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Hommage: "Sir" Andreas Finkenberg zum 60. Geburtstag

Andreas Finkenberg hat am 16. Dezember 2018 seinen 60. Geburtstag gefeiert.
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Vom Bank-Vorstandsvorsitzenden zum Start-up-Manager: Andreas Finkenberg hat in seiner Karriere erstaunliche Wandlungen gemeistert – immer mit Respekt, Stil und Kreativität.

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Von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

60 Jahre Andreas Finkenberg. Eine gigantische Zäsur. Einerseits enden für ihn die schönsten Mannesjahre. Es sind die zwischen 50 und 60 Lenzen. Andererseits hat Bankier Finkenberg entschieden, sich aus dem operativen Geschäft als Geschäftsführer von Yareto zurückzuziehen. Ja es ist immer wieder so, dass man einer Aufgabe auf seinem Lebensweg entwächst. Typisch Andreas Finkenberg, er hat rechtzeitig mit Sven Hölker für eine erfolgreiche Nachfolge auf dem Yareto-GF-Stuhl gesorgt. Das ist ja nicht selbstverständlich. Andreas Finkenberg wird aber sicher weiter im Aufsichtsrat kreativ "aufsehen" und "Rat" erteilen.

Ausbildung

Das Thema "Rat" durchzieht Finkenbergs ganzes Wirken, ist quasi für viele in der Branche sein Lebenswerk. Gut, er hat das "Banker-Handwerk" ursprünglich bei der Commerzbank AG mit angehängtem wirtschaftswissenschaftlichem Studium gelernt. Daran schloss sich eine Trainee-Ausbildung an. Dann die Bankakademie. Wir halten als gewichtigen Finkenberg-Baustein fest: solide Ausbildung! Das prädestinierte ihn sehr zeitnah zum Geschäftsstellenleiter.

Stationen

Danach folgte der zentrale Einschnitt in seiner Bankenkarriere. Mit 31 Jahren, 1989, gehörte er zum Team der ersten Stunde beim Aufbau der Nissan Bank. Das war beruflich zugleich der zentrale Wechsel in den Bereich "Auto-Spezialbanken". Die Nissan-Bank sollte nicht die einzige Bank sein, die er auf seinem Lebensweg gründen und aufbauen sollte. In der Nissan-Bank sollte er sehr rasch als Geschäftsführer agieren. Und, er fiel dabei unmerklich auf! Wir halten als weiteren Baustein fest, quasi als besonderes Testat: hohe Führungsqualitäten! 1988 erwarb die Firmengruppe Werhahn die Kölner AKB. Dort wirkte als Vorstandsvorsitzender ein anderer großartiger Banken-Gentleman: Franz Josef Hentrei. Und Hentrei holte 1999 den "auffälligen Finkenberg" in den AKB-Vorstand. Wir halten als Wandlung fest: Andreas Finkenberg wechselt zu einer herstellerunabhängigen Autospezialbank! Zu den "Blauen"!

Wirkart

Unabhängig zu sein, stets die Möglichkeit zu haben, frei entscheiden zu können, ist eine weitere kluge Sicht von Bankier Finkenberg. Das AKB-Trio "Hentrei-Finkenberg-Johl" spielte damals schon in der Branche unüberhörbar die erste Geige. Und das mit einmaligen, einprägsamen Melodien. Zu gerne denke ich an die Kunstaktion "Art Automobile" mit Starkünstler Otmar Alt u.a. zurück. Welche Bank kann heute noch von sich behaupten, als personifiziertes Vertrauen unterwegs zu sein? Das zentrale AKB-Trio kannte ihre Händler allesamt persönlich. Weitere gewichtige Feststellung: Andreas Finkenberg behielt sich für jeden kritischen Händlerkredit die letzte Entscheidung vor und stimmte sich in engem Verbund mit seinem zuständigen Außendienst ab. Es ging um die Glaubwürdigkeit vor Kunde. Auch das macht ihn zum "Sir", der große Respekt vor jedem Händler, der sein Kunde war. Nennen wir das wirklich persönliche Kundenbesessenheit oder individuelle Kundenbeseeltheit. Weiter: Es kam kein neues Produkt auf den Markt, das bei ihm nicht vom Prinzip Einfachheit durchdrungen war. Keine vielseitigen Erklärungen. Alles musste auf einer, maximal auf zwei Seiten dargestellt und erklärt sein. Auch die Konditionen! Der weitere Finkenberg: ein kreativer Kopf.


Andreas Finkenberg - 60. Geburtstag

Bildergalerie

Der Dozent

Die aufgezeigten Fundamente setzte der Jubilar in der Fusionierung 2001 mit den "Grünen", der CC-Bank AG fort. Auch da galt: Andreas Finkenberg war immer der Verlässliche. In Wort und Taten. Er musste zu vielen Themen etwas sagen, was er denkt. Gelegentlich musste er sogar mehr sagen, als er wusste. Er tat dies in vornehmer, überlegter Zurückhaltung. Auch bei seinen zahlreichen Vorträgen über zwölf Jahre hinweg an der Hochschule für Automobilwirtschaft in Geislingen konnte man ihm als Gastdozent förmlich beobachten, wie all seine Gedanken in einer druckreifen Formulierung zustande kamen. Immer mit nobler Contenance. Ohne Frage hätte er auch als Professor markante Zeichen gesetzt.

Blau-Grün-Rot-Orange

Erst "blau", dann "grün", ab 2006 dann "rot". Die Santander Consumer Bank hatte die CC-Bank übernommen. Wer ihn und Marion Johl als Händler kannte, machte den neuerlichen Wechsel zur "neuen Bank" mit. Finkenberg wurde dort dann Vorstandsvorsitzender. Und es war Finkenberg, der damals meine Stiftungsprofessur an der Hochschule in Geislingen ab 2008 bis 2014 über die Santander finanzierte. Sechs Jahre: 300.000 Euro! Finkenberg: "Wir möchten an der Hochschule für Automobilwirtschaft in Geislingen jemand lehrend wissen, der aktiv für den Handel eintritt und Töchter und Söhne aus dem Automobilhandel auf ihre Zukunft vorbereitet. Das sind unsere Kunden und das ist unser Anliegen für die Förderung." Der Kanzler der Hochschule, Roland Bosch, sagte mir später: "Das habe ich in meiner langen Amtszeit noch nie erlebt, dass ein Tag nach Rechnungszustellung das Geld eines Förderers auf dem Hochschulkonto einging." Auch das ist Bankier Finkenberg. Immer Stil! Wahrlich, ein Sir!

Santander

In seiner Santander-Ära gestaltete er auch den Neubau der Santander-Bank in Mönchengladbach. Für 1.100 Mitarbeiter. Finkenberg war als Vorstandsvorsitzender auch über verschiedene internationale Aufsichtsratsmandate mit Rat und Tat eingebunden. Wenn einer wie Finkenberg 2009 dann als Vorstandsvorsitzender bei der Santander von sich aus abtritt, so liegt das sicher an unterschiedlichen Sichtweisen einer internationalen Großbank im Kontrapunkt zu einer mittelstandsgeprägten Werhahn-Bank, die doch andere gestalterische Freiheitsgrade, ja gelebte Individualität leichter ermöglicht.

Buchautor

Finkenberg war nun zunächst ein relativ freier Mann. Wettbewerbliche Vereinbarungen schufen die Möglichkeit, dass ich Andreas Finkenberg überzeugen konnte, ein Fachbuch zum Thema Finanzierung im AUTOHAUS-Verlag zu schreiben. Ich sage es offen, nicht nur zum Festtag: Sein Buch "Finanzierung & Leasing im Autohaus – So funktioniert's" ist das beste Fachbuch, das ich in meinem Leben gelesen habe. Aufbau, Abhandlung, Grafiken, Ableitungen, Erklärungen, Verständlichkeit, einfach ganz hohe Klasse. Wir halten fest: Sir Finkenberg als erfolgreicher Buchautor. Wer das vierte Bein im Autohaus auf einen soliden Sockel stellen möchte, dem sei heute noch sein Werk zur Lektüre empfohlen.

Bank11

Zum 1. Januar 2011 fungierte er abermals als Gründer einer neuen Bank. Deren Name: Bank11. Finkenberg machte vor, wie man in einem besetzten Markt mit Erfolg agieren kann. Klartext: Man muss nur besser sein als der Wettbewerb. Drei Jahre später hatte er die neue Bank im schwarzen Zahlenbereich! Ein Phänomen! Seit 1. Juli 2016 wirkt er dort als Aufsichtsrat.

Yareto

Anton Werhahn, Gesellschaftervertreter der Bank11, sprach mit Finkenberg über die digitalen Wandlungen im Bankensektor und beauftragte ihn mit einem digitalen Zukunftskonzept. Daraus entstand: Yareto.de. Abermals ist er der Zeit voraus. Welche eine Wandlung? Er dreht die Sicht der Dinge! Das wollen viele in der Branche noch immer nicht wahrhaben. Das Ganze hat dann auch optische Wirkung! Man muss sich das vorstellen: ein Bankier, stets im branchentypischem dunklen Anzug, ewiger Schlipsträger und nun als Start- up-Manager. Ein Disruptor in Jeans, mit jungem Team, mit allen per Du! Klare Erkenntnis: Finkenberg stellt sich Veränderungen!

Der Abschied

Auch wenn Finkenberg künftig im Hintergrund noch beratend mitwirken wird, so stellt der heutige Tag doch ein markantes Stück Abschied aus der ersten Branchenreihe dar. Viele Händlerinnen und Händler in der Branche werden das sehr bedauern. Ja, er war für alle ein verlässlicher Leuchtturm, ein kreativer Gestalter, klug wie weise, als Bankier ein großes Vorbild. Elite!

Am 16. Dezember wurde auch Ludwig van Beethoven geboren. Wir widmen ihm Schillers Text: Ode an die Freude! Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein. "Sir" Andreas Finkenberg, Sie waren für uns alle ein großartiger Branchenfreund! Das sagen alle dankbar, denen Sie stets mit Rat und Tat, klug wie weise mit großer innerer, ja menschlicher Intention stets geholfen haben. Wer kann in der gesamten Automobilbranche wie Sie mit dem eigenen Konterfei öffentlich um Vertrauen werben? Vertrauen kann man nicht kaufen. Man muss es gewinnen. Sir Andreas Finkenberg, Sie haben es gewonnen. Mit größter dankbarer Gratulation lassen wir Sie hochleben. Wir danken für sein großartiges Wirken für die ganze Branche!

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KOMMENTARE


Brancheninsider

18.12.2018 - 09:09 Uhr

Beeindruckende Karriere hat er da hingelegt der Herr Finkenberg. Wenn auch nicht immer bequem für uns als Wettbewerber. Aber man muss seine Leistung anerkennen.


Autojosef

20.12.2018 - 17:57 Uhr

Jaaa, ich habe IHN auch kennengelernt im Werhahn Imperium AKB mit dem unvergessen Hermann L. Malso - der strategischen Marion Johl und natürlich dem Münsteraner Franz Josef Hentrei. Damals hatte man das Gefühl unschlagbar im Markt zu sein, wenngleich guten Wettbewerb gab es auch damals schon ( sorry die Damen


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