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Stellantis-Händlerverbände: Schöne neue Welt der echten Agentur

Vertreter der Stellantis-Händlerverbände in Mainz
Die Vertreter der drei in die Verhandlungen eingebundenen Händlerverbände präsentierten das Ergebnis der Presse (v. li.): Ubbo Latajka (VCDP), Rechtsanwalt Uwe Brossette, Peter Gerards (VCDP), Peter Hübner (VDOH), Marc Voss (Geschäftsführer VCDP) Adrian Glöckner (JARD), Thomas Gauch (JARD) und Uwe Heymann (Geschäftsführer und Justitiar VDOH).
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

2024 starten die ersten Marken des Stellantis-Konzerns in Deutschland ins Agentursystem. Nach der ersten Einschätzung sind die Verträge nicht besser und auch nicht schlechter als ihre Vorgänger. Aber anders.

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Es gibt keine Lagerwagen mehr, nur noch Ausstellungs- und Vorführfahrzeuge. Diese werden vom Hersteller zugewiesen, können also nicht mehr vom Händler nach Wunsch bestellt werden. Die Fahrzeuge bleiben bis zur Übergabe an den Kunden vollständig im Eigentum und damit im Risiko des Herstellers. Der Händler verkauft im eigenen Namen, aber auf Rechnung des Herstellers, der auch über die Preise entscheidet. Es ist "eine Art Zwitteragentur im Vergleich zum Handelsvertreter", wie Rechtsanwalt Uwe Brossette von der Kölner Kanzlei Osborne Clarke erläuterte, "eine echte Agentur mit der Besonderheit, dass die Fahrzeuge im Namen des Händlers verkauft werden." Brossette hat die Verhandlungen zum neuen Agenturvertrag bei Stellantis begleitet.

Kostenaufteilung

Die vertrags- und marktspezifischen Risiken und die damit verbundenen Kosten übernehmen die Hersteller. Hierzu gehören zum Beispiel die Kundenrabatte, die Kosten für Transport und Auslieferung inklusive Zulassung und Versicherung, der gesamte Schulungskostenaufwand für das Personal der Agenten, Werbungskosten, aber auch zum Beispiel die Ladestationen für die Vorführfahrzeuge. Immobilien sind Allgemeinkosten, die ebenso wie das Personal aus der Provision des Handels bezahlt werden müssen. Die Kosten für Showroom-Ausstattung und Außen-CI sollen sich Händler und Hersteller teilen. Wie das konkret erfolgen soll und zu welchem Prozentsatz, muss noch ausgehandelt werden. Da die Arbeit im Wesentlichen beim Handel bleibt, wird nicht erwartet, dass in den Autohäusern Personal eingespart werden kann.

Neue Geschäftsgrundlage

Das sind nur einige der Eckpunkte des Agenturvertrages, der ab 2024 für die Stellantis-Premiummarken Lancia, Alfa Romeo, DS sowie für die Nutzfahrzeugmarken von Opel, Peugeot, Citroën und Fiat gelten wird. Für die Pkw-Marken von Opel, Peugeot, Citroën, Fiat und Jeep sollen die Agenturverträge erst 2027 eingeführt werden. Die Vertreter der drei an den Stellantis-Vertragsverhandlungen beteiligten Händlerverbände gaben am Dienstag zusammen mit Brossette im Anschluss an die gemeinsame Informationsveranstaltung für ihre Mitglieder auch der Presse einen Überblick über die bevorstehenden Neuerungen.

Der Verband der Opel Händler (VDOH), der Verband Deutscher Citroën-, DS- & Peugeot-Vertragspartner (VCDP) und der Verband der Jeep, Alfa Romeo, RAM & Dodge Händler (JARD) hatten nach Mainz geladen. 720 Teilnehmer waren gekommen. Nach Angaben der Veranstalter waren damit 80 bis 90 Prozent des monatlichen Zulassungsvolumens der Stellantis-Marken in Deutschland vertreten. "Es ging uns darum, neutral das Verhandlungsergebnis zu präsentieren", erläuterte VCDP-Vorstandsmitglied Ubbo Latajka. "Jeder Unternehmer kann auf Basis dieser Infos seine Überlegungen anstellen." Eine Empfehlung wollte der Verband nicht abgeben: "2023 kann man bei neuen Händlerverträgen zwischen Pest und Cholera wählen", hieß es. Die neuen Verträge stellten eine Geschäftsgrundlage dar. Sie seien nicht besser oder schlechter als ihre Vorgänger, aber anders.

Vergütung muss noch festgelegt werden

Ganz abgeschlossen sind die Verhandlungen noch nicht. Die Inhalte stünden zu 90 Prozent fest, teilten die Verbandsvertreter mit. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), Liefer- und Zahlungsbedingungen stehen noch aus. Auch wie hoch die Agenturprovision sein wird, muss noch festgelegt werden.

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