E-Auto-Förderung: Häufig an Haushalte mit geringem Einkommen

21.07.2026 09:12 Uhr | Lesezeit: 2 min
Autoverkehr fließt flüssig auf der A100 auf Höhe vom Berliner Südkreuz.
Bis zum 10. Juli entfielen 48 Prozent der bewilligten Anträge auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 45.000 Euro.
© Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

E-Autos gelten als teuer. Eine staatliche Förderung soll auch Menschen mit wenig Geld einen Kauf ermöglichen, offenbar mit Erfolg. Nun fordern einige, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten.

Fast jede zweite Bewilligung der neuen staatlichen E-Auto-Förderung geht an einkommensschwächere Haushalte. Bis zum 10. Juli entfielen 48 Prozent der bewilligten Anträge auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 45.000 Euro. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Linken-Abgeordneten Jorrit Bosch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Insgesamt seien bis zu diesem Stichtag 17.226 Anträge bewilligt worden, hieß es in der Antwort.

Das Programm der Bundesregierung fördert den Kauf und das Leasing von Elektroautos sowie bestimmten Plug-in-Hybriden. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit dem 1. Januar 2026. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bis zu 6.000 Euro betragen.

Linke fordert Ausweitung auf Gebrauchtwagen

"Die ersten Zahlen zeigen, dass die soziale Staffelung zumindest teilweise greift: Fast die Hälfte der Bewilligungen entfällt auf die niedrigste Einkommenskategorie", sagte Bosch, verkehrspolitischer Sprecher der Linken-Fraktion. "Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen: Viele Menschen mit geringem Einkommen können sich auch mit staatlicher Förderung keinen Neuwagen leisten." Spätestens 2027 müsse die Förderung deshalb auch auf bezahlbare Gebrauchtwagen ausgeweitet werden, so Bosch. "Andernfalls bleibt die Antriebswende trotz sozialer Staffelung für viele Menschen unerschwinglich."

Die Basisförderung der Bundesregierung liegt bei 3.000 Euro für reine Elektroautos. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4.000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro 5.000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt jedoch um höchstens 1.000 Euro. Wer Geld erhalten will, muss das Fahrzeug nach dem Kauf mindestens drei Jahre behalten. Wer zu viel verdient, geht allerdings leer aus: Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro.


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