VW: Werk Brüssel bis Ende 2008 gesichert

22.12.2006 05:54 Uhr
In den kommenden beiden Jahren sollen in Brüssel nur noch 84.000 statt der bisherigen 200.000 Fahreuge gebaut werden.

Jährliche Produktion von 84.000 statt der bisherigen 200.000 Fahrzeuge / Massiver Stellenabbau

Die Existenz des VW-Werks Brüssel ist bis Ende 2008 gesichert, es wird aber zunächst mehr als die Hälfte seiner 5.400 Stellen verlieren. Wie ein VW-Sprecher in Brüssel am Freitag sagte, sollen in den kommenden beiden Jahren jeweils 84.000 Fahrzeuge statt der bisher rund 200.000 gebaut werden. Dafür seien 2.200 Stellen vorgesehen. Nach dem Verlust der Golf-Fertigung sei die Zukunft der Fabrik ab 2009 noch ungewiss. VW wolle dem Werk den in Aussicht gestellten neuen Audi-Kleinwagen erst geben, wenn sich die Produktion rechnet. Dann könnte die Stellenzahl auf 3.000 aufgestockt werden. 2007 sollen in Brüssel 14.000 Golf, 46.000 Polo und 24.000 Einheiten eines weiteren, öffentlich noch nicht näher benannten Konzernmodells gefertigt werden. Die Golf-Produktion in der Fabrik soll Ende 2007 beendet werden. VW will den Golf dann aus Kostengründen nur noch in Wolfsburg sowie in Mosel/Zwickau bauen. 2008 sei in Brüssel der Bau von weiteren 84.000 Autos vorgesehen – in welcher Zusammensetzung, ist noch offen. Wie der VW-Sprecher weiter sagte, verlassen nach derzeitigem Stand rund 2.000 Beschäftigte in Brüssel das Unternehmen über eine freiwillige Abfindungsvereinbarung. Über eine Vorruhestandsregelung sollen weitere 900 Mitarbeiter ausscheiden. Sie sollen 80 Prozent ihres letzten Nettogehalts bekommen. VW stockt dazu die staatliche Hilfe bis zu einem Niveau von 80 Prozent auf. Zudem müssen noch weitere 300 Stellen abgebaut werden. Der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge bezifferte Werkschef Norbert Steingräber die Zahl der Beschäftigten, die das Unternehmen freiwillig mit einer Abfindung verlassen, auf 1.500. Die Gewerkschaften nannten die Abmachungen laut Belga zufriedenstellend. Ob die Arbeit am 8. Januar – wie von der Unternehmensleitung gewünscht – wieder aufgenommen werden kann, blieb zunächst offen. Das Werk wird seit Wochen bestreikt. Von 2009 an könnte in Brüssel ein neuer Audi-Kleinwagen gebaut werden. VW hat aber zur Bedingung gemacht, dass sich die Fertigung dieses Modells rechnet. So soll die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich von bisher 35 auf 38 Stunden verlängert werden. Bisher hat VW darüber mit den Gewerkschaften keine Einigung erzielt. Die Verhandlungen sollen im nächsten Jahr fortgesetzt werden. (dpa)

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