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Rückschlag: Saab erneut vor dem Aus

Saab trennt nur noch eine Haaresbreite vom Abgrund.

Saab trennt nur noch eine Haaresbreite vom Abgrund: Am Mittwoch hat der bisherige Zwangsverwalter den Kampf um einen Neustart wegen Aussichtslosigkeit aufgegeben. Auch GM ist gegen den Rettungsplan.


Datum:
07.12.2011
4 Kommentare

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Der endlos scheinende Kampf gegen das Aus beim Autohersteller Saab geht in eine neue und wahrscheinlich in die letzte Runde. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch in Trollhättan mitteilte, hat der von einem Gericht eingesetzte Zwangsverwalter Guy Lofalk den Abbruch des bisher freiwilligen Sanierungsverfahrens mit Gläubigerschutz beantragt. Das Management um den bisherigen Eigner Victor Muller will weiter um ein Überleben mit Hilfe des chinesischen Autokonzerns Youngman kämpfen.

Lofalk hatte seit Anfang der Woche öffentlich erklärt, dass er das "Ende des Weges" für erreicht halte, weil Saab über keine Mittel verfüge und es keine realistische Aussicht auf einen baldigen Neustart der Produktion gebe. Am Dienstag verweigerte der US-Konzern General Motors (GM) als früherer Saab-Eigner erneut die dringend benötigten Lizenzen für den Neustart der Produktion mit Youngman als neuem Teileigner.

Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs sagte zur Aufgabe des Zwangsverwalters Lofalk gegen den erklärten Willen des Saab-Managements: "Er muss das tun, was seine Rolle verlangt." Muller arbeite dennoch "mit aller Kraft" an einer neuen Lösung unter Mitwirkung von Youngman. Der Niederländer hatte seine Strategie für ein Überleben in den letzten Wochen mehrfach geändert, dabei aber nie akut benötigte Kapitalhilfen flüssig machen können.

Noch keine Löhne und Gehälter für den Weihnachtsmonat

Muller muss innerhalb von sechs Tagen einen glaubwürdigen Geschäftsplan vor Gericht vorlegen. Andernfalls gilt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als sicher. Saab kann in seinem westschwedischen Stammwerk seit April wegen Geldmangels und hoher Schulden keine Autos mehr produzieren. Die 3.500 Beschäftigten haben noch keine Löhne und Gehälter für den Weihnachtsmonat bekommen. Die Zusagen potenzieller chinesischer Investoren zur Überweisung von Mitteln für fällige Lohn- und Gehaltszahlungen sind im  November erneut nicht eingehalten worden. (dpa)

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KOMMENTARE


Karl-Heinz Scherer

07.12.2011 - 10:35 Uhr

Die Erwartung einer dauerhaften Lösung und der Sicherung von SAAB ist wieder mal verflogen. (Erinnerungen an OPEL ?!) Auch in dem Fall kommt ein nachdenklicher Eindruck auf. Dabei hätte SAAB eine Zukunft wirklich verdient. Hoffentlich gelingt allen Beteiligten doch noch bald, effektiv Einigung und Fortbestehen zu realisieren.


trehla

07.12.2011 - 14:35 Uhr

Egal was man über die Zukunft von Saab denken mag, aber hier sind wieder diverse individuelle Eitelkeiten im Spiel. Zum einen ist doch wohl klar, das ein Invest der Chinesen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird, schließlich müssen die doch auch sehen was gekauft wird. Zum anderen zeigt GM einmal mehr, sein wahres Gesicht. eine Pleite von Saab bedeutet auch einen Premium Anbieter weniger auf dem USA Marktz…schade


Wolfgang Kirsch

07.12.2011 - 16:02 Uhr

Wenn GM sowohl Patente als auch Werks- und Produktionsanlagen gehören, wird man diese nicht einem anderen Investor überlassen? Seit der Übernahme durch GM hat man in über einer Dekade jedes Jahr Verluste geschrieben. Die 400.000 Stück pro Jahr wurden niemals erreicht. Die gut ausgebildete Belegschaft in Trollhättan und die Marke "SAAB" haben dieses traurige Ende nicht verdient und sicherlich auch nicht verschuldet. Engagements bei Isuzu, Lotus, bei Fiat in Italien lassen grüßen. Viel "grüne Tisch-Planung", wenig realisierte Autoverkäufe.... Konsequenterweise hätte die Detroiter Konzernzentrale vor zwei Jahren die Fabriktore schließen müssen oder ein alternatives Konzernmodell in Schweden vom Band laufen lassen.


jawi

07.12.2011 - 21:57 Uhr

Es ist unfassbar, was dort wieder gespielt wird. Saab hat derzeit die breiteste und jüngste und wahrscheinlich auch attraktivste Modellpalette seiner gesamten Geschichte im Angebot und GM lässt die Schweden am ausgestreckten Arm verhungern. Da ist sie wieder die böse Fratze... In der Haut der Mitarbeiter, die bis heute stolz zu Saab gestanden haben, mag man auch kaum selbst stecken. In diesem Zusammenhang sollte man auch nicht vergessen, dass GM selbstum Haaresbreite an seinem eigenen Exodus vorbeigeschlittert ist und nur massive staatliche Gelder der US-Regierung dies verhindert haben. Dies haben die arroganten Herren aus Detroit schon wieder vergessen. Auch an Opel und seinem Image wird dieses Verhalten der US-Mutter nicht spurlos vorübergehen. Welcher Saabianer soll da noch auf die Idee kommen einen Opel zu kaufen - ach ja, das sind ja so wenige, dass es offensichtlich egal ist. Wenn das so wenig ist, warum lässt man Saab dann nicht überleben? Save Saab!


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