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Electric Brands übernimmt Artega: Rettung für die Isetta-Neuauflage

Elektrifizierte "Knutschkugel": So will ElectricBrands den Artega Karo ab Anfang kommenden Jahres anbieten.
© Foto: ElectricBrands AG

Der "Karo", ein Mini-Stromer im Isetta-Retro-Stil, soll doch noch auf die Straße kommen. Hersteller Artega war in Schieflage geraten – nicht das erste Mal. Nun will der neue Eigentümer Electric Brands das Projekt zur Serienreife bringen.


Datum:
28.04.2022
Autor:
rp
Lesezeit:
5 min
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Bei Artega geht es weiter: Nach Monaten der Unsicherheit hat die Electric Brands-Gruppe die Komplett-Übernahme des kleinen Autobauers aus dem nordrhein-westfälischen Delbrück bekannt gegeben. Man werde Artega vollständig in die Unternehmensgruppe integrieren, teilte der Anbieter am Donnerstag in Itzehoe mit. Das erste Produkt unter neuer Führung werde ein elektrischer Zweisitzer auf Basis des bereits angekündigten Modells Karo.

Artega hat eine bewegte Firmengeschichte: Ursprünglich 2006 als Sportwagenhersteller vom Autozulieferer Paragon gegründet, ging das Unternehmen 2012 in die Insolvenz – nachdem ein Verkauf an einen asiatischen Investor gescheitert war. 2015 erfolgte die Wiederaufnahme der Produktion des Artega GT. 2017 wurde auf dem Genfer Salon ein elektrischer Sportwagen mit 1.020 PS vorgestellt.

Parallel entwickelte Artega zusammen mit der Schweizer Micro Mobility Systems AG das Elektro-Leichtfahrzeug "Microlino" im Stil der legendären BMW Isetta. Das Projekt kam aber ins Stocken, 2019 entschied sich Artega schließlich für einen Alleingang bei Produktion und Vertrieb des Wagens unter dem Namen "Karo". Der Marktstart war für April 2020 avisiert.

Doch dazu kam es nicht. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde es wieder still um das Projekt, Artega geriet erneut in Schieflage. Zuletzt war auf der Homepage des Autoherstellers zu lesen, dass man sich in einem "wirtschaftlichen Restrukturierungsprozess" befinde und sich strategisch neu positionieren wolle.


Artega Karo

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Kurz vor der Fertigentwicklung

Electric Brands kündigte nun an, den "Karo" ab Anfang 2023 unter neuem Namen anbieten zu wollen. Das kleine Elektrofahrzeug stehe kurz vor der Fertigentwicklung. "Eine Typengenehmigung mit der entsprechenden Homologation liegt bereits vor, so dass der Herstellung des Kleinstwagens nichts mehr im Weg steht."

Auffälligstes Merkmal des Mini-Stromers ist die nach vorne öffnende Tür. Das erlaubt dem Stadtauto – nur 2,48 Meter lang und 1,50 Meter breit – auch quer einzuparken. Die Reichweite soll bis zu 200 Kilometer betragen, die Höchstgeschwindigkeit 90 km/h.

Aktuell baut der neue Eigentümer Produktionslinien am Standort Göttingen auf. Im ersten Jahr sollen hier 30.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Man wolle damit auch etwa 250 neue Arbeitsplätze in der Region schaffen, so Electric Brands.

Den Xbus stellte Electric Brands erst 2021 vor.
© Foto: ElectricBrands AG

Erfahrenes Management-Team

Die 2020 gegründete Electric Brands AG hat seit dem vergangenen Jahr ihren Sitz in Itzehoe in Schleswig-Holstein. Dort wird der Xbus, ein kleiner Elektrotransporter der L7E-Klasse produziert. Das Unternehmen hat ein flächendeckendes Händler- und Servicenetz in Europa aufgebaut und will dieses in naher Zukunft weltweit ausbauen.

Hinter Electric Brands stehen erfahrene Manager der Automobil-, Finanz- und Produktionsbranche. Gründer ist Ralf Haller, als CEO fungiert Martin Henne. Seit Anfang April steht Ulrich Walker, ehemaliger Chef von Daimler in China und von Borgward, an der Spitze des Aufsichtsrats. Neu im Vorstand sind zudem Hans Lamprecht als Chief Financial Officer (CFO) und Tom Anliker als Chief Marketing & Revenue Officer (CMRO). Anliker war unter anderem bereits für Opel/General Motors, Kia und Volvo tätig.

V.l.n.r.: Ralf Haller (Gründer), Tom Anliker (CMRO), Martin Henne (CEO) und Aufsichtsratschef Ulrich Walker
© Foto: ElectricBrands AG
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