Die Preise für gebrauchte Fahrzeuge in Deutschland sind im August 2026 erneut gesunken. Wie der aktuelle AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) zeigt, lag der durchschnittliche Angebotspreis bei 26.863 Euro und damit 0,5 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Es ist bereits der sechste monatliche Rückgang in Folge.
Anders entwickelte sich der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Nach einem leichten Preisrückgang im Juli stiegen die Durchschnittspreise im August wieder um 1,3 Prozent auf 38.217 Euro. Damit erreichten gebrauchte Stromer den höchsten Durchschnittspreis seit Jahresbeginn. Elektroautos sind laut AutoScout24 derzeit die einzige Antriebsart mit steigenden Durchschnittspreisen. Gleichzeitig nahm das Angebot um 0,8 Prozent zu, während die Nachfrage um 5,5 Prozent wuchs.
Durchschnittspreise bei Kleinwagen gaben am stärksten nach
Bei den Fahrzeugsegmenten fielen die Preisrückgänge unterschiedlich aus. Am stärksten gaben die Durchschnittspreise bei Kleinwagen nach, die im Schnitt 12.797 Euro kosteten und damit 1,2 Prozent günstiger waren als im Juli. Ebenfalls um 1,2 Prozent sanken die Preise für Vans und Kleinbusse. In der Kompaktklasse sowie in der oberen Mittelklasse betrug das Minus jeweils 0,9 Prozent.
Bei der Nachfrage konnten sich insbesondere Kleinwagen behaupten. Die Kaufanfragen legten hier um 10,3 Prozent zu. Auch die Kompaktklasse verzeichnete mit einem Plus von 3,8 Prozent eine steigende Nachfrage. Rückläufig war das Interesse hingegen an Fahrzeugen der oberen Mittelklasse, der Oberklasse sowie an SUV und Geländewagen.
Antriebsarten: Preise verändert
Auch bei den Antriebsarten verschob sich das Preisgefüge. Während gebrauchte Elektroautos im August durchschnittlich 38.217 Euro kosteten, lagen Hybridfahrzeuge mit 37.429 Euro darunter. Noch zu Jahresbeginn waren Hybride deutlich teurer als Elektrofahrzeuge. Die Preise für Benziner sanken im August um 1,4 Prozent auf durchschnittlich 23.819 Euro, Diesel verbilligten sich um 0,6 Prozent auf 27.060 Euro.
Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24, erklärt: "Gerade in den Hauptferienmonaten ist es schwieriger, aus einzelnen Monatsbewegungen belastbare Trends abzuleiten, da viele Kaufentscheidungen in dieser Zeit aufgeschoben werden. Die kleine Preisdelle bei gebrauchten Elektroautos im Juli dürfte ebenfalls saisonal geprägt gewesen sein, fiel aber bereits deutlich geringer aus als bei den übrigen Antriebsarten. Im August ziehen die Preise wieder an. Dabei wächst die Nachfrage deutlich stärker als das Angebot und stützt damit das Preisniveau bei gebrauchten Elektroautos. Von einer nachhaltigen Preisentspannung kann also keine Rede sein."