ASG Remscheid auf Wachstumskurs: Persönlichkeit schlägt Preis

20.03.2026 15:36 Uhr | Lesezeit: 5 min
ASG Remscheid Autohaus e.K. Hakan Göksu
Von acht auf 500 Autos: ASG Remscheid will weiter an seiner Erfolgsgeschichte schreiben. Der neue Standort soll Abläufe verbessern und weiteres Wachstum ermöglichen.
© Foto: ASG Remscheid Autohaus e.K. Hakan Göksu

Mit einem neuen Standort, klaren Prozessen und starkem Fokus auf Marke und Sichtbarkeit positioniert sich der freie Gebrauchtwagenhändler ASG Remscheid für den Markt 2026. Aus den acht Autos 1989 ist heute ein Bestand von rund 500 Fahrzeugen geworden. AUTOHAUS hat mit dem Geschäftsführer gesprochen.

ASG Remscheid gehört zu den wachstumsstarken und freien Gebrauchtwagenhändlern in Deutschland. Rund 50 Mitarbeiter, 1.450 Verkäufe im Jahr 2025 und eine Planung von 1.600 Fahrzeugen für 2026 unterstreichen die aktuelle Entwicklung. Das Fahrzeugportfolio reicht mittlerweile von Fiat bis Ferrari, der durchschnittliche Fahrzeugwert liegt bei rund 45.000 Euro. Größter Markenanteil 2025 war Mercedes-Benz. Mit einem neuen Standort will das Unternehmen nun die Weichen für den nächsten Entwicklungsschritt stellen.

ASG zählt laut Santander-Händler-Ranking zu den Top 20 in Deutschland und treibt den Markenaufbau auch in den sozialen Medien voran. Podcast-Auftritte, Youtube und eigene Content-Formate dienen hier nicht dem kurzfristigen Abverkauf, sondern der Wiedererkennbarkeit und der Kundenbindung durch Vertrauen. Wir haben mit Geschäftsführer Hakan Göksu über Hintergründe, Herausforderungen und Perspektiven gesprochen.

Herr Göksu, Sie haben kürzlich einen neuen Standort eröffnet. Warum jetzt, und welches konkrete Ziel verfolgen Sie damit?

Der neue Standort soll unsere Abläufe beschleunigen, uns mehr Platz für zusätzliche Fahrzeuge geben und ein besseres Kundenerlebnis ermöglichen. Gleichzeitig verbessert die räumliche Nähe aller Abteilungen das Arbeitsklima und vereinfacht die interne Zusammenarbeit.

ASG Remscheid Autohaus e.K. Hakan Göksu
© Foto: ASG Remscheid Autohaus e.K. Hakan Göksu

Wachstum bedeutet nicht nur mehr Fläche, sondern auch mehr Komplexität. Wo lagen beim neuen Standort die größten operativen Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war erst einmal die Frage, wo man anfängt. Es handelte sich ja um ein großes und komplexes Sanierungs- und Renovierungsprojekt mit neuer Büroaufteilung, neuen Ablaufplänen und verschiedenen Genehmigungen, etwa für die Straßennutzung. Hinzu kamen Themen wie die Sichtbarkeit und die Bekanntmachung des neuen Standorts, da er sehr nah am bestehenden Standort liegt, sowie die komplette Beschilderung.

Sie zählen laut Santander Händler Ranking zu den Top-20-Gebrauchtwagenhändlern in Deutschland. Welche Rolle spielen Finanzierung, Bestandsmanagement und Kalkulation für Ihren Erfolg?

Finanzierung ist für uns ein strategischer Hebel. Sie beeinflusst nicht nur die Abschlussquote, sondern auch die Zielgruppen, die wir erreichen, und die Geschwindigkeit, mit der sich unser Bestand dreht. Zusatzprodukte wie Garantien erhöhen die Planbarkeit der Kosten und minimieren das Gewährleistungsrisiko. Beim Bestandsmanagement liegt unser Fokus auf Umschlag und Struktur, nicht auf maximaler Stückzahl. Wir analysieren sehr genau, welche Fahrzeuge sich in welchem Zeitfenster verkaufen, und leiten daraus Erkenntnisse für den zukünftigen Zukauf ab. Unsere Einkaufsrichtlinien passen wir kontinuierlich an Markt, Zeit und Erfahrung an. Gerade in Phasen schwankender Marktpreise ist ein schneller Verkauf entscheidend für stabile Preise.

Neben dem klassischen Fahrzeugverkauf investieren Sie gezielt in Markenaufbau und digitale Sichtbarkeit. Welche Learnings sehen Sie hier?

Ein zentrales Learning ist, dass professionell wirken nicht automatisch erfolgreich bedeutet. Früher war unser Auftritt sauber, aber austauschbar. Erst als wir bewusst unperfekter, humorvoller und authentischer wurden, stiegen Reichweite. Wir verstehen Social Media nicht als klassische Verkaufsplattform, sondern als Instrument für Markenaufbau und Wiedererkennbarkeit. Ziel ist nicht der einzelne Abverkauf, sondern dass ASG als Marke bekannt ist und die Menschen hinter dem Unternehmen wahrgenommen werden. Wir setzen bewusst auf Persönlichkeit statt auf reine Fahrzeug- und Preisdarstellung und zeigen uns ungefiltert – mit Erfolgen, Niederlagen und echtem Arbeitsalltag.

Setzen Sie dabei auf verschiedene Content-Formate?

Ja, die Plattformen nutzen wir sehr unterschiedlich: Youtube dient dem Storytelling und der transparenten Darstellung unseres Alltags hinter den Kulissen. Instagram ist unser direkter Draht zur Community, mit Alltagseinblicken, Angeboten, Recruiting und persönlicher Kommunikation. Tiktok nutzen wir gezielt für Unterhaltung, nicht für Werbung. Unsere Verkäufer stehen selbst vor der Kamera, zeigen Humor und Persönlichkeit und erreichen so auch jüngere Zielgruppen. Ergänzend arbeiten wir mit bekannten Online-Persönlichkeiten und Medienformaten zusammen.

Wie blicken Sie auf den Gebrauchtwagenmarkt 2026?

Die größten Chancen sehen wir für freie Händler in einer klaren Positionierung über Marke, Vertrauen und Persönlichkeit statt über den reinen Preis. Digitale Sichtbarkeit und Community-Aufbau werden weiter an Bedeutung gewinnen. Zusätzlich liegt großes Potenzial in einer starken Beratungsleistung rund um Finanzierung, Zusatzprodukte und Service. Schwieriger wird es für Händler, die austauschbar bleiben und ausschließlich über den Preis konkurrieren. Steigende Kosten für Personal, Prozesse und Digitalisierung erhöhen den wirtschaftlichen Druck. Zudem verlangt der Markt eine hohe Anpassungsgeschwindigkeit an veränderte Kundenanforderungen und neue Mobilitätsthemen. Wer hier nicht flexibel bleibt, wird es zunehmend schwerer haben.


ASG Remscheid

  • Mitarbeiter: aktuell 50
  • Verkäufe: 1.450 Fahrzeuge (2025), geplant 1.600 Fahrzeuge (2026)
  • Fahrzeugportfolio: von Fiat bis Ferrari, breit gemischt
  • Durchschnittlicher Fahrzeugwert: ca. 45.000 Euro
  • Meistverkauftes Modell: 2024 Mercedes-AMG C43, 2025 VW Golf
  • Größter Markenanteil 2025: Mercedes-Benz



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