Die japanische Autoindustrie kommt nicht zur Ruhe. Kaum hatte Toyota die von einem Erdbeben betroffenen Werke wieder in Betrieb genommen, sorgte Taifun "Dolphin" für die nächste Unterbrechung. Der Sturm brachte 17 Fertigungslinien in neun Montagewerken zum Stillstand. Betroffen sind unter anderem die Modelle Corolla und Camry sowie mehrere Lexus-Baureihen, wie "T-Online" und andere Medien berichteen.
Bereits Ende Juli hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 erhebliche Auswirkungen auf die Fahrzeugproduktion in Japan. Nach Angaben aus dem Umfeld der Hersteller konnten rund 20.000 Fahrzeuge nicht gebaut werden. Besonders betroffen war die Insel Kyushu, ein wichtiger Standort für die Fahrzeug- und Komponentenfertigung sowie für den Export in asiatische Märkte.
Andere Hersteller nahmen Betrieb wieder auf
Nach den ersten Schäden hatten Nissan, Daihatsu und Mitsubishi ihre Werke schrittweise wieder hochgefahren. Auch Toyota kehrte zunächst zur Normalproduktion zurück. Die Erholung erwies sich jedoch als kurzlebig, da der Taifun die Fertigung erneut störte. Bei Honda dauern die Auswirkungen länger an. Zwei Werke bleiben mindestens bis zum 19. August geschlossen. Hintergrund ist ein Mangel an Stoßdämpfern. Der Engpass geht auf Schäden beim Zulieferer Astemo zurück, dessen Anlagen durch das Erdbeben beschädigt wurden. Wann die Produktion vollständig wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit offen.
Auch Toyota spürt die Folgen beschädigter Produktionsstätten in der Lieferkette. Ein Werk des Zulieferers Aisin konnte nach dem Erdbeben nur eingeschränkt arbeiten. Dort werden unter anderem Türkomponenten, Sitzteile, Schiebedächer und Aluminiumgussteile für Motoren gefertigt. Anfang August wurde die Produktion teilweise wieder aufgenommen.
Sowohl bei Toyota als auch bei Honda fällt ein Teil der Produktionsausfälle in die Zeit vor den traditionellen Sommerferien der Werke. Dadurch dürfte sich der tatsächliche Produktionsverlust in Grenzen halten. Die Ereignisse zeigen jedoch erneut, wie anfällig globale Lieferketten für Naturkatastrophen und Ausfälle einzelner Zulieferer bleiben.