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Branchenexperte: Ukraine-Krieg schwächt Pkw-Nachfrage in Europa

© Foto: flowertiare/stock.adobe.com

Corona, Halbleiter, Krieg, Inflation: Die Autobranche stürzt von einer Krise in die nächste. Wirtschaftliche und soziale Einschränkungen werden die Neuzulassungsentwicklung in den kommenden Monaten stark beeinflussen - trotz hoher Auftragsbestände.


Datum:
11.03.2022
Autor:
rp
Lesezeit:
4 min
1 Kommentare

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Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird deutliche Spuren am europäischen Automobilmarkt hinterlassen. Das zeigt eine aktuelle Prognose des Branchenexperten Detlef Borscheid für AUTOHAUS. "Die Kriegshandlungen führen zu einer Unterbrechung der Lieferketten – Russland und die Ukraine sind Lieferanten von wichtigen Rohstoffen (Palladium, Nickel, Neon-Gas) und Produkten, insbesondere für die Automobilindustrie", schreibt Borscheid in seiner Analyse.

Wie berichtet, zählt die Ukraine zu den großen Lieferanten von Kabelbäumen. In den vergangenen Tagen hatte eine Reihe von Herstellern wie VW, Skoda und BMW angekündigt, ihre Produktion teilweise stoppen zu müssen, da Teile nicht mehr geliefert werden können. Borscheid: "Dies wird die ohnehin schon vorhandenen Lieferschwierigkeiten durch die Halbleiterkrise nochmals verstärken."

Darüber hinaus wirkt sich die Ukraine-Krise laut dem Experten durch die steigende Inflation und die Verunsicherung der Verbraucher und Unternehmen über die zukünftige Entwicklung auf die Wirtschaftsleistung aus. Privater Verbrauch und Investitionen würden sich schwächer entwickeln – und damit auch die Nachfrage im Privat- und Flottenmarkt.

Erhebliche Abwärtsrisiken

"Wie sich die Situation weiterentwickelt, ist schwer zu beurteilen. Dauer und Schwere des Krieges in der Ukraine sind kaum vorauszusagen", betont Borscheid. Daher berge die Prognose erhebliche Abwärtsrisiken. Er gehe davon aus, dass sich die Unterbrechungen der Autoproduktion im Laufe des Jahres verringern werden – "unter der Voraussetzung einer alternativen Versorgung mit Rohstoffen bzw. Komponenten, die bisher aus Russland oder der Ukraine bezogen werden". Ein Teil des erwarteten Anstiegs der Neuzulassungen werde sich erst in 2023 realisieren lassen.

Grundsätzlich erwartet der Experte, dass sich die Pkw-Neuzulassungen in Europa im zweiten Halbjahr 2022 besser entwickeln werden als in der ersten Jahresshälfte. "Dafür spricht die erwartete Eindämmung der Corona-Pandemie und die Verbesserung in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die hohen Auftragsbestände werden abgebaut und aufgeschobene Käufe werden realisiert." Unterstellt were auch, dass es zu einer friedlichen Lösung des Ukraine-Krieges kommen. Die Auswirkungen dürften aber noch längere Zeit nachwirken.

700.000 Fahrzeuge weniger

Vor diesem Hintergrund hat Borscheid seine Absatzprognose reduziert. Er rechnet nun für das Gesamtjahr 2022 mit 11,1 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa. Das wären 4,7 Prozent mehr als im schwachen Jahr 2021. Zu Jahresbeginn lag seine Markterwartung 2022 noch bei rund 11,8 Millionen Autos.

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KOMMENTARE


Rudi

11.03.2022 - 21:09 Uhr

Von Nachfrage-Schwäche ist weiterhin nichts zu spüren, deshalb ist dies nicht das Problem gemäss der Titelüberschrift. Das Hauptproblem liegt an der Verfügbarkeit von Fahrzeugen, das auch die Preise massiv steigen liess und die Stützungen massiv reduziert hat. Deshalb ist es nur eine Verschiebung der Nachfrage.


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