BMW: Zipse verabschiedet sich mit robusten Zahlen

12.03.2026 09:10 Uhr | Lesezeit: 4 min
Oliver Zipse
BMW-Chef Zipse: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute."
© Foto: BMW

Während Mercedes-Benz und VW starke Gewinnrückgänge verdauen, bleibt BMW an der Spitze – und kommt ohne großes Jobabbauprogramm aus. Geht es so weiter?

BMW stemmt sich überraschend erfolgreich gegen die Krise. Während Mitbewerber große Gewinneinbrüche melden, ist der Überschuss bei den Münchnern im vergangenen Jahr nur um drei Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro gesunken. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Damit liegt das Unternehmen deutlich über den Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn unter sieben Milliarden erwartet hatten. Der Umsatz sank allerdings um 6,3 Prozent auf 133 Milliarden und die Prognose für 2026 ist negativ.

Stabiler als die Konkurrenz

BMW kommt bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Rivalen Mercedes und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos.

Das reicht auch, um BMW im Gewinnranking auf Platz eins zu heben: Bei Mercedes standen 2025 noch 5,3 Milliarden Euro Plus unter dem Strich, beim sehr viel größeren Volkswagen-Konzern 6,9 Milliarden. 

Bisher kein großes Jobabbauprogramm 

Und während die anderen deutschen Autobauer umfangreich Jobs abbauen, ist BMW bisher ohne große Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen. Das soll auch so bleiben – auch wenn die Zahl der Mitarbeiter bereits 2025 leicht gesunken ist und es 2026 voraussichtlich weiter tun wird.

Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte auch im laufenden Jahr sein, dass sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren musste.

Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so gestaltet haben, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Das hilft die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen."


BMW iX3 (2026)

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Zipses letzte Zahlen 

Die Jahresbilanz ist die letzte, die Zipse verantwortet. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. 

Nedeljkovic ist also schon seit längerem mit Zipses wichtigstem Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe von BMW mitbestimmen wird. Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3 vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den Händlern. 

Bisher ist sie stark gestartet, BMW spricht von 50.000 Bestellungen. Im Januar wurde daher bereits eine zusätzliche Schicht in der Produktion eingeführt. In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorstellen: Mit dem i3 – also dem elektrischen Gegenstück zum 3er – in einem für die Münchner zentralen Volumenbereich. Oder wie Zipse sagt, im Herz von BMW.

Vorsichtige Prognose 

Bei den Aussichten für das laufende Jahr ist BMW allerdings zurückhaltend und geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Dazu tragen unter anderem Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.


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