Händlertagung: Offene Worte bei Subaru

Subaru Händlerverbandspräsident Thomas Knauber (li.) und Deutschland Geschäftsführer Christian Amenda.
© Foto: Armin Wutzer

Wirtschaftlich sieht es bei Subaru derzeit gut aus. Doch bereits im kommenden Jahr warten auf Händler und Importeur schwierige Aufgaben. Welche das sind und wie sie bewältigt werden, haben beide Seiten auf der Subaru-Händlertagung in Leipzig ausführlich diskutiert.

Von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Digitalisierung, Diesel, Modellpolitik und WLTP – auf der diesjährigen Tagung der Subaru-Händler in Leipzig gab es untereinander und mit dem Importeur viele schwierige Themen zu besprechen. Die Stimmung unter den Händlern war dennoch ausgesprochen gut. Das lag in erster Linie an der wirtschaftlich guten Lage der Marke in Deutschland. So erreichen die Händler, von denen rund die Hälfte nach Leipzig kam, zum Jahresende wie geplant 7.500 verkaufte Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent – bei weiter rückläufigen Händlerzulassungen. Die durchschnittliche Umsatzrendite lag auch deshalb im Bereich von 1,5 und 2,5 Prozent. "Wir gehen mit einem guten Jahr nach Hause", sagte Händlerverbandspräsident Thomas Knauber.

Angesichts dessen gab Subaru Deutschland Geschäftsführer Christian Amenda im Rahmen der Tagung für das kommende Jahr ein ähnliches Ziel wie 2018 aus: Rund 7.000 bis 7.500 Einheiten sollen es werden. Knifflig dabei könnte der neue Abgas-Prüfzyklus WLTP werden. Nach wie vor erreichen nicht alle Fahrzeuge die neue Norm. Darunter auch der enorm wichtige Forester, für den es nur noch bis Ende des dritten Quartals 2019 eine Ausnahmegenehmigung gibt. Der neue Forester sowie ein Mild-Hybrid-Antrieb werden und laut Amenda in 2019 in Deutschland auf den Markt kommen – der Importeur hofft sogar noch vor Ende des dritten Quartals. Bis alle Modelle auf WLTP umgestellt sind, müssten die Händler laut Knauber noch die Bestände an vorhandenen Autos verkaufen. Der Händlerverbandspräsident appellierte zudem an seine Händlerkollegen, die nötigen Investitionen und Vorbereitungen für elektrifizierte Fahrzeuge in Angriff zu nehmen. "Wir müssen die Werkstätten für die Reparatur von E-Autos vorbereiten und unsere Mitarbeiter mit Schulungen an das Thema heranführen", so Knauber

Dieselkrise bereitet Kopfschmerzen

Etlichen Händlern bereitet daneben die Dieselkrise zunehmend Kopfschmerzen. Zwar hat sich Subaru frühzeitig von den Selbstzündern verabschiedet, und die Verkaufszahlen konnten durch ein Absatzplus bei den Benzinern stabil gehalten werden. Aber etliche Händler können offenbar kaum noch Dieselfahrzeuge in Zahlung nehmen, weil sie diese im Anschluss nicht mehr vom Hof bekommen. "In manchen Gegenden können Sie keinen Diesel mehr verkaufen", sagt Knauber. Daran sei schon so mancher Neuwagen-Verkauf gescheitert. Eine Diesel-Umtauschprämie, wie sie andere Hersteller im Programm haben, ist nach Angaben des Importeurs deswegen aber nicht geplant.

Dieselnachrüstungen soll es bei Subaru, wenn möglich, ebenfalls nicht geben. Derzeit gebe es auf dem deutschen Markt insgesamt nur 4.000 Euro 4, 10.000 Euro 5 und 6.000 Euro 6 Diesel unterschiedlichster Modelle. Angesichts von oft wenigen hundert Fahrzeugen pro Modell sei es völlig unsinnig für jedes eine Nachrüstlösung zu entwickeln, befand Amenda und erntete bei den Händlern damit große Zustimmung.

Ein großes Thema auf der Veranstaltung war außerdem die Digitalisierung, bei der viele Subaru Händler noch stark hinterherhinken. "Vor allem kleine Händler stehen hier vor einer Riesenaufgabe", sagt Amenda. Subaru wolle ihnen daher unter die Arme greifen. Der Importeur kündigte darum unter anderem ein Aftersales-Portal an, das den Handel zunächst in der Verwaltung entlasten soll und später zum Online-Shop ausgebaut werden kann. Darüber hinaus soll es einen neuen Verkäuferarbeitsplatz und eine neue Subaru-App geben. Diese soll den Kunden unter anderem individuell zugeschnittene Informationen liefern und über einen Terminassistenten sowie ein Tool für Anfragen an den Händler verfügen.

Keine neuen Händlerverträge und Vertragskündigungen

Um das nötige gegenseitige Vertrauen für die anstehenden Veränderungen zu schaffen, verkündete Amenda auf der Tagung, dass es keine neuen Händlerverträge und keine Vertragskündigungen geben werde. Auch einen Einstieg in den Direktvertrieb schloss er auf Nachfrage von AUTOHAUS aus: "Bloß weil die Großen das tun, müssen wir das noch lange nicht.“ Gleichwohl werde es aber neue Werkstattstandards geben um die Betriebe fit für Hybridfahrzeuge zu machen.

Die offenen Worte kamen bei den versammelten Händlern sehr gut an. "Wir hatten ein sehr offenes Gespräch. Die Informationspolitik von Subaru hat sich erheblich verbessert", findet Knauber. Jedoch wünsche er sich, dass im kommenden Jahr wieder mehr Händler die Chance zum Austausch mit dem Importeur und den Händlerkollegen nutzen.

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