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ZDK vor Lockdown-Gespräch: Kein Verständnis für eine Verlängerung

ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn kämpft für eine Beendigung des Lockdowns.
© Foto: ProMotor

Dem Autohandel steht das Wasser bis zum Hals. Sollten am Mittwoch keine Lockerungen beschlossen werden, können Autohäuser in existenzielle Bedrängnis geraten. Die Schließungen müssten jetzt aufgehoben werden, appelliert der ZDK in Richtung Politik.


Datum:
09.02.2021
11 Kommentare

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Von Online-Redakteur Thomas Maier

Am morgigen Mittwoch will die Politik entscheiden, ob und wie es in Deutschland mit dem Corona-Lockdown weitergeht. Momentan sieht es nach einer Verlängerung ohne erwähnenswerte weitere Lockerungen aus. Sollte die Schließung des Autohandels weitergehen, kommen die Betriebe an ihre Substanz und darüber hinaus, wie Thomas Peckruhn, Vizepräsident des ZDK, gegenüber AUTOHAUS erklärte.

In einem Schreiben an die Bundeskanzlerin und sämtliche Ministerpräsidenten hat der ZDK an die Politiker eindringlich appelliert, am 15. Februar 2021 wieder öffnen zu dürfen. "Für uns ist die Schließung der Autohäuser nach wie vor unangemessen," betonte Peckruhn. "Denn aus unserer Sicht bieten Autohäuser so gut wie kein Infektionsrisiko. Die Betriebe haben Hygienekonzepte erarbeitet und integriert, Abstandsregeln werden eingehalten und es gibt keine langen Schlangen oder großen Besucherandrang im Autohaus. Servicebetriebe haben dagegen geöffnet, die Serviceannahmen sind teilweise in den Autohäusern in den Ausstellungsräumen integriert, das ist aus Sicht des Kfz-Gewerbes unverhältnismäßig. Aus Sicht des ZDK besteht also keine Notwendigkeit, die Schließungen aufrecht zu erhalten."

Sollte es dennoch zu einer Verlängerung der aktuellen Einschränkungen für Autohäuser kommen, behält sich der Verband rechtliche Schritte vor. Dann sollen Richter die Lage begutachten. Einige Autohäuser wie die Koch Automobile AG haben dies ja bereits praktiziert. Denn die momentanen Schließungen bringen den Autohandel noch mehr in Bedrängnis als es im ersten Lockdown der Fall war, weil dieser zum einen länger dauert. Peckruhn: "Zudem gilt: Wenn wir das Frühjahrsgeschäft zum zweiten Mal beerdigen müssen, werden viele Betriebe in existenzielle Bedrängnis geraten."

"Es besteht die Hoffnung, dass die Vernunft siegt"

Die Chancen, dass am Mittwoch die Schließung von Autohäusern aufgehoben wird, stehen aus Sicht des Vizepräsidenten aber gar nicht so schlecht. Das hat ja schon einmal funktioniert. "Wir sehen am Beispiel Thüringen, dass nicht jedes Bundesland diesen Weg geht. Deshalb besteht die Hoffnung, dass die Vernunft hier siegt."

"Wir möchten aber die Pandemie nicht verleugnen und uns dieser Verantwortung stellen", unterstrich Peckruhn. Wünschenswert aus seiner Sicht wäre, dass Autohäuser regelmäßig Tests bei Kunden und Mitarbeitern durchführen könnten, um weiteren Infektionen keinen Spielraum zu geben. Offiziell seien diese Tests nicht erhältlich. Dafür seien die Hürden leider noch viel zu hoch.

Vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel zeichnet sich ab, dass Bund und Länder die bestehenden Corona-Einschränkungen bis in den März verlängern wollen. Das geht aus einer Beschlussvorlage vom Dienstagmorgen (Stand 9. Februar, 10.15 Uhr) hervor, über die mehrere Medien berichten und die auch AUTOHAUS vorliegt. Das Papier ist die Diskussionsgrundlage für die Videoschalte am Mittwoch.

Bis wann genau der Lockdown verlängert werden soll, wird in der Vorlage nicht genannt. "Die Länder werden ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis zum XXX März verlängern", heißt es. Gleichzeitig verzichten Bund und Länder demzufolge auf einen konkreten Zeitplan für mögliche Öffnungsschritte. Zwar ist in dem Papier die Rede von einer "Perspektive für eine Normalisierung unseres Alltags und die Rückkehr zu einem Leben ohne pandemiebedingte Einschränkungen". Und: "Um den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen Planungsperspektiven zu geben, arbeiten Bund und Länder weiter an der Fortschreibung der sicheren und gerechten Öffnungsstrategie, damit unser Leben wieder mehr Normalität gewinnt." Konkrete Schritte und Termine bleiben aber offen.

Das Arbeitspapier aus dem Bundeskanzleramt gilt als Zwischenentwurf, der in vielen Punkten noch geändert werden kann. Es handelt sich dem Vernehmen nach nicht um ein bereits zwischen Bund und Ländern geeintes Papier.

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KOMMENTARE


Peter Storch

09.02.2021 - 17:23 Uhr

Mag sein das der ZDK dies kritisch sieht und es stimmt auch sicher das viele Händler finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Sicher keine schöne Situation! Aber die dauerhafte angeordnete Schließung des Handels trifft letztlich fast den gesamten Einzelhandel. Hier ist eine Differenzierung schwierig, wird für eine bestimmte Branche ein Ausnahme zelebriert, werden Andere auch Ansprüche anmelden. Auch das Argument, das im Autohandel oft viel Platz in den Betrieben vorherrscht ( Abstandsregelung ), mag in vielen Fällen zutreffen, aber leider auch in vielen kleineren Läden eben nicht. Die medizinische Situation ist in Moment schwierig einzuschätzen, da keiner weiß inwieweit sich die Mutationen vervielfachen. Somit ist es besser noch ein Weilchen abzuwarten, LEIDER!


Kai Henkies

09.02.2021 - 17:51 Uhr

Ebenso wie in Baden-Württemberg gegen die Ausgangsbeschränkungen geklagt worden ist (und dies mit Erfolg), sollten die Kfz-Verbände gegen die Schließung der Schauräume klagen, zumindest wenn der Inzidenzwert unter 100 oder gar unter 50 liegt.


MWF

09.02.2021 - 18:06 Uhr

... und ich glaube, dass das nicht nur für Autohäuser gilt. Gastronomie, Handel, etc. Ein weiter so mit dem einfallslosen Lockdown ist absurd.


Karl Helmut Seiler

09.02.2021 - 19:53 Uhr

"HERR, LASS HIRN REGNEN" kann ich dazu nur sagen - aber der Wunsch wird in Berlin nicht erfüllt werden! Bei einer Inzidienz von 50 wäre statistisch einer von 2.000 möglichen Besuchern eines Autohauses in einer Woche (!) infiziert. Ist da nicht das Risiko größer, dass uns (ohne Schutzhelm) ein Eiszapfen auf den Kopf fällt?


Bernd Schürmann

10.02.2021 - 09:59 Uhr

Peinlich !Nach 2 Monaten reagiert unser Verband mit Argumenten , die schon von Anfang an bekannt waren. Der wirtschaftliche Schaden und die Fragwürdigkeit der Maßnahmen war in Dezember bekannt, es lagen zu dem Zeitpunkt valide Datenüber die Auswirkungen vor . Mit dem Abwarten sind die Argumente nicht besser geworden, sondern eher verwässert und man muss sich die Frage gefallen lassen, ob man das jetzt erst bemerkt hat. Noch immer gebt es keinenSchulterschluss mit anderen Handelsverbänden oder der mit der DEHOGA für die ähnliche Voraussetzungen gelten. So baut man keine Wahrnehmung und Relevanz auf und steht als kläglicher Bittsteller da


Dieter OLk, Bitburg

10.02.2021 - 10:23 Uhr

Auf "Vernunft" bei der Politik zu hoffen wird nicht reichen. Erst wenn die Gerichte entscheiden, lenken unsere machtbesessenen Volksvertreter ein; leider. Es muss doch klar sein, der Virus gehört jetzt zu unserem Leben und Sterben. Ein planloser Lockdown kann nicht die letztendliche Antwort darauf sein. Nur leider sind in unserer Politik zwar viele Menschen am Werk; aber nur wenige haben das Sagen. Intelligenz ist etwas anderes als das, was sie bisher hervorgebracht haben. Kein Beleg dafür, dass der Einzelhandel ein Hotspot wäre; aber wir schließen ihn dennoch. Was für ein Irrwitz, solche Entscheidungen.


Detlef Rüdel

10.02.2021 - 11:23 Uhr

Hallo zusammen, kann mir bitte einmal jemand von ihnen verraten, warum weder der VDA, noch irgend ein anderer Verband, oder Importeur, Hersteller, den Weg der Klage bestreitet?! Auch kein Händlerverband, traut sich dazu aus der Deckung. Stattdessen gibt es nur Kommentare, aus den unterschiedlichsten Richtungen der Verbände usw. aber keiner von denen ergreift die Initiative der Klage. Warum wohl?! Weil es dazu keinen Erfolg geben wird. Stattdessen überlässt man das lieber jeden einzelnen. Die Verbände, ihrer Hersteller - Importeure sind schwach, wann wird dass von ihnen erkannt?! Nicht einzelne Partner müssen Klagen (AH - Koch) sondern die von Ihnen gewählten Vertreter ihrer Verbände usw. auch wenn dass nicht passiert, denken Sie daran bei der nächsten Wahl zum HBV hier liegt dann Ihre Chance ggf. mit ihrer Stimme eine Veränderung herbeizuführen.


D.S.

10.02.2021 - 13:57 Uhr

Die Sache ist doch ganz einfach:Es geht uns allen viel zu gut. Jahre des Geldscheffelns, dicke Firmenwagen zu minimal-Leasing, billige Kredite, 100 Prozent-Finanzierungen, ein Glaspalast jegt den nächsten. Irgendeiner wir es schon bezahlen.Es passiert garnichts. Selbst wenn der Lockdown bis ins nächste Jahr geht. Niemals wird sich dieses Volk auflehnen oder gar protestieren. Es reicht den Nachbar anzuschwärzen wenn er falsch parkt. Auf den Sozialen Plattformen schöne Sprüchlein posten und seine Solidarität per TikTok Video ausdrücken.Ändern wird sich erst was wenn auch der gut bezahlte Beamte oder Vorstand plötzlich vor Problemen steht. Was dank Pension und guter Finanzpolster nicht passieren wird. Wen interessieren die paar Krankenschwestern und Geringverdiener oder gar Arbeitslose. Die sehe ich doch nicht im Garten meines Eigenheimes mit Ladestation für meinen Steuersubventionierten E-Renner.Und bitte...wer erwartet ernsthaft von irgendwelchen Verbänden oder Vereinen gegenwehr? Dort sitzen doch genauso die Herrschaften oben sicher in den Sesseln wie bei den Politikern. Bloß keine eigene Meinung zeigen. Könnte ja im Shitstorm enden und die Pension kosten...


J.F.

10.02.2021 - 17:13 Uhr

ich bin auch dafür das alles wieder aufmacht, aber man sollte auch verstehen, solange die Menschen Angst haben und nicht planen können ob sie noch ein Job haben oder nicht, können die Verkaufsräume öffnen wie sie wollen, es werden nicht mehr Fahrzeuge dadurch verkauft. Wir sind gut vernetzt und bearbeiten die paar Anfrage die es gibt problemlos per E-Mail, telefonisch, Video und per Postweg. Ist nicht persönlich, nur rein geschäftlich!! einfach nur langweilig :-(


ExVerkäufer

11.02.2021 - 06:38 Uhr

in den Verbänden sitzen eben nur zahnlose Tiger. Ein, von der Autoindustrie viel bescholtener, Herr Resch (DUH) hätte hier schon längst die entsprechendenMaßnahmen in die Wege geleitet.


VK1

11.02.2021 - 10:34 Uhr

@D.S.: Zwar direkt formuliert; aber den Nagel 100% auf den Kopf getroffen.


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