klarheit und ehrliche Bestandsaufnahmen sind die Basis für Widerstandsfähigkeit. 
2. Liquidität aktiv steuern – Liquiditätsmanagement ist Chefsache – inklusive Risiko und Haftungsbewusstsein.
3. Aftersales bleibt der Ergebnismotor – Effizienz, Prozesse und Digitalisierung entscheiden über den wirtschaftlichen Erfolg.
4. Gebrauchtwagen & Flotten bieten Stabilität – Professionelles GW-Management und kleine Flotten können Margen absichern. 
5. Transformation braucht Haltung – Strukturen lassen sich ändern – Kultur und Führung entscheiden über den Erfolg. 

 




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