Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind im Juli erneut gesunken. Der Autoscout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) ging gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zurück. Damit kostete ein gebrauchtes Fahrzeug im Durchschnitt 26.989 Euro. Der seit Jahresbeginn beobachtete rückläufige Trend setzt sich damit fort. Gleichzeitig endete erstmals in diesem Jahr der kontinuierliche Preisanstieg bei gebrauchten Elektroautos.
Gehobenes Segment und Sportwagen verlieren
Besonders deutlich fielen die Preise in der oberen Mittelklasse. Dort sank der Durchschnittswert um 1,9 Prozent auf 30.713 Euro. Auch Vans und Kleinbusse (minus 1,2 Prozent), Fahrzeuge der Oberklasse (minus 1,2 Prozent) sowie Sportwagen (minus 1,1 Prozent) waren günstiger als im Vormonat.
Bei den Alterssegmenten verzeichneten Youngtimer den stärksten Rückgang. Ihr Durchschnittspreis sank um 2,5 Prozent auf 7.473 Euro. Oldtimer verbilligten sich um 1,9 Prozent auf 31.789 Euro. Fahrzeuge im Alter von zehn bis zwanzig Jahren kosteten durchschnittlich 10.828 Euro und damit 1,0 Prozent weniger als im Juni.
Angebot wächst – Nachfrage wird schwächer
Parallel zu den sinkenden Preisen nahm die Zahl der inserierten Fahrzeuge in allen Fahrzeugsegmenten zu. Besonders stark legte das Angebot bei Kleinwagen mit plus 9,9 Prozent zu. Auch SUV und Geländewagen (plus 8,2 Prozent) sowie Fahrzeuge der Kompaktklasse (+5,4 Prozent) wurden häufiger angeboten. Bei den Alterssegmenten wuchs das Angebot vor allem bei Oldtimern (plus 13,2 Prozent), drei bis fünf Jahre alten Fahrzeugen (plus 9,5 Prozent) und Youngtimern (plus 7,3 Prozent).
Während das Angebot zunahm, ging die Nachfrage in den meisten Fahrzeugsegmenten zurück. Besonders betroffen waren Fahrzeuge der oberen Mittelklasse (minus 8,8 Prozent), der Oberklasse (minus 6,9 Prozent) sowie SUV und Geländewagen (minus 6,5 Prozent). Auch über alle Altersklassen hinweg verzeichnete Autoscout24 sinkende Nachfragewerte. Die stärksten Rückgänge entfielen auf Fahrzeuge bis zu einem Jahr (minus 7,6 Prozent), ein bis drei Jahre alte Fahrzeuge (minus 6,2 Prozent) sowie Autos im Alter von fünf bis zehn Jahren (minus 6,0 Prozent).
E-Auto-Preise stagnieren
Eine Besonderheit zeigte sich bei gebrauchten Elektroautos. Nachdem deren Durchschnittspreise seit März kontinuierlich gestiegen waren, kam die Entwicklung im Juli erstmals zum Stillstand. Mit durchschnittlich 37.744 Euro lag das Preisniveau leicht unter dem Vormonat und gab um 0,2 Prozent nach.
Gleichzeitig wuchs das Angebot gebrauchter Elektrofahrzeuge um 10,1 Prozent. Die Nachfrage stieg um 1,7 Prozent und entwickelte sich damit entgegen dem allgemeinen Markttrend. Nach Einschätzung von Autoscout24 gelangen zunehmend ältere Elektroautos auf den Gebrauchtwagenmarkt, da sie durch neuere Modelle ersetzt werden.
Saisonale Sommerflaute
Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout24, ordnet die Entwicklung als saisonalen Effekt ein: "Sinkende Durchschnittspreise im Sommer sind am Gebrauchtwagenmarkt zunächst nichts Ungewöhnliches. Während der Ferien rückt der Autokauf für viele Menschen in den Hintergrund."
Zugleich falle die Abschwächung in diesem Jahr stärker aus als in den beiden Vorjahren. Für Käufer verbesserten sich dadurch die Bedingungen. Besonders bei Elektroautos sorge das gewachsene Angebot für mehr Auswahl und stabilere Preise. Ob sich dieser Trend dauerhaft fortsetzt, werde sich laut Schneck jedoch erst in den kommenden Monaten zeigen.