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CO2-Flottenausstoß in Europa: Ziel knapp verfehlt

© Foto: webmetix.de / stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Neuwagens nach vorläufigen Daten bei 97 Gramm pro Kilometer und damit minimal über den EU-Vorgaben.


Datum:
05.02.2021
1 Kommentare

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Europas Neuwagenflotte hat den CO2-Grenzwert wohl knapp verfehlt. Nach ersten Berechnungen der Umweltorganisation ICCT für das Jahr 2020 lag der durchschnittliche Kohlendioxid-Ausstoß eines neu zugelassenen Pkw in der EU bei 97 statt der vorgegebenen 96 Gramm pro Kilometer. Dieser Wert bezieht bereits alle gesetzlich zugestandenen Vergünstigungen mit ein. Ohne diese liegt der geschätzte NEFZ-Ausstoß laut ICCT bei 107 g/km (WLTP 129 g/km).

Einzelne Hersteller haben ihre individuellen CO2-Ziele den vorläufigen Daten zufolge deutlicher verfehlt, darunter sind auch die deutschen Hersteller VW und Daimler. Andere Autobauer wie PSA-Opel und BMW konnten – auch dank der Gutschriften – ihre Emissionen stärker senken als gefordert (siehe Grafik). Daimler verbesserte sich mit den Hilfen von 117 auf 105 g/km. Renault unterbot dadurch den eigenen Wert von 92 g/km.

ICCT-CO2-2020

Quelle: ICCT

Wie berichtet, profitiert die Autoindustrie bei der Berechnung des Flottenzielwerts von einer Reihe von Vergünstigungen. So können die schmutzigsten Autos gestrichen werden ("phase-in provision"). Die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien ("eco innovation") führt ebenfalls zu Abzügen. Mit den "Supercredits" können die Unternehmen am meisten sparen: Hier werden Neuwagen mit weniger als 50 g/km doppelt angerechnet. Die endgültigen CO2-Daten will die EU Mitte des Jahres vorlegen – aus ihnen ergibt sich auch die Höhe der eventuellen Strafzahlungen.

Grundsätzlich sehen die ICCT-Experten die Branche auf einem guten Weg. Sie verwiesen in ihrer Analyse auf eine monatliche Reduktionsrate von über einem Gramm CO2 pro Kilometer im vergangenen Jahr. Zwischen den Jahren 2015 und 2019 lag dieser Wert lediglich bei rund 0,6 Gramm. Die positive Entwicklung führte die Organisation vor allem auf den Boom bei elektrifizierten Fahrzeugen (BEV/PHEV) in der EU zurück. Deren Anteil am Neuzulassungsvolumen war im Vergleich zum Vorjahr von drei auf elf Prozent gestiegen.

Auf dem deutschen Markt betrug die Durchschnitts-Elektro-Quote der Hersteller-Pools 2020 14 Prozent. Das waren elf Punkte mehr als im Jahr davor, wie ICCT weiter meldete. Den größten Anteil am eigenen Verkaufsvolumen hatte der Daimler-Konzern mit 23 Prozent. Auf Rang zwei folgt Renault mit 19 Prozent vor dem Pool FCA/Tesla/Honda mit 14 Prozent. Das sogenannte Pooling ermöglicht es Autobauern mit schlechter CO2-Bilanz, sich mit besseren Herstellern zusammen veranlagen zu lassen. Weitere Pools bilden beispielsweise Mazda und Toyota oder VW und SAIC. (SP-X/rp)

ICCT-BEV-PHEV-2020

Quelle: ICCT

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KOMMENTARE


M. Schäfer

08.02.2021 - 11:17 Uhr

Solange nur die Herstellerangaben und Verkaufszahlen als Grundlage gewertet werden und die Hybride mitgezählt werden, deren theoretischer C2-Ausstoß herangezogen wird, bin ich davon überzeugt, dass das Ziel massiv verfehlt wurde.


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