BMW senkt Prognose deutlich: Droht nun Jobabbau wegen China-Flaute?

17.06.2026 14:16 Uhr | Lesezeit: 2 min
BMW, Montage, Produktion, Autoindustrie
BMW rechnet 2026 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang.
© Foto: BMW

BMW kappt seine Gewinnprognose: Schwache Nachfrage in China und steigende Kosten durch den Nahostkonflikt belasten den Autobauer. Für 2026 rechnet der Konzern nun mit sinkenden Auslieferungen und beschleunigt Sparprogramme. Einiges deutet auf einen Jobabbau hin.

BMW hat in einer Gewinnwarnung seine Ergebnisprognose für dieses Jahr nach unten geschraubt. Zahlen nannte der bayerische Autohersteller in seiner Mitteilung am Dienstagabend nicht, doch anstelle des bisher erwarteten "moderaten" steht nun ein "deutlicher" Rückgang des Vorsteuerergebnisses in Aussicht.

Außerdem rechnet der BMW-Vorstand nunmehr damit, dass auch die Zahl der ausgelieferten Autos sinken wird. Bisherige Erwartung waren gleichbleibende Auslieferungen. Der Konzern machte die negative Entwicklung des chinesischen Automarkts und die Auswirkungen des Irankriegs verantwortlich. 

Sparmaßnahmen sollen Wirkung zeigen

Nach der deutlichen Gewinnwarnung stehen die Zeichen bei BMW auf Jobabbau. Offiziell verweist der Konzern zwar auf eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Doch dass es bei der Zahl der Beschäftigten einen Rückgang geben wird, hatten die Münchner bereits in ihrer Prognose für das laufende Jahr bekanntgegeben. Und die nun angekündigten Maßnahmen deuten auf eine Beschleunigung. 

Es ist vor allem ein Absatz in der Gewinnwarnung, den man kaum anders lesen kann: "Neben den Belastungen im operativen Geschäft wird die BMW Group die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen. Deren Effekte werden in den Folgejahren sichtbar. Diese Maßnahmen belasten das Ergebnis einmalig im zweiten Halbjahr 2026."

Einmalkosten, die später Geld sparen - das klingt nach Jobabbau. Bestätigen will man das auf Konzernseite nicht. "Weitere Themen werden - wie bei uns üblich - zunächst intern und mit den Arbeitnehmervertretern beraten." Auch die Prognose zum Personalstand hat der Konzern am Dienstag ebenfalls nicht verändert. Die Formulierung im Geschäftsbericht - "leichter Rückgang" - bedeutet aber ein Minus von 1 bis 5 Prozent. Bei knapp 155.000 Mitarbeitern können das einige tausend sein.

Nicht nur kosmetische Maßnahmen

Darauf, dass es nicht um kosmetische Maßnahmen geht, deuten auch Aussagen des Konzerns in einem Kapitalmarkt-Call am Dienstag hin. Teilnehmerkreisen zufolge soll dabei klar geworden sein, dass die erwarteten Einmalbelastungen grob eine Milliarde Euro betragen werden. Allerdings ist nicht klar, wie viel davon in einen Jobabbau fließen würde. Schon 2025 war die Zahl der Beschäftigten bei BMW um rund 3.000 gesunken - vor allem in Deutschland und China. Auch bei einem Jobabbau im laufenden Jahr könnten diese beiden Länder am stärksten betroffen sein. Unter anderem, weil der Einbruch des Marktes in China der Haupttreiber für die Gewinnwarnung ist.

Die Nachrichten kommen rund einen Monat, nachdem bei BMW der neue Chef Milan Nedeljkovic das Ruder übernommen hat. Dass so kurz danach eine so deutliche Gewinnwarnung komme, sei «überraschend und zeigt, dass man vorher viel verpasst hat», sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. «Mit Nedeljokovic geht die Mia-san-mia-Epoche bei BMW zu Ende - und ich glaube das ist überfällig. Ein wichtiges Problem bei BMW ist die große Variantenvielfalt, die viel Personal braucht. Ich glaube, hier müsste BMW einsparen - und insgesamt mehr Entwicklung in China machen. Hier können die Münchner von VW lernen.»

Gewinn wird deutlich sinken

BMW hatte am Dienstagabend seine Prognose für das laufende Jahr gekappt. Der Vorsteuergewinn soll nun deutlich sinken - das bedeutet um mindestens 10 Prozent, die Zahl der ausgelieferten Autos schrumpfen. Begründet wurde das mit der negativen Entwicklung des chinesischen Automarkts und den Auswirkungen des Krieges im Iran. In China sind die Autoabsatzzahlen eingebrochen, eine Entwicklung, die nicht nur BMW trifft. Nach jüngsten Daten des chinesischen Autoindustrieverbands CPCA sanken die Verkäufe zwischen Januar und Mai im Jahresvergleich um fast 20 Prozent.


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