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VW-Handel: Bonussystem wird kalkulierbarer

Nach dem Corona-Lockdown sind die VW-Autohäuser bundesweit im Öffnungsmodus.
© Foto: Volkswagen

VW-Vertriebsleiter Holger B. Santel hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, beim Thema Marge/Bonus eine gemeinsame Linie mit dem Handel zu finden. Nun liegen erste Ergebnisse der Gespräche vor.


Datum:
27.04.2020
5 Kommentare

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Der Volkswagen und Audi Partnerverband (VAPV) hat erste Ergebnisse seiner Gespräche über die Anpassung der laufenden Bonussysteme bei der Marke VW Pkw kommuniziert. Wie aus einer Rundmail an die Mitgliedsbetriebe hervorgeht, wurde für das zurückliegende erste Quartal eine nachträgliche Reduzierung der Einstiegshöhen im Strukturbonus um 18 Prozent vereinbart. Damit werde dem Markteinbruch durch die Corona-Pandemie Rechnung getragen, hieß es. Das VAPV-Schreiben liegt AUTOHAUS vor.

Für den Neustart im Automobilhandel seit der vergangenen Woche hatte der Verband eine Fixierung des Bonussystems gefordert. "Diese Vereinfachung und Planbarkeit ermöglicht die volle Konzentration auf unsere Kernkompetenz – das Verkaufen von Autos", bekräftigte Egbert Gogolin, Sprecher Beirat VW Pkw, am Montag.

Für das zweite Quartal habe nun jeder Partner die Wahl, den Bonus auf sechs Prozent zu fixieren oder im vereinbarten neuen Bonusmodell zu bleiben, so der VAPV-Vertreter weiter. Gemeinsam mit dem Hersteller werde man die Marktentwicklung aufmerksam beobachten und bei Bedarf Lösungen für das dritte und vierte Quartal besprechen.

Zum 1. April 2020 sind bei VW die neuen Händlerverträge in Kraft getreten. Angesichts der aktuellen Corona-Flaute macht sich der Handel Sorgen, ob er ohne entsprechenden Absatz die verhandelten Ziele in diesem Jahr überhaupt erfüllen kann. Diskutiert wird, wie viel beim Thema Marge/Bonus fixiert werden und wie viel weiterhin auf Leistungskriterien basieren soll.

Nach dem Corona-Lockdown sind die VW-Autohäuser bundesweit im Öffnungsmodus. Der Wiederanlauf des Handels unterstützt der Hersteller mit einem neuen Programm namens "Jump-Start". Dazu gehören neben einem umfassenden Online-Training auch "sehr attraktive Konditionen bei Leasing und Finanzierung" (wir berichteten). Sie sollen helfen, den Absatz wieder anzukurbeln. (AH)

Ein aktuelles Interview mit VW-Deutschlandchef Holger B. Santel lesen Sie bei AUTOHAUS next!

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KOMMENTARE


VK

27.04.2020 - 17:33 Uhr

Im Artikel "Wir stehen vor einem Neuanfang" vom 24.04.20 philosophiert G. Eckert unter anderem darüber, warum der Handel so hohe Nachlässe gewährt. Ich werde hier zu gegebener Zeit noch etwas darüber schreiben. Heute, 3 Tage später, werden im Artikel "Bonussystem wird kalkulierbarer" Internas komplett öffentlich kommuniziert. Bin ich der Einziger, der sich fragt, was hier alles falsch läuft? Ist doch naheliegend: zuerst die Marge öffentlich kommunizieren und dann eine Beratungsfirma engagieren, die dem Handel hilft, die Nachlässe in den Griff zu bekommen.


alberik

28.04.2020 - 10:08 Uhr

Ich verstehe nicht, wieso man eigentlich immer mehr und mehr Rabatte geben muss. Weiß VW, dass die Fahrzeuge eigentlich zu teuer sind für die normalen Bürger und hoffen sie deshalb auf staatliche Unterstützung? Der erste Nachlass ist schon die erste Wertminderung beim Fahrzeug. Liebe Automobilhersteller, hört doch endlich auf mit dieser Rabattschlacht. Wenn alle mal aufhören würden, die Fahrzeuge überteuert anzubieten und endlich feste Preise in den Autohäusern vorhanden sind, rettet ihr damit sogar das Klima! Passiert das, fährt kein Mensch von Bayern nach Hamburg, um dort ein Fahrzeug zu kaufen, bei dem er einen höheren Rabatt erzielt hat. Auch die kleinen Händler haben wieder Hoffnung, normale Erträge zu erzielen. Was bringt das, wenn ich ein Fahrzeug für 20.000€ produziere, es für 40.000€ in der Preisliste beim Händler anbiete, um daraufhin einen Nachlass von 15.000€ zu geben? Macht doch gleich in der Preisliste einen Preis von 25.000€ - PUNKT. Der Händler hat eine festen Ertrag, mit dem er leben kann. Es würde keiner nach einem Rabatt oder Bonus fragen, da er bei keinem einen bekommt. Ich geh doch auch nicht zu Lidl oder Aldi und verhandel an der Kasse, oder? Liebe Regierung, Bonussystem NEIN! Macht mit dem Geld lieber was anständiges und schaut, dass die kleinen Unternehmen am leben bleiben. Helft Arbeitsplätze zu schaffen. Schaut, dass das Kurzarbeitergeld beim Unternehmer schnellstmöglich ankommt, bevor es zu spät ist.


Michael P.

28.04.2020 - 12:00 Uhr

Es ist eine lange Geschichte der Preisgestaltungen. Früher hatten wir eine Preisbindung der zweiten Hand. Das waren noch Zeiten, da hat der gesamte Handel gut verdient. Auf der Flasche Maggi stand gedruckt 1,20 DM und das hat die überall gekostet, überall!! Das war die Preisbindung. Als das weggefallen ist, kam das Rabattgesetz und die Zugabeverordnung ins Spiel. Es galt vom 1. Januar 1934 bis zum 25. Juli 2001. Dies lautete: Der Handel darf bei Barzahlung maximal 3% Rabatt geben und bei der Abnahme einer größeren Stückzahl einen üblichen weiteren Nachlass. Als Zugabe nur unwesentliche Waren mit kleinem Wert, die die berühmten Fußmatten früher. Seit 2011 ist der Handel dem freien Preiswettkampf ausgesetzt und seither erzielt er auch kaum noch Renditen. Parallel gab es auch den Vertrieb bei Mercedes den "Händler" - der keiner war - als Handelsvertreter. Hier hat der Einzelhandel nur vermittelt zwischen dem eigentlichen Verkäufer der Daimler Benz Ag und dem Käufer. Der Handel bekam eine Handelsvertreterprovision. Alles was es früher gab, war besser als das, was es jetzt gibt.


Annotator

28.04.2020 - 16:02 Uhr

Meine sehr geehrten Herren, mit der Marktregulierung ist das so eine Sache. Ich kann jedem beipflichten, aber nicht zu 100% und das Ganze zurückdrehen geht schwerlich. Wir werden uns mit dem System arrangieren müssen. Mach wir das Beste daraus!


TIim

28.04.2020 - 16:02 Uhr

@VK: Ganz einfach weil es viel zu viele Autohäuser mit viel zu vielen Verkäufern gibt, die versuchen viel zu viele Autos an viel zu wenige Kunden zu verkaufen. Sprich Angebot und Nachfrage passen schon seit Jahren nicht mehr. Nachlässe sind wie Drogen, der Konsument will immer mehr. Der Entzug wird hart und dauert lange. Auch wenn ich sonst ein Verfechter der sozialen Marktwirtschaft bin, hier bin ich ich neoliberal - lasst den Markt das regeln und in wenigen Jahren gibt es pro Marke nur noch wenige Händler und die können dann wieder den Preis selber bestimmen. Verloren haben dann nicht nur die vielen Händler, die insolvent sind, und die vielen Verkäufer, die keiner mehr braucht, sondern auch die Kunden, die jetzt den Hals nicht vollkriegen können.


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