Quartalszahlen: BMW verdient weniger – aber mehr als die Rivalen

06.05.2026 09:08 Uhr | Lesezeit: 3 min
Oliver Zipse mit dem neuen BMW i3
Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic.
© Foto: BMW

Die letzten Quartalszahlen des scheidenden BMW-Chefs Oliver Zipse sind erneut ein Gewinnrückgang. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

BMW hat im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März 2026 knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Dennoch blickt Zipse optimistisch in die Zukunft.

Ganz fair ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings nicht. Damals hatten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch nicht gegolten. Von Januar bis März kosteten sie rund 300 Millionen Euro. Sie werden BMW auch im laufenden Geschäftsjahr belasten, wie der Konzern erwartet – wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025.

Trumps Zölle nur eine Drohung 

Dabei hält Zipse die aktuellen Ankündigungen Trumps, die Zölle für Autos zu erhöhen, nur für eine Drohung bzw. Aufforderung an die EU, den im vergangenen Jahr vereinbarten Zoll-Deal umzusetzen. Für letzteres äußerte er Verständnis und zeigte sich überzeugt, dass es bald zu einer Lösung kommen werde. Darüber hinaus hofft Zipse auf weitere Erleichterungen.

Er sei zuversichtlich, dass es zu einer Vereinbarung kommen könne, bei der Autos, die ein Hersteller aus den USA exportiert bei den Zöllen für Importe berücksichtigt werden, so der Manager. BMW würde davon wegen seines großen Werks in Spartanburg stark profitieren. 

Auch der Umsatz schrumpfte – um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro – unter anderem wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank. Hier macht sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Autohersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen. Positiv sieht man bei BMW allerdings aktuell sehr starke Bestellungen in Europa. 


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Rekord bei Auftragseingängen in Europa 

"Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagte Zipse und betonte: Man habe mit der Einführung der "Neuen Klasse" die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein".

BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagte Finanzvostand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung."

Ende einer Amtszeit 

Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Zipse selbst spricht von einer "antifragilen Strategie".

Es war eine anspruchsvolle Amtszeit für Zipse: Sie umfasste Corona, Chipkrise, Ukraine-Krieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle – aber auch den Rekordgewinn des Unternehmens und die Entwicklung der "Neuen Klasse" als wichtigen Sprung bei der Elektromobilität. Am Ende konnte er BMW nicht dem allgemeinen Negativ-Sog in der Branche entziehen. 

Zipse kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit am besten dasteht. Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes und der sehr viel größere VW-Konzern einfahren. Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unter dem Strich 1,43 Milliarden, die Wolfsburger 1,56 Milliarden Euro. 

Zum Abschied wurde Zipse dann auch noch grundsätzlich. Es habe keine Zukunft, hyperoptimistisch auf einzelne Technologien zu blicken. Was wirklich über den Erfolg von Autoherstellern bestimme, seien drei andere Themen: Die Langzeitqualität, denn schließlich nütze es nichts, wenn neue Autos nach wenigen Jahren nichts mehr wert seien. Hinzu komme die Systemintegration – wie sich ein Auto insgesamt anfühle, was viel wichtiger sei als eine einzelne neue Technologie. Und schließlich die Anlauffähigkeit – dass man also Ankündigungen auch einhalte. Er glaube daher an eine starke Zukunft für BMW.


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