Der Elektro-Aufschwung auf dem deutschen Neuwagenmarkt setzt sich fort. Nachdem batterieelektrische Autos (BEV) bereits in den vergangenen Monaten kräftig im Aufwind waren, gewann die Entwicklung im Oktober weiter an Dynamik.
Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch in Flensburg mitteilte, kamen 94.086 neue Elektroautos auf die Straße, 79,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der BEV-Anteil erreichte damit 37 Prozent und war damit so hoch wie noch nie (September: 34,5 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden 698.230 Stromer neu zugelassen (plus 60,7 Prozent).
"Die neuen Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach Elektroautos weiter wächst und die staatliche Förderung zusätzliche Impulse setzt. Zugleich machen die trotz des Tankrabatts weiterhin hohen Kraftstoffpreise den Umstieg auf ein Elektroauto für viele Menschen attraktiver", erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Auch das wachsende Fahrzeugangebot trage zur positiven Entwicklung bei.
Der Gesamtmarkt entwickelte sich wesentlich verhaltener. Insgesamt wurden im Oktober 254.492 Pkw neu angemeldet. Das waren 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Hinter dem überschaubaren Wachstum verbirgt sich damit eine deutliche Verschiebung bei den Antriebsarten.
Privatkunden legen kräftig zu
Auffällig ist auch die Entwicklung bei den Käufergruppen. Laut KBA stieg die Zahl der privaten Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,6 Prozent. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte 40,7 Prozent. Im gewerblichen Geschäft zeigte die Kurve dagegen nach unten. Hier gingen die Neuzulassungen um 8,2 Prozent zurück.
Der anhaltende Hochlauf der batterieelektrischen Modelle prägt das Marktbild zunehmend. Bei den Stückzahlen lagen die reinen Stromer nur noch knapp hinter dem gesamten Hybridsegment. 95.931 neue Pkw mit Doppelantrieb bedeuteten dort einen Rückgang um 5,6 Prozent. Darunter waren 28.499 Plug-in-Hybride (PHEV), 7,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ihr Anteil lag bei 11,2 Prozent.
Benziner und Diesel brechen ein
Ganz anders entwickelt sich das Geschäft mit klassischen Verbrenner. Im Oktober wurden lediglich 38.516 Benziner neu zugelassen, wie aus der amtlichen Statistik weiter hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Minus von 40,5 Prozent. Ihr Marktanteil lag damit nur noch bei 15,1 Prozent. Auch Diesel verloren weiter an Boden. 23.882 neu zugelassene Fahrzeuge bedeuteten einen Rückgang um 21,6 Prozent. Der Anteil der Selbstzünder betrug 9,4 Prozent.
Kräftig aufwärts ging es auf niedrigem Niveau bei Flüssiggas: 2.065 Neuzulassungen entsprachen einem Plus von 121,6 Prozent und einem Marktanteil von 0,8 Prozent. Diese Antriebsart profitiert somit weiter von den hohen Spritpreisen.
Opel verliert knapp ein Viertel
Von den großen deutschen Marken legte nur Mercedes-Benz zu. Die Stuttgarter verbesserten sich gegenüber dem Oktober 2025 um 8,5 Prozent zu und erreichten einen Anteil von 10,3 Prozent. Rivale BMW kam nur auf ein Mini-Plus von 0,1 Prozent und 9,3 Prozent Anteil. Auf der Verliererseite stand vor allem Opel mit minus 24,1 Prozent. Ford verlor 9,8 Prozent, Audi 8,4 Prozent und Porsche 5,7 Prozent. Die Neuzulassungen von Branchenprimus Volkswagen gaben um vier Prozent nach.
Bei den Importeuren mit mindestens 1,5 Prozent Marktanteil setzte BYD mit einem Plus von 54,3 Prozent das dickste Ausrufezeichen. Der chinesische Hersteller erreichte damit einen Anteil von 2,0 Prozent. Auch MG wuchs mit plus 48,5 Prozent kräftig. Mazda kam auf 23,5 Prozent mehr Neuzulassungen, Kia auf plus 19,4 Prozent, Dacia auf plus 15,4 Prozent und Citroën auf plus zehn Prozent. Renault und Fiat steigerten sich um 7,8 bzw. 7,4 Prozent.
Deutliche Rückgänge meldete das KBA dagegen für Hyundai (minus 15,3 Prozent) und Skoda (minus 12,1 Prozent). Seat verlor 8,7 Prozent, Toyota 7,5 Prozent, Volvo 4,1 Prozent und Peugeot 1,0 Prozent. Trotz des Minus blieb Skoda mit 7,7 Prozent Marktanteil die größte Importmarke.
SUV dominieren weiter
Unverändert groß ist die Nachfrage nach SUV. Mit 37,8 Prozent entfiel weit mehr als jede dritte Neuzulassung auf dieses Segment. Gegenüber Oktober 2025 legten die SUV um 13,3 Prozent zu. Auf Rang zwei folgten die Kleinwagen mit 13,7 Prozent Marktanteil und einem Plus von 9,1 Prozent. Knapp dahinter kam die Kompaktklasse auf 13,6 Prozent, musste allerdings einen Rückgang um 15,3 Prozent hinnehmen.
Den höchsten prozentualen Zuwachs erzielten die Minis mit plus 20,6 Prozent bei einem Anteil von 2,8 Prozent. Auch die Oberklasse legte mit 11,1 Prozent zweistellig zu. Utilities kamen auf plus 3,6 Prozent, die Obere Mittelklasse auf plus 1,3 Prozent. Deutlich bergab ging es hingegen bei Mini-Vans mit minus 41,6 Prozent, Sportwagen mit minus 22,2 Prozent und Wohnmobilen mit minus 20,2 Prozent. Großraum-Vans verloren 15,6 Prozent, die Mittelklasse 7,0 Prozent und Geländewagen 6,4 Prozent.
CO2-Ausstoß sinkt kräftig
Die Verschiebung bei den Antrieben zeigt sich schließlich auch beim durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Neuzulassungen. Dieser lag im Oktober bei 79,4 Gramm pro Kilometer und damit 21,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.