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Geteilter Automarkt: China fährt Europa davon

Mit 762.525 Pkw-Neuzulassungen ist der Automarkt in Westeuropa im Januar auf einen historischen Tiefstand eingebrochen.
© Foto: VW

Das Autogeschäft in China brummt, während in Europa immer weniger Neuwagen ausgeliefert werden. Weil Corona auch die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr beeinflusst hat, klafft die Lücke besonders weit.


Datum:
09.02.2021
1 Kommentare

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Unterschiedlicher könnten die Zahlen zum Automarkt im Januar nicht sein. Während China im Jahresvergleich ein rasantes Wachstum aufweist, sind die Autoverkäufe in Westeuropa auf ein historisches Tief abgestürzt. Hintergrund sind die unterschiedlichen zeitlichen Abfolgen bei der Bewältigung der Coronakrise.

Der für die deutschen Autobauer immens wichtige chinesische Automarkt hat sich zum Jahresbeginn weiter belebt. Im Vergleich zum vom Coronavirus-Ausbruch belasteten Vorjahresmonat kletterten die Einzelhandelsverkäufe von Autos im Januar um 25,6 Prozent auf 2,18 Millionen Stück, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) in Peking mitteilte. Vergangenes Jahr hatten ein früherer Beginn des chinesischen Neujahrsfestes sowie der Kampf gegen die Covid-19-Pandemie den Markt zunächst schwer belastet. Nach dem Einbruch hatte die Regierung den Absatz in der zweiten Jahreshälfte mit Fördermitteln erfolgreich wieder angekurbelt.

In Westeuropa ist der Automarkt im Januar hingegen auf einen historischen Tiefpunkt abgestürzt. 762.525 Neuzulassungen bedeuteten den niedrigsten Stand seit 1990, wie das Duisburger CAR-Institut auf der Grundlage nationaler Zulassungsdaten berichtete. Zum noch nicht von der Corona-Krise geprägten Vorjahresmonat ging die Zahl der Neuwagen um 25,6 Prozent zurück. Die größten Einbrüche erlebten die Händler und Hersteller in den Märkten Spanien (minus 51,5 Prozent) und Dänemark (minus 45 Prozent). In Deutschland gab es im Januar mit knapp 170.000 Neuzulassungen einen Rückgang um 31,1 Prozent (wir berichteten).

Laut den Studienautoren Ferdinand Dudenhöffer und Detlef Borscheid führten vor allem der in vielen Ländern geschlossene stationäre Autoverkauf und die geringere Anzahl von Arbeitstagen zu dem Rückgang. So habe es in diesem Januar nur 20 Arbeitstage gegeben und damit zwei weniger als im Jahr davor. Darüber hinaus seien in einigen Ländern im Dezember Unterstützungsmaßnahmen ausgelaufen, die teilweise zu Vorzugskäufen geführt hätten. In Deutschland habe die wieder auf 19 Prozent hochgesetzte Mehrwertsteuer den Absatz erschwert.

E-Fahrzeuge weiter im Aufwind

Die Neuzulassungen nach Wirtschaftszweigen entwickelten sich den Angaben zufolge recht unterschiedlich. Insgesamt ging in den fünf großen Ländern der Privatmarkt etwas weniger stark zurück (minus 22,5 Prozent) als das Flottengeschäft (minus 25,7 Prozent). Noch größer war das Minus bei den Eigenzulassungen der Hersteller/Händler sowie bei den Rentals. Weiter im Aufwind waren die E-Fahrzeuge in den Top-5-Märkten: Batterielektrische Autos legten um 22,9 Prozent zu, der Absatz von Plug-in-Hybriden verdoppelte sich sogar (plus 100,7 Prozent). 

Die Experten gehen davon aus, dass der westeuropäische Automarkt vor allem im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnimmt. Erst dann sei mit Lockerungen der gesundheitspolitischen Maßnahmen und der damit verbunden wirtschaftlichen Erholung zu rechnen. Für das Gesamtjahr erwarten sie ein Zulassungsplus von zehn Prozent auf Basis des schwachen Ergebnisses 2020. Das wären dann knapp 11,9 Millionen Pkw. "Die Spannbreite der Wachstumsprognose nach Ländern liegt zwischen drei und 15 Prozent je nach Stärke und Dauer der gesundheitspolitischen Maßnahmen, den Konjunkturprogrammen und den speziell für die Automobilindustrie aufgelegten Förderprogrammen." (dpa/rp)

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KOMMENTARE


J.F.

09.02.2021 - 10:43 Uhr

wenn es so weiter geht ist Europa bald nur noch ein Ort wo man Urlaub macht


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