Die Elektromobilität gewinnt auf dem deutschen Automarkt rasant an Fahrt – vor allem bei Privatkunden. Im September wurden 256.774 Pkw neu angemeldet, neun Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Den entscheidenden Anteil am Aufschwung hatten private Käufer, die ihre Neuzulassungen um 28 Prozent auf 103.462 Fahrzeuge steigerten.
Besonders bemerkenswert: Mit 50.418 Einheiten legten die privaten Zulassungen batterieelektrischer Autos (BEV) um 171 Prozent zu, wie aus einer aktuellen Auswertung von Dataforce hervorgeht. Damit war bereits nahezu jeder zweite privat zugelassene Neuwagen rein elektrisch unterwegs.
Privatmarkt als wichtigster Wachstumstreiber
Insgesamt erreichten die privaten Zulassungen 103.462 Fahrzeuge und damit einen Marktanteil von 40 Prozent. Mehr als 22.900 zusätzliche Neuwagen gingen gegenüber dem Vorjahresmonat auf das Konto privater Käufer.
Von einer ähnlich dynamischen Entwicklung kann im gewerblichen Bereich keine Rede sein. Der Flottenmarkt legte lediglich um ein Prozent auf 69.401 Einheiten zu und bleibt im bisherigen Jahresverlauf sogar leicht unter Vorjahr. Die Autovermieter entwickelten sich positiv und steigerten ihr Volumen um acht Prozent auf 27.583 Neuwagen. Hersteller (19.521 Fahrzeuge / keine Veränderung) und Handel (36.807 Fahrzeuge / minus elf Prozent) hielten sich im September mit Eigenzulassungen zurück und bedienten zuerst die Privatnachfrage.
Benziner und Diesel verlieren deutlich
Parallel zum staatlich geförderten E-Auto-Boom geraten klassische Antriebe im Privatmarkt zunehmend unter Druck. Die Zulassungen von Benzinern gingen im vergangenen Monat um 26 Prozent zurück, Diesel verloren sogar 27 Prozent.
Auch insgesamt gewinnt die Elektromobilität weiter an Gewicht. Rund 88.600 neu zugelassene Elektroautos bedeuten ein Plus von 95 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mehr als jeder dritte Neuwagen war damit rein elektrisch. Zusammen mit Plug-in-Hybriden (PHEV) entfielen bereits rund 45 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit Stecker.
Neue Anbieter profitieren
Der Wandel spielt vor allem neuen Wettbewerbern in die Karten. Laut Dataforce hat sich der gemeinsame Marktanteil neuer und chinesischer Hersteller binnen Jahresfrist auf rund sieben Prozent nahezu verdoppelt. Marken wie BYD, MG, Leapmotor oder Xpeng profitieren dabei von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Für etablierte Hersteller bedeutet das zusätzlichen Druck, attraktive Stromer schnell in die Breite des Marktes zu bringen.
"Der September ist ein starkes Signal für den Pkw-Markt, doch das Wachstum steht noch auf einem schmalen Fundament. Es wird vor allem vom Privatmarkt und von der Elektromobilität getragen, während die gewerblichen Kanäle wenig Bewegung zeigen", ordnet Dataforce-Analyst Julian Litzinger, die Entwicklung ein. "Gleichzeitig entstehen durch den schnellen Antriebswandel große Chancen: Wer jetzt attraktive Elektroangebote, wettbewerbsfähige Preise und Verfügbarkeit verbindet, kann Volumen absetzen. Das zeigen auch die deutlichen Zuwächse neuer Wettbewerber."