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Analyse: So entwickelt sich der GW-Markt

© Foto: HappyAlex/stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie führt zu starken Veränderungen bei den Besitzumschreibungen von jungen Gebrauchten. Ein Blick in ein dynamisches Segment.


Datum:
02.10.2020
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Detlef-Borscheid-Autor

Von Branchenberater und AUTOHAUS-Experte Detlef Borscheid

Trotz der Corona-Pandemie haben sich die Pkw-Besitzumschreibungen im bisherigen Jahresverlauf relativ gut entwickelt. Bis einschließlich August verfehlte die Zahl der Halterwechsel mit 4,578 Millionen das Vorjahresergebnis nur um 6,2 Prozent. Zum Vergleich. Der deutsche Neuwagenmarkt schrumpfte in der gleichen Periode um 28,8 Prozent.

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Die Besitzumschreibungen in den Monaten Juni bis August lagen sogar über den entsprechenden Vorjahreswerten. Dies lag an den Nachholeffekten von kaufwilligen Verbrauchern, die trotz Lockdown im März oder April gekauft hätten, wenn nicht der stationäre Handel geschlossen gewesen wäre. Ein weiterer Grund war, dass aufgrund der verschlechterten Einkommenssituation und der zukünftigen unsicheren Entwicklung sich die Konsumenten eher für einen Gebraucht- als für einen Neuwagen entschieden haben. Hinzu kam, dass auch die Lieferfähigkeit der Hersteller für Neuwagen aufgrund der Corona-bedingten Produktionsstopps eingeschränkt war.

Weiterhin hatte der Handel während des Lockdowns einen großen Bestand an Gebrauchtwagen aufgebaut (dies spiegelt auch die Entwicklung der Standtage wider), den es nun vornehmlich abzubauen galt. Diese Fahrzeuge waren zum großen Teil älter als sechs Monate, aber jünger als zwei Jahre. Daher kletterten die Besitzumschreibungen von Fahrzeugen in der Altersklasse 13 Monate bis 24 Monate per August 2020 sogar um 3,6 Prozent.

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Dagegen brachen die Besitzumschreibungen von Fahrzeugen im Alter von bis zu sechs Monaten deutlich um minus 27,8 Prozent ein. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass wie beschrieben, der Handel vorrangig versuchte, die Bestandsfahrzeuge zu verkaufen, und zum anderen darauf, dass auch das Angebot stark limitiert war. Das Angebot resultiert vorrangig aus den Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern. Diese waren auch bedingt durch den Lockdown in den ersten acht Monaten 2020 deutlich um 35,2 Prozent zurückgegangen.

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In den nächsten Monaten ist mit einer Umkehr der Entwicklung zu rechnen. Die Lagerbestände sind wieder auf Normalniveau. Laut AUTOHAUS pulsSchlag liegen die GW-Standzeiten jetzt wieder bei 93 Tagen, nachdem sie in der Spitze im Mai 112 Tage betrugen. Es ist auch damit zu rechnen, dass es gerade zum Ende des Jahres wieder verstärkt zu taktischen Neuzulassungen kommen wird. Damit werden die jungen Gebrauchten bis sechs Monate wieder stärker zulegen. Im Gegenzug wird sich die Nachfrage-Dynamik bei den jungen Gebrauchen im Alter von sieben bis 24 Monaten abschwächen.

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