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KBA: Weiter Katerstimmung auf Automarkt

Die Rekordhitze im Juli hat die Pkw-Käufer eher an den Badesee getrieben als ins Autohaus.
© Foto: Archiv/AHO-Montage

Nach amtlichen Berechnungen kamen im Juli 237.428 fabrikneue Pkw auf die Straße – ein Minus von rund 30 Prozent gegenüber dem erhöhten Vorjahresmonat. Auch das Ergebnis aus 2008 wurde deutlich verfehlt.


Datum:
03.08.2010
4 Kommentare

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Die Flaute auf deutschen Automarkt hat sich im Juli fortgesetzt. Nach Berechnungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Flensburg ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 30,2 Prozent auf 237.428 Einheiten zurück. Mit minus 9,6 Prozent wurde auch das Ergebnis von 2008 deutlich verfehlt. Nach sieben Monaten liegt das Defizit im Vergleich zum von der Abwrackprämie geprägten Vorjahr bei über 690.000 Autos oder minus 28,9 Prozent.

Weiter bergauf ging es mit dem Gebrauchtmarkt. Mit 572.519 Besitzumschreibungen lagen die Pkw im Berichtsmonat 7,4 Prozent über Vorjahresniveau. Den Statistikern zufolge sind fast 95 Prozent dieser Fahrzeuge in privatem Besitz, der Anteil der jungen Gebrauchten (bis zu zwölf Monate alt) lag bei 11,7 Prozent. Seit Jahresbeginn wechselten 3.721.546 Autos den Halter – ein leichter Zuwachs von 1,8 Prozent.

Der Privatanteil der neuen Pkw im Juli bei 46,4 Prozent. Das Mini-Segment brach gegenüber dem erhöhten Vorjahreswert um über 50 Prozent zurück. Die Zulassungen in der oberen Mittelklasse kletterten indes um 22,2 Prozent, die der Geländewagen sogar um 37,6 Prozent. Zudem kamen 18,6 Prozent mehr Sportwagen neu auf die Straße als vor einem Jahr.

Premium profitiert

Porsche profitierte von diesem Trend und erzielte ein Plus von 14,3 Prozent. Mercedes-Benz (plus 8,1 Prozent), Smart (plus 3,9 Prozent) und BMW/Mini (plus 3,7 Prozent) waren ebenfalls auf der Überholspur unterwegs. Lediglich Audi konnte mit einem Rückgang um 11,9 Prozent nicht am Premium-Aufschwung teilhaben. Erneut empfindliche Einbußen mussten die Massenhersteller Opel (minus 43,5 Prozent), Ford (minus 38,6 Prozent) und VW (minus 33,9 Prozent) hinnehmen.

Bei den Importmarken gab es Einbrüche von bis zu rund 68 Prozent, wie bei Lancia und Daihatsu. Die Chevrolet- und Suzuki-Zulassungen sackten im Juli um knapp 60 Prozent ab. Skoda, Subaru und Fiat halbierten ihre Verkäufe. Gegen den Trend legten dagegen Jaguar (plus 19,3 Prozent) und Land Rover zu. Der britische Geländewagenspezialist verdoppelte nahezu seine Zulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat. (rp)

Weitere Details sind unten in der Downloadbox abrufbar.

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KOMMENTARE


Eugen Thoma

03.08.2010 - 22:41 Uhr

Schaut man sich die Liste an, kriegt man gleich Mitleid mit den Händlern gewisser Marchionne's äh Marken... Alfa Romeo im laufenden Jahr minus 45%, Lancia minus 62 Prozent, Chrysler (dank Jeep?) "nur" minus 26% Die drei Marken zusammen kommen auf 0,6 % Marktanteil mit total 9100 verkauften Fahrzeugen, wie soll da ein Ueberleben der Händler noch gelingen? Wenn ich mir dann das Echo der Alfa-Freunde zum Jubiläumsdesaster in Mailand (von Feier konnte da ja gar keine Rede sein) durchlese, ist Alfa mit Marchionne in kurzer Zeit Geschichte, denn so werden auch die treuesten Fans einer Marke "erfolgreich" vor die Nase gestossen.


A.R.Beyer

04.08.2010 - 12:22 Uhr

Katerstimmung im deutschen Automobilvertrieb----aber die Premiumhersteller schreiben damk Auslandsnachfrage (insbesondere China ) wieder grosse Gewinne-----aber der Heimatmarkt schwächelt weiter. Den deutschen Händlern nutzt es allerdings wenig, dass ihre Hersteller woanders richtig Geld verdienen. Im KFZ Gewerbe kommt der Aufschwung nicht an, was passiert wenn der jetztige Aufschwung vorbei ist, wenn während des wirtschaftlichen Aufschwungs bereits 30,2% weniger Fahrzeuge verkauft werden ? Kommen dann nochmals 50% weniger Fahrzeuge in den Markt ? Das Problem ist, dass das Automobil in Deutschland angefeindet wird, es ist schicker zu Hause zu bleiben oder mit der Bahn zu fahren, als ein neues Auto sein eigen zu nennen. Solange das so ist: Umweltzone, Parkverbote in den Cities, horrende Parkgebühren, überhöhte Spritpreise, durchlöcherte Strassen etc. wird sich nichts ändern. Und wenn die Autokonzerne wieder dank Auslandsgewinnen in Deutschland dicke Steuern zahlen, wähnen sich die Politiker auf dem richtigen Wege. Pseudo Umweltschutz in Deutschland und dennoch zahlen die Autokonzerne wieder richtig Steuern. Dann haben die Politiker wieder alles richtig gemacht und wenn man so gut gearbeitet hat, dann ist eine Diätenerhöhung auch gerechtfertigt. Der Strom kommt aus der Steckdose und das Geld kommt von der Besoldungszentrale.


Gerd Rammelinger

04.08.2010 - 12:48 Uhr

Frage: Ist der deutsche Markt noch wichtig für die Hersteller? Echte Nachfrage liegt bei ca. 200.000 Stück pro Monat, d.h. 2,4 Mios. pro Jahr. Steigerung nach oben? Unwahrscheinlich. Dass sich mehr Kunden über den Preis gewinnen ließen, hat die Umweltprämie bewiesen.


E.Kühlwetter (wallibelli)

04.08.2010 - 17:35 Uhr

Überall strotzt es in den Medien nur so von Umsatzexplosionen, Gewinnsprüngen und glänzenden Zahlen. Zum einen muß man die in Relation zu den z. T. desaströsen Hersteller-Ergebnissen der Jahre 2008 und 2009 sehen. Zum anderen beruhen die Ergebnisse auf einem Exportboom, der primär in Asien explizit China und bei etlichen Anbietern durch die USA getragen wird. Es muss frustrierend sein, hier im Portal tagein tagaus Jubelmeldungen zu lesen, wo doch D-Land kräftig im Rückwärtsgang fährt. Die deutschen Zulassungszahlen zeigen einige Veränderungen im strategischen Vorgehen der Marktteilnehmer. - Unter dem Aspekt florierender Märkte in Schwellenländern und USA drücken Importeure und Hersteller hier nicht mehr auf Teufel komm raus neue Autos in den Markt. Deutschland wird für die Hersteller immer mehr zu einem reinen Imagemarkt. Das Volumen machen sie demnächst wo anders. Zumal eine Zurückhaltung der dringend nötigen GW - Wertstabilisierung entgegenkommt. - Eine EU-Erhebung hat kürzlich erbracht, dass trotz der mißlichen Situation hier in D-Land die höchsten Preise für Neuwagen in EU-Ländern. Begründung der Hersteller: Deutschland verlange bessere Sicherheitsaussttungen als andere EU-Länder. So pauschal kann das nicht stehenbleiben. Was hier an mehr Sicherheit eingebaut ist, ist in anderen Ländern oft mehr an Komfort eingebaut. - Speziell Privatkunden haben sich aufgrund der hohen Bestände und bis zu Anfang 2010 stark gefallenen Preise auf dem GW-Markt bedient. - Die Rahmenbedingungen für Neuwagenkäufer verschlechtern sich bei uns weiter. Etliche Gründe hat Herr Bayer schon genannt. - Deutschland wird für die Hersteller immer mehr zu einem reinen Imagemarkt. Das Volumen machen sie demnächst wo anders. Die diesjährigen Neuzulassungen sind Bestätigung für vorgezogenens Kaufverhalten und einmalige Mitnahmeeffekte während der Abwrackprämie. Es war jedem klar, 2009 wird für viele Händler eine Durststrecke. Unter der leiden besonders die Profiteure des letzten Jahres. Von den Etablierten hat mit BMW die Marke am wenigsten verloren, die so gut wie gar nicht von der Prämie profitierte (Audi hat mit A3 und MB mit A- und B- Klasse etliche Prämienverkäufe getätigt). Wer mit mehr als 2.8 Mio. Neuzulassungen für 2010 rechnete, war ein Optimist. 2.7 Mio. plus sind bis Jahresende immer noch drin. Damit bleibt man im Rahmen der meisten Prognosen. Mittelfristig muß man sich in D-Land mit etwa 3.0 Mio Neuzulassungen p. a. begnügen. Im Focus der boomenden Exportmärkte tut das den Herstellern nicht weh. Europas und D-Land's Autoabsatz kommt erst wieder auf Touren, wenn bezahlbare, umweltfreundliche, staatlich geförderte Massenautos mit alternativen Antrieben zu den Händlerbetrieben rollen.


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