Wenige Wochen nach einem Millionenrückruf wegen einer fehlerhaften Schraube bereitet VW eine weitere Rückrufaktion in Deutschland vor. Dem Kraftfahrts-Bundesamt (KBA) liegen nun Daten vor. Demnach beordert VW die Modelle ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz aus dem Produktionszeitraum September 2023 bis Juni 2025 zurück in die Werkstätten.
Hier könnten nicht spezifikationsgerechte Hochvoltbatterien verbaut worden sein. Nach Angaben des KBA können sich überlappende Batteriezellen beim Schnellladen überhitzen und im schlimmsten Fall zu einem Brand führen. Weltweit sind potenziell 5.050 Fahrzeuge betroffen, davon 1.538 in Deutschland. Grund dafür seien Produktionsfehler bei Zulieferern.
Eckdaten zum Rückruf
- Hersteller: Volkswagen (VW)
- Modelle: ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz
- Produktionszeitraum: 18.09.2023 bis 27.06.2025
- Rückrufgrund: Nicht spezifikationsgerechte Hochvoltbatterien mit überlappenden Zellen
- Risiko: Überhitzung beim Schnellladen und dadurch Brandgefahr
- Maßnahme: Überprüfung der Hochvoltbatterie in einer Volkswagen-Vertragswerkstatt
- Betroffene Fahrzeuge weltweit: 5.050
- Betroffene Fahrzeuge in Deutschland: 1.538
- KBA-Referenznummer: 17101R
- Hersteller-Rückrufcode: 93MV
- Status: KBA: In Untersuchung
Maßnahmen
Die Hochvoltbatterie der betroffenen Elektroautos soll in einer Volkswagen-Vertragswerkstatt überprüft werden. Zusätzlich werden die Halter laut KBA aufgefordert, den Ladezustand vorerst auf maximal 80 Prozent zu begrenzen und einen entsprechenden Warnhinweis am Fahrzeug anzubringen.
Laden nur bis 80 Prozent
Sofern technisch möglich, wird die maximal verfügbare Ladekapazität vorübergehend systemseitig auf 80 Prozent begrenzt. Eine konkrete Dauer für die Überprüfung beziehungsweise den Werkstattaufenthalt nennt das KBA in den vorliegenden Angaben nicht.
Bislang sind der Behörde keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Problem bekannt. Der Rückruf betrifft weltweit potenziell 5.050 Fahrzeuge, 1.538 davon in Deutschland. Beim KBA läuft die Aktion unter der Referenznummer 17101R, Volkswagen verwendet den Rückrufcode 93MV.
Ladebegrenzung als Sofortmaßnahme
Als Sofortmaßnahme begrenzt VW das Laden der betroffenen Fahrzeuge im Sinne der Sicherheit auf maximal 80 Prozent. Einen Teil der Autos holt der Hersteller im Rahmen des Rückrufs in die Servicebetriebe, wo die Hochvolt-Batterien geprüft werden. Erst wenn eine Batterie als in Ordnung bewertet wird, könne die Ladebegrenzung aufgehoben werden.
Die betroffenen Kunden erhalten den Angaben nach einen Brief. Darin stünden alle wichtigen Informationen – beispielsweise zum genauen Ablauf des Rückrufs und zu den Ansprechpartnern. Wer keinen derartigen Brief bekomme, sei auch nicht betroffen. Auch über weitere Abhilfemaßnahmen – die es dem Sprecher zufolge bisher nicht final gibt – werden die Kunden im Anschluss schriftlich informiert. Die betroffenen Batteriemodule müssten aber nicht zwangsläufig getauscht werden, möglicherweise genüge ein Softwareupdate.
Millionenrückruf vor wenigen Wochen
Ende September hatte VW wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung weltweit gut fünf Millionen Autos in die Werkstätten gerufen (wir berichteten). Der Fehler kann in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigen. In Deutschland sind vom Rückruf fast 1,4 Millionen Fahrzeuge von VW und den Konzernmarken Audi, Seat und Skoda betroffen.
Es ist auch nicht der erste Rückruf wegen Batterieproblemen im laufenden Jahr: Bereits im März hatten VW und Cupra deshalb weltweit mehr als 90.000 Autos in die Werkstätten beordert – davon 28.000 in Deutschland.